Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Mai 2026 real 2,0 Prozent weniger umgesetzt als im April. Gegenüber Mai 2025 lag das Minus bei 6,0 Prozent. Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen kamen im Monatsvergleich auf minus 0,9 Prozent, die Gastronomie auf minus 1,9 Prozent.
Die Zahlen im Mai 2026
Die neue Destatis-Mitteilung vom 21. Juli 2026 zeigt ein schwächeres Bild für das Gastgewerbe: Real lag der Umsatz im Mai 2026 um 2,0 Prozent unter dem Vormonat, nominal um 2,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich rutschte der reale Umsatz um 6,0 Prozent ab, der nominale Wert um 0,3 Prozent.
Gastgewerbe auf einen Blick
- Mai 2026 vs. April 2026
- -2,0 % real
- Mai 2026 vs. April 2026
- -2,1 % nominal
- Mai 2026 vs. Mai 2025
- -6,0 % real
- Mai 2026 vs. Mai 2025
- -0,3 % nominal
Destatis weist Nettoumsätze aus, also ohne Mehrwertsteuer. Die realen Werte sind preisbereinigt. Für den kurzfristigen Blick zählt vor allem der Vergleich zum Vormonat, weil er die aktuelle Entwicklung besser zeigt als der Vorjahresvergleich.
Wo der Rückgang besonders spürbar war
In der Beherbergung fiel der Umsatz im Mai 2026 gegenüber April 2026 real um 0,9 Prozent und nominal um 1,4 Prozent. Gegenüber Mai 2025 stand real ein Minus von 2,8 Prozent in den Büchern, nominal lag das Minus bei 1,0 Prozent.
- Beherbergung: -0,9 Prozent real zum Vormonat
- Gastronomie: -1,9 Prozent real zum Vormonat
- Gastgewerbe gesamt: -2,0 Prozent real zum Vormonat
In der Gastronomie war der Rückgang stärker. Gegenüber April 2026 sank der reale Umsatz um 1,9 Prozent, nominal um 1,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich fiel der reale Umsatz um 7,1 Prozent. Nominal stand dort noch ein Plus von 0,7 Prozent.
Was das auseinanderzieht
Der Unterschied zwischen real und nominal zeigt vor allem eins: Preise spielen weiter eine große Rolle. Wenn nominale Werte stabiler wirken als reale, frisst der Preisauftrieb einen Teil der Nachfrage auf. Genau deshalb schaut die Branche bei solchen Meldungen zuerst auf die preisbereinigten Zahlen.
Warum der Vorjahresvergleich hier trügt
Destatis weist selbst darauf hin, dass die Zeitreihen kalender- und saisonbereinigt separat berechnet werden. Deshalb können die Veränderungsraten der Aggregate von denen der Unterpositionen abweichen. Dazu kommt: In den Sommermonaten laufen Gastgewerbe- und Tourismusstatistik nicht immer exakt parallel, weil Umsätze in Beherbergungsbetrieben zeitlich versetzt zu Übernachtungen anfallen können.
- Vormonatsvergleich: gut für die kurzfristige Lage
- Vorjahresvergleich: gut für das Niveau
- Nominal und real immer getrennt lesen
- Sommermonate besonders vorsichtig einordnen
Was Hoteliers und Gastronomen daraus mitnehmen
Die Meldung liefert keine einfachen Lösungen, aber einen klaren Hinweis: Der Markt steht unter Druck. Wer jetzt nur auf Umsatz schaut, sieht zu wenig. Wichtiger sind Frequenz, Durchschnittsbon, Personalkosten und Wareneinsatz. Genau an diesen Stellen entscheidet sich, ob ein Minus bei Gästen noch abgefedert werden kann.
Prüf zuerst Monatsumsatz und Vorjahreswert getrennt. Dann geh einen Schritt weiter: Tischumschlag, Zimmerauslastung, ADR, RevPAR, Wareneinsatz und Personaleinsatz pro Umsatz-Euro. Nur so erkennst du, ob dein Betrieb wirklich schwächer läuft oder ob vor allem die Preisbereinigung das Bild drückt.
Die nächste Zahl kommt meist schon einen Monat später. Für viele Betriebe ist genau das der Punkt: nicht abwarten, sondern früh gegensteuern.

