Die moderne US-Hotelsteuer geht auf ein Konzept aus Las Vegas von 1955 zurück. Heute geht es nicht mehr nur um die Abgabe selbst, sondern darum, wer die Einnahmen steuert und wofür sie am Ende landen.
Skift beschreibt das am Beispiel einer Rechnung aus San Juan: Viele Posten, viele Gebühren, und ganz oben steht die Zimmersteuer als stillster, aber wichtigster Teil.
Die Hotelsteuer wirkt unscheinbar. Genau das macht sie politisch so brisant. Skift ordnet sie als Erbe eines 70 Jahre alten Modells ein, das in den USA bis heute nachwirkt. Der Streit dreht sich längst nicht mehr nur um die Höhe der Steuer, sondern um die Frage: Wer verwaltet das Geld?
Die heutige US-Hotelsteuer speist sich aus Zimmerumsätzen. Laut Skift stammt das Grundprinzip aus Las Vegas von 1955. Das Modell verbreitete sich später in vielen US-Märkten und wirkt bis heute auf Stadt-, Bundesstaat- und Sonderabgaben.
Die Branche diskutiert dabei vor allem drei Punkte: Zweckbindung, Kontrolle und Transparenz. Genau dort beginnt der Konflikt.
Vom Hotelzimmer zur Tourismuskasse
Das Grundprinzip ist simpel: Gäste zahlen für ihr Zimmer, ein Teil davon fließt als Steuer oder Abgabe an Kommune, Staat oder spezielle Destination-Fonds. HVS beschreibt in seiner Lodging Tax Study 2025, dass solche Abgaben in allen 50 US-Bundesstaaten und den 150 größten Städten erhoben werden. Die Studie schaut außerdem auf Stadt-, Staats- und Sonderdistriktsteuern rund um Lodging und Sales Tax.
Für Hotels heißt das: Auf der Rechnung landet oft mehr als nur der Zimmerpreis. Für Gäste sieht das schnell nach Nebelwand aus. Für die Politik ist es ein verlässlicher Geldstrom. Klingt trocken? Ist es auch. Und genau deshalb funktioniert das System seit Jahrzehnten.
Warum das Modell so lange hält
Hotelsteuern treffen einen Bereich, der leicht messbar ist: Übernachtungen. Wer mehr Zimmer verkauft, spült mehr Einnahmen in die Kasse. Das macht die Steuer attraktiv für Städte, die Tourismus, Infrastruktur oder Marketing bezahlen wollen. HVS betont in der Studie auch die Verbindung zwischen Zimmerumsatz und Steueraufkommen.
Das Problem: Sobald das Geld einmal eingesammelt ist, beginnt der Kampf um die Verteilung. Genau da entstehen Reibungen zwischen Behörden, Destination Marketing Organizations, Hotelverbänden und lokalen Haushaltsplanern.
San Juan zeigt, wie unübersichtlich die Rechnung wird
Skift-Reporter Rafat Ali beschreibt eine Hotelrechnung aus San Juan mit 25 Positionen für zwei Nächte. Neben der Zimmergebühr stehen dort Resort Charge, Parken, Frühstück, Trinkgeldsteuer und mehrere Abgaben nebeneinander. Die Zimmersteuer ist darin nicht der lauteste Posten, aber der grundsätzliche.
Genau darin liegt das Problem für die Wahrnehmung. Gäste sehen zuerst die Summe. Hotels erklären dann die einzelnen Zeilen. Wenn Gebühren, Steuern und Zusatzleistungen zusammenlaufen, entsteht Frust an der Rezeption. Nicht wegen eines einzelnen Betrags, sondern wegen des Gesamtbilds.
- Zimmersteuer: meist die zentrale, zweckgebundene Abgabe
- Resort Fee: oft für Leistungen, die Gäste nicht immer nutzen
- Sales Tax auf Speisen und Zusatzleistungen: je nach Markt zusätzlich fällig
- Parken und Service-Gebühren: in Städten mit knappen Flächen besonders spürbar
Was HVS an den US-Märkten zeigt
Die aktuelle HVS Lodging Tax Study 2025 liefert den großen Rahmen: Steuerdaten aus allen 50 Bundesstaaten, den 150 größten US-Städten und 25 wichtigen Hotelmärkten. HVS hält fest, dass das Wachstum der Zimmererlöse bis 2024 langsamer wurde. Für die öffentlichen Haushalte ist das relevant, weil schwächeres Revenue auch die Steuerbasis drückt.
Das ist der nüchterne Teil der Debatte. Wenn Zimmererlöse langsamer steigen, schrumpft der Spielraum für neue Abgaben oder zusätzliche Zweckbindungen. Dann wird aus einer Hotelsteuer schnell eine Standortfrage: Wie viel Belastung verträgt der Markt, bevor Gäste ausweichen?
Die drei Streitpunkte für Städte und Hoteliers
- Zweckbindung: Fließt das Geld wirklich in Tourismus, Verkehr oder Infrastruktur?
- Transparenz: Verstehen Gäste auf der Rechnung noch, wofür sie zahlen?
- Kontrolle: Wer entscheidet über die Mittel — Politik, Verwaltung oder Tourismusorganisation?
Für Hoteliers lohnt sich der Blick über den reinen Steuersatz hinaus. Entscheidend ist die Gesamtlast auf der Rechnung und die Frage, ob die Abgaben messbar in den Markt zurückfließen. Wer das nicht erklären kann, verliert schnell Vertrauen. Und das ist im Hotelgeschäft selten ein guter Deal.
Für Städte gilt das Gegenteil: Je sauberer sie Einnahmen und Zweck offenlegen, desto eher akzeptiert der Markt die Abgabe. Nicht schön. Aber nachvollziehbar.

