Die Asia-Pacific-Region bleibt 2026 der weltweit größte Markt für Business Travel – mit prognostizierten Ausgaben von über 700 Milliarden US-Dollar. China allein macht davon rund 408 Milliarden aus. Das geht aus neuen Daten der Global Business Travel Association (GBTA) hervor, die auf der APAC Conference 2026 in Singapur vorgestellt wurden.
700 Milliarden Dollar: APAC dominiert den globalen Markt
Mehr als 1.100 Delegierte kamen zur GBTA APAC Conference in Singapur – und die dort präsentierten Zahlen sprechen für sich. Asien-Pazifik wächst schneller als jede andere Region der Welt, selbst wenn man geopolitische Spannungen und Handelskonflikte einrechnet. Das Wachstumstempo hat sich nach dem Boom von 2023 und 2024 zwar etwas verlangsamt, aber die Nachfrage bleibt stark.
Global betrachtet sollen die Business-Travel-Ausgaben 2025 erstmals die Marke von 1,57 Billionen US-Dollar erreichen – ein Wachstum von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 rechnet die GBTA mit einer Beschleunigung auf 8,1 Prozent. APAC treibt diesen Trend maßgeblich an.
China dominiert – aber Japan, Südkorea und Indien holen auf
Mit 408 Milliarden Dollar projizierter Ausgaben 2026 ist China mehr als nur der Platzhirsch in der Region. Das entspricht knapp 58 Prozent des gesamten APAC-Budgets. Gleichzeitig verzeichnen Japan, Südkorea und Indien eigene Wachstumsimpulse – getrieben von wieder anziehenden internationalen Flugverbindungen und dem Comeback grenzüberschreitender Geschäftsreisen nach den Pandemie-Jahren.
Der internationale Reiseverkehr aus APAC heraus ist laut GBTA auf Rekordniveau: Ausgehende Reiseströme aus der Region gehören zu den stärksten weltweit. Das ist kein kurzfristiger Effekt – die strukturelle Nachfrage nach persönlichen Geschäftskontakten bleibt stabil, auch wenn Videokonferenz-Tools aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.
- China: Wiederanstieg des Outbound-Reiseverkehrs nach 2022/23, große Inlandsmärkte
- Japan: Yen-Schwäche zieht internationale Geschäftsreisende an, Exportwirtschaft brummt
- Südkorea: Tech- und Halbleiter-Industrie erfordert intensive internationale Zusammenarbeit
- Indien: Stärkstes Wirtschaftswachstum unter den G20-Staaten, wachsende Mittelklasse mit Reisenachfrage
- Singapur: Regional Hub für internationale Konferenzen und Headquarters multinationaler Konzerne
Geopolitik als Bremse – aber kein Stopp
Der globale Rückenwind hat Grenzen. Handelsspannungen – vor allem zwischen den USA und China –, politische Unsicherheiten und Währungsvolatilität bremsen das Wachstum spürbar ab. Deswegen rechnet die GBTA für 2025 nur mit 6,6 Prozent Zuwachs statt der ursprünglich erwarteten höheren Raten. Aber: Für 2026 kehrt Optimismus zurück. Die Prognose von 8,1 Prozent globalem Wachstum zeigt, dass die Branche strukturelle Stärke hat.
Für Hoteliers und Travel Manager in der DACH-Region lohnt sich der Blick nach Osten: Wer APAC-Märkte bedient oder Lieferanten und Partner dort hat, muss Kapazitäten und Buchungsvoläufe entsprechend planen. Die Nachfrage nach gut ausgestatteten Business-Hotels, flexiblen Meetingräumen und nahtlosen Check-in-Prozessen wächst in der Region schneller als irgendwo sonst.
Was das für die Hospitality-Branche bedeutet
Die Zahlen der GBTA sind mehr als eine Marktprognose – sie zeigen, wo Investitionen hingehen. Business-Travel-Ausgaben landen direkt in Hotels, Restaurants, Konferenzzentren und bei Mobilitätsdienstleistern. In einer Region mit über 700 Milliarden Dollar Jahresvolumen verschieben sich auch die Anforderungen:
- Flexibles Buchungsmanagement für kurzfristige Geschäftsreisen
- Hochwertige Konnektivität und Tech-Infrastruktur in jedem Zimmer
- Loyalty-Programme, die international funktionieren (kein regionaler Flickenteppich)
- Compliance-freundliche Abrechnung für Unternehmenskunden
- Mehrsprachige Services – Chinesisch, Japanisch, Koreanisch als Standard in APAC-Properties
Internationale Kettenhotels wie Marriott, Hilton, IHG und Accor bauen ihre APAC-Pipeline seit Jahren konsequent aus. Das ist kein Zufall – sondern eine direkte Antwort auf diese Marktdaten. Für unabhängige Häuser und kleinere Ketten wird es entscheidend, ob sie die Infrastruktur für Business Traveler liefern können oder ob sie dieses Segment den Großen überlassen.

