IHG Hotels & Resorts hat im ersten Quartal 2026 in der Amerika-Region 24 Hotels eröffnet und 65 weitere in die Pipeline aufgenommen – das entspricht knapp 6.000 Zimmern. Die Signings legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 30 Prozent zu. RevPAR wuchs in jeder Markenklasse und jedem IHG-Brand der Region.
Die USA treiben das Wachstum, flankiert von starken Zuwächsen in Zentralamerika, der Karibik und Kanada. Für Franchisenehmer und Investoren ist das ein klares Signal: IHG baut seine Position im größten eigenen Markt konsequent aus.
Essentials & Suites: Der Wachstumsmotor läuft
Das Segment Essentials & Suites bleibt das Rückgrat der Amerika-Pipeline. 23 Signings entfielen allein auf die Holiday Inn Brand Family. Die drei Suites-Marken Staybridge Suites, Candlewood Suites und Atwell Suites stellen zusammen mehr als ein Drittel der gesamten regionalen Pipeline – mit 22 kombinierten Signings in Q1, darunter der Debüt von Atwell Suites in Puerto Rico.
Conversion-Marke Garner beschleunigt sich spürbar: 14 Signings und 8 Eröffnungen in einem einzigen Quartal, inklusive des Mexiko-Einstiegs. Global steht Garner inzwischen bei fast 200 offenen und geplanten Hotels. avid hotels hat eine Pipeline von knapp 120 Objekten – mehr als doppelt so viele wie der aktuelle Bestand.
Premium und Luxury: Neue Märkte, neue Marken
voco hotels wächst am schnellsten im Premium-Segment. In Q1 eröffneten das voco Times Square – Broadway in New York sowie das erste All-Inclusive-Haus der Marke in Port St. Lucie, Florida (voco Sandpiper). Mit der Signing des voco Honolulu betritt die Marke Hawaii erstmals. Parallel feierte die Stadthotellerie-Marke Ruby ihren US-Einstand in Chicago – ein Beleg, dass Franchisenehmer auch für Lifestyle-Konzepte mit höherem ADR-Potenzial offen sind.
Im Luxury-&-Lifestyle-Segment öffneten vier Häuser die Türen:
- Kimpton Era Midtown in New York City
- Kimpton Miralina Resort & Villas in Scottsdale, Arizona
- Kimpton Mirador Pacific Grove Monterrey in Kalifornien
- Hotel Indigo Turks & Caicos Grace Bay – erstes IHG-Haus auf der Insel
Turks & Caicos ist dabei kein Einzelfall: InterContinental und Kimpton sollen dort bald folgen. Neu in der Pipeline ist außerdem ein Six Senses-Resort mit Residenzen in der Utah-Wüste (Six Senses Camp Korongo) – IHG treibt damit das obere Luxussegment weiter aus.
Ein zentrales Muster hinter den Zahlen: Viele Signings entfallen auf Conversion-Objekte – also Bestandshotels, die unter eine IHG-Marke wechseln. Das senkt die Bauzeit, reduziert das Kapitalrisiko für Owner und verkürzt den Weg zur Profitabilität. Garner wurde explizit als Conversion-Marke entwickelt, voco ebenfalls. Für Investoren, die heute Bestandsimmobilien halten, lohnt sich ein Blick auf IHGs Conversion-Programm – gerade im gehobenen Segment sind die Einstiegshürden überschaubar.
Was dahinter steckt: Demand-Treiber in Amerika
Das RevPAR-Wachstum in Q1 kam laut IHG aus drei Quellen:
- Business Travel: Erholung im klassischen Geschäftsreisesegment, besonders in den USA
- Group Travel: Tagungen, Events und Incentive-Reisen ziehen deutlich an
- Leisure: Robuste Privatreisen-Nachfrage, gerade in der Karibik und Zentralamerika
Die Kombination aus allen drei Segmenten ist für Hoteliers wichtig: Sie macht die Performance weniger abhängig von einzelnen Buchungsquellen und stabilisiert die Auslastung über unterschiedliche Wochentage hinweg.
„Our new deal growth reflects the strength across our entire brand portfolio and the confidence owners have in IHG. Pipeline additions were up more than 30 percent year-over-year in the first quarter, driven by continued demand for conversion opportunities and growth across key segments including Suites and the Holiday Inn brand family.“
– Mark Sergot, Chief Development Officer Americas, IHG Hotels & Resorts
Was bedeutet das für die Branche?
IHG ist mit seiner Amerika-Region der größte Markt des Konzerns – und die Quartalszahlen zeigen, dass das Wachstum kein Ausrutscher ist. Wer als Hotelier oder Investor in der Region aktiv ist, beobachtet hier ein klares Signal: Die großen Systeme gewinnen weiter Marktanteile, vor allem über Conversion-Produkte.
Gleichzeitig zeigt das Luxury-&-Lifestyle-Wachstum, dass die Grenzen zwischen klassischer Systemhotellerie und Boutique-Konzepten weiter verschwimmen. Kimpton, Ruby, Six Senses – all das sind Marken, die vor zehn Jahren nicht zu einem klassischen Konzernportfolio gepasst hätten. Heute sind sie Wachstumstreiber.

