Das Wichtigste in Kürze

Anko van der Werff wechselt zu Air Canada und räumt den SAS-Chefposten bis Ende Januar 2027. Parallel will Air France-KLM seinen Anteil an SAS von 19,9 auf 60,5 Prozent erhöhen, der dänische Staat hält weiter 26 Prozent.

Damit geht es nicht nur um eine neue Spitze für die Airline. Die Personalie zeigt auch, wie viel Einfluss Paris künftig bei SAS bekommt — und wie viel davon in Kopenhagen bleibt.

Anko van der Werff verlässt SAS, und damit startet die nächste Machtfrage bei der skandinavischen Airline. Der Konzern braucht eine neue Führung, während sich die Eigentümerstruktur gerade verschiebt: Reuters berichtet, dass Air France-KLM seinen Anteil auf 60,5 Prozent erhöhen will, vorbehaltlich der letzten Freigaben. Der dänische Staat hält weiter 26 Prozent.

SAS: Die Eckdaten zur Nachfolge

Abgang
Anko van der Werff wechselt zu Air Canada
Neue Zielmarke
Ende Januar 2027
Air France-KLM
19,9 % auf 60,5 % geplant
Dänischer Staat
26 % Beteiligung

Warum diese Nachfolge mehr ist als ein Personalwechsel

Bei SAS geht es um Kontrolle. Wer den Chefposten besetzt, sendet ein Signal an Mitarbeiter, Wettbewerber und den Markt. Die Frage lautet nicht nur: Wer kann die Airline führen? Die größere Frage ist: Wie viel Eigenständigkeit bleibt SAS unter dem neuen Mehrheitsaktionär?

Das ist kein normaler CEO-Wechsel. Die Eigentümerfrage hängt direkt mit am Stuhl.

Paris will mehr Gewicht, Kopenhagen bleibt im Spiel

Air France-KLM hat den Plan öffentlich gemacht, den Anteil an SAS auf 60,5 Prozent zu heben. Der dänische Staat bleibt mit 26 Prozent an Bord. Damit steht SAS zwischen zwei Polen: mehr Konzernintegration auf der einen Seite, nationale Rücksicht auf der anderen.

  • 60,5 Prozent wären eine klare Mehrheit für Air France-KLM.
  • Mit 26 Prozent behält Dänemark weiter Einfluss.
  • Die neue Führung muss mit beiden Seiten arbeiten.

Genau daraus entsteht der Druck. Ein CEO für SAS muss nicht nur Flugpläne und Kosten im Griff haben. Er oder sie muss auch die politische und unternehmerische Balance halten. Klingt trocken? Ist es nicht. Für die Airline geht es um ziemlich viel.

Wer als Nachfolger genannt wird

Skift nennt mehrere Namen aus dem inneren und äußeren Kreis. Im Vordergrund stehen Kandidaten, die unterschiedliche Signale senden würden. Ein interner Nachfolger würde Kontinuität versprechen. Ein externer Name könnte für eine neue Linie stehen.

Die bekannten Namen im Rennen

  • Paul Verhagen, SAS-Chef für das Commercial-Geschäft
  • Johan Lundgren, früherer EasyJet-Chef
  • Henri de Peyrelongue, Executive Vice President bei Air France-KLM
  • Weitere Namen aus dem erweiterten Kreis: Ben Smith, Bjoern Kjos, Gernot Löffler, Geir Karlsen, Erik Westman

Jeder dieser Namen trägt eine Botschaft. Ein Insider wie Verhagen würde nach Verlässlichkeit klingen. Ein Ex-EasyJet-Chef wie Lundgren bringt Branchengewicht mit. Ein Manager aus dem Air-France-KLM-Umfeld würde dagegen zeigen, dass Paris das Steuer enger in der Hand hält.

Was jeder Kandidat über SAS verraten würde

Die Auswahl ist fast wichtiger als die Person selbst. Das gilt besonders jetzt, wo SAS nach Jahren mit Umbau, Kapitaldruck und Eigentümerwechsel wieder stabiler wirken will. Der neue Chef muss Vertrieb, Netzwerk und Kosten denken — und gleichzeitig die politische Realität verstehen.

Insider oder Externer — was spricht dafür?

Dafür spricht

  • Insider kennen SAS-Strukturen und Stakeholder.
  • Externe Kandidaten bringen frische Routinen mit.
  • Ein Konzernname aus dem Air-France-KLM-Umfeld würde die Integration beschleunigen.

Dagegen spricht

  • Ein reiner Konzernkurs kann in Skandinavien Widerstand auslösen.
  • Ein externer Chef braucht Zeit für die internen Machtlinien.
  • Zu viel Nähe zu Paris kann die Autonomie-Frage schärfen.

Van der Werff hatte SAS zuletzt noch gegen den Vorwurf abgegrenzt, die Airline werde zu einer Art "Air France-KLM lite". Genau daran wird sich die neue Führung messen lassen. Wer den Job bekommt, entscheidet also nicht nur über die Führungsspitze, sondern auch über das Tempo der Integration.


Was jetzt als Nächstes passiert

Zuerst muss die letzte Regulierung für den größeren Anteil von Air France-KLM durch sein. Danach dürfte sich zeigen, wer im Verwaltungsrat wirklich das letzte Wort hat. Bis dahin bleibt die Kandidatenliste vor allem eins: ein Testballon für die künftige Machtordnung bei SAS.

  • Wenn ein Insider kommt, wirkt das wie ein Signal für mehr Kontinuität.
  • Wenn ein Konzernmanager aus Paris den Zuschlag bekommt, wird SAS enger eingebunden.
  • Wenn ein externer Airline-Manager gewinnt, spricht das für operative Erfahrung ohne direkten Paris-Stempel.

Für SAS ist das keine Nebensache. Die Airline sucht nicht einfach einen neuen Chef. Sie sucht die nächste Antwort auf die Frage, wem sie künftig wirklich gehört — und wie viel Eigenleben noch drin ist.

HÄUFIGE FRAGEN

Warum ist die SAS-CEO-Nachfolge so wichtig?

Weil sie mitten in den Eigentümerwechsel fällt. Air France-KLM will auf 60,5 Prozent aufstocken, der dänische Staat hält 26 Prozent.

Wer gilt laut Skift als Kandidat?

Genannt werden unter anderem Paul Verhagen, Johan Lundgren und Henri de Peyrelongue. Dazu kommen weitere Namen aus dem erweiterten Kreis.

Was signalisiert ein interner oder externer CEO?

Ein interner Name würde für Kontinuität stehen. Ein externer oder konzernnaher Kandidat würde eher auf mehr Integration hindeuten.

Bis wann verlässt Anko van der Werff SAS?

Er wechselt zu Air Canada und soll den neuen Job dort bis Ende Januar 2027 antreten.
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