Die Non-Profit-Organisation Travel Foundation hat sich in Travel Forward umbenannt und startet eine neue globale Mitglieder-Community. Ziel: Destinationen und Reiseunternehmen gemeinsam gegen Klimarisiken, Overtourism und wirtschaftliche Ungleichheit handlungsfähig machen. Die Organisation blickt auf über 20 Jahre Arbeit in mehr als 50 Ländern zurück.
Travel Forward — bisher bekannt als Travel Foundation — hat sich neu aufgestellt. Der Rebrand ist kein kosmetischer Schritt: Dahinter steckt eine neue Struktur, mit der das britische Non-Profit-Unternehmen eine globale Mitglieder-Community aufbaut. Destinationen, Reiseveranstalter und Tourismusunternehmen sollen dort gemeinsam an Lösungen für die drängendsten Probleme der Branche arbeiten.
Warum jetzt?
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Tourismusdestinationen weltweit stehen unter Druck — von mehreren Seiten gleichzeitig. Rekordarrivalen in beliebten Regionen, wachsende Klimaschäden und eine zunehmend ungleiche Verteilung wirtschaftlicher Erträge setzen lokale Gemeinschaften, Unternehmen und ganze Destinationswirtschaften unter Stress.
- Klimarisiko: Extremwetter, Hitze und steigende Meeresspiegel gefährden touristisch abhängige Regionen direkt.
- Besucherdruck (Overtourism): Rekordankünfte und Übernachtungszahlen belasten Infrastruktur, Natur und lokale Bevölkerung.
- Economic Leakage: Einnahmen aus dem Tourismus fließen häufig nicht in lokale Wirtschaftskreisläufe, sondern ab — in internationale Konzerne oder Intermediäre.
Was die neue Community konkret macht
Die Mitglieder-Community bringt Destinationen und globale Reiseunternehmen erstmals strukturiert zusammen — unter dem Dach einer unabhängigen, gemeinnützigen Organisation. Der Ansatz: kollektives Handeln statt Einzellösungen. Travel Forward arbeitet nach eigenen Angaben mit nationalen und regionalen Tourismusbehörden, internationalen Organisationen sowie Forschungseinrichtungen zusammen.
Das ist keine Startupidee ohne Substanz. Die Organisation ist Mitautorin der Glasgow Declaration on Climate Action in Tourism — einem der zentralen internationalen Rahmenwerke für klimakompatiblen Tourismus. Zwei Jahrzehnte Erfahrung in über 50 Ländern stecken hinter dem neuen Markennamen.
Was steckt hinter dem Rebrand?
Der Namenswechsel von Travel Foundation zu Travel Forward ist auch ein Signal: Die Organisation will nicht mehr primär als Forschungs- und Advocacy-Body wahrgenommen werden, sondern als operativer Treiber kollektiver Maßnahmen. „Forward“ statt „Foundation“ — der Fokus verschiebt sich vom Fundament zum Schritt nach vorn.
Travel Forward bleibt dabei vollständig unabhängig — als globale Charity ohne Eigeninteresse an einzelnen Anbietern oder Destinationen. Das ist für eine Vermittlerrolle zwischen konkurrierenden Akteuren strukturell entscheidend.Relevant für wen?
Für Fachkräfte in Hotellerie, Gastronomie und Destinationsmanagement wird diese Community interessant, wenn sie wirklich operative Werkzeuge liefert — also konkrete Frameworks, Pilotprojekte und Netzwerkzugang. Reine Deklarationen kennt die Branche schon zur Genüge.
- Destinationsmanager und DMOs, die Klimaresilienz-Strategien entwickeln wollen
- Reiseveranstalter mit Nachhaltigkeitszielen, die externe Verifikation suchen
- Hotels und Betriebe in touristisch stark frequentierten Regionen
- Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Tourismus

