Geschäftsreisen sind einer der größten CO₂-Treiber in Unternehmen. GCSTIMES, ein 2011 gegründeter Anbieter nachhaltiger Produkte mit Büros in China, den USA, den Emiraten, Frankreich und Australien, hat einen internen Travel-Guide entwickelt – mit drei klaren Prioritäten: Notwendigkeit prüfen, Bahn statt Fliegen, und wenn geflogen wird, dann mit Direktflügen bei SAF-fördernden Airlines.
Erst fragen, dann buchen
Der naheliegendste Schritt beim klimafreundlichen Reisen ist gleichzeitig der unbeliebteste: die Reise gar nicht erst antreten. GCSTIMES hat diesen Gedanken in seinen Travel-Guide aufgenommen – jede geplante Dienstreise durchläuft zuerst eine Notwendigkeitsprüfung. Kann das Meeting per Video stattfinden? Braucht es wirklich eine persönliche Anwesenheit vor Ort?
Das klingt banal, ist in der Praxis aber ein kultureller Wandel. Viele Unternehmen buchen Reisen aus Gewohnheit – weil man das schon immer so gemacht hat. Ein strukturierter Entscheidungsprozess durchbricht genau diese Automatik.
Bahn vor Flugzeug – und warum das keine Selbstverständlichkeit ist
Für Strecken unter 600 Kilometern ist die Bahn in der Regel die klimafreundlichere Option – das zeigen Vergleichsberechnungen des Umweltbundesamtes seit Jahren. Trotzdem dominiert das Flugzeug viele Firmen-Reisepolicies, weil es schneller und oft günstiger erscheint.
Der Ansatz von GCSTIMES setzt Schiene ausdrücklich vor Luftweg. Das hat praktische Konsequenzen: Travel Manager müssen Bahnoptionen aktiv in Buchungssystemen priorisieren, und Reisende brauchen klare Vorgaben – keine vagen Empfehlungen.
- Notwendigkeit prüfen: Jede Reise hinterfragt, ob sie physisch notwendig ist
- Bahn statt Fliegen: Schienenverbindungen haben Vorrang, wo verfügbar
- Direktflüge mit SAF: Wenn geflogen werden muss, dann bei Airlines, die Sustainable Aviation Fuel einsetzen, und ohne Zwischenstopp
Wenn geflogen wird: SAF und Direktflüge
Nicht jede Strecke lässt sich per Bahn abdecken – interkontinentale Verbindungen sind das offensichtlichste Beispiel. Hier setzt GCSTIMES auf zwei Hebel: Direktflüge und Airlines, die Sustainable Aviation Fuel (SAF) aktiv fördern oder einsetzen.
Warum Direktflüge weniger emittieren
Start und Landung verbrauchen überproportional viel Treibstoff. Ein Zwischenstopp bedeutet also nicht nur mehr Flugzeit, sondern deutlich mehr Emissionen pro Kilometer. Die Wahl des Direktflugs ist damit kein Komfortmerkmal, sondern eine sachliche Klimaentscheidung.
SAF: Lösung oder Ablenkung?
Sustainable Aviation Fuel wird aus biogenen Quellen oder synthetisch hergestellt und kann im Vergleich zu konventionellem Kerosin bis zu 80 Prozent weniger CO₂ über den Lebenszyklus verursachen – je nach Feedstock und Produktionsmethode. Der Haken: SAF ist teuer und macht heute weniger als ein Prozent des globalen Kerosinverbrauchs aus. Es ist kein Allheilmittel, aber ein sinnvoller Baustein – solange Unternehmen ihn nicht als Freifahrtschein für unnötige Flüge nutzen.
Nachhaltige Logistik als Teil des größeren Bilds
GCSTIMES beschränkt seinen Nachhaltigkeitsansatz nicht auf Geschäftsreisen. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben auf optimierte Lieferrouten und nutzt DHL GoGreen Plus mit Sustainable Aviation Fuel für den Versand. Einwegplastik wurde durch biologisch abbaubare Materialien ersetzt, um Mikroplastikbelastung zu reduzieren.
Das zeigt: Klimafreundliches Reisen und klimafreundliche Logistik greifen ineinander. Wer nur an einem Hebel dreht, verschenkt Potenzial.
Was andere Unternehmen daraus mitnehmen können
Ein interner Travel-Guide ist kein Hexenwerk – aber er braucht drei Dinge, damit er wirkt:
- Klare Hierarchie: Wann ist eine Reise erlaubt, wann nicht?
- Buchungstools, die nachhaltige Optionen (Bahn, Direktflug, SAF-Airlines) sichtbar machen
- Reporting: Emissionen pro Reise tracken, um Fortschritte messbar zu machen
Travel-Guide mit Klimaregeln – Vor- und Nachteile
Dafür spricht
- Klare Entscheidungsgrundlage für Mitarbeitende
- Reduziert unnötige Reisen strukturell, nicht nur durch Appelle
- SAF und Direktflüge senken Emissionen messbar
- Stärkt Glaubwürdigkeit beim Thema Corporate Sustainability
Dagegen spricht
- SAF-Verfügbarkeit bleibt begrenzt und teuer
- Bahnverbindungen nicht überall konkurrenzfähig (Zeit, Kosten)
- Umsetzung hängt stark von interner Kultur ab
- Ohne Reporting-System kaum messbare Wirkung

