Vier große indische Reiseunternehmen haben in ihren Quartalscalls über KI gesprochen. Die Botschaft ist klar: Nicht alle verfolgen die gleiche Strategie.
Ixigo setzt am stärksten auf eine KI-neu gedachte App. MakeMyTrip und Yatra arbeiten an Assistenten, TBO und weitere Firmen nutzen KI eher für interne Abläufe und Produktivität.
Was in den Calls auffällt
No Indian travel earnings call is complete without an AI pitch anymore. So bringt es Skift auf den Punkt. In den Calls von MakeMyTrip, Ixigo, TBO Tek und Yatra ging es nicht nur um Effizienz. Es ging darum, wie Reisen in Indien künftig bedient werden.
Die Spannweite ist groß. Einige Firmen bauen ihre Apps um KI herum neu. Andere nutzen KI vor allem, um Service-Anfragen schneller zu bearbeiten oder interne Arbeit zu verkürzen. Das ist ein deutlicher Unterschied. Und genau der macht den Markt gerade spannend.
- Ixigo will eine conversational App bauen, die mit Vorlieben arbeitet.
- MakeMyTrip und Yatra zeigen generative Assistenten.
- TBO setzt den Fokus eher auf operative Abläufe.
- Die Richtung ist klar: KI soll nicht nur Support ersetzen, sondern Buchung und Planung verändern.
Ixigo geht am weitesten
Ixigo Co-Founder und Co-CEO Rajnish Kumar sprach im Earnings Call am 21. Mai ausführlich über Ixigo NEXT. Laut der Quelle versteht das Unternehmen das nicht als einfachen Chatbot in einer bestehenden App, sondern als neue Art, mit Travel-Software umzugehen.
Was Ixigo daraus macht
Statt Menüs und Filtern sollen Nutzer künftig Gespräche mit der App führen. Die App soll Präferenzen erinnern und Reiseplanung stärker über Dialog lösen. Laut der zusätzlichen Webrecherche stammt außerdem die Aussage von Kumar, dass inzwischen über 40 % des Codes KI-generiert sind. Das ist ein harter Einschnitt. Kein hübsches Pilotprojekt, sondern tiefer Umbau.
MakeMyTrip und Yatra setzen auf Assistenten
MakeMyTrip und Yatra haben generative Reiseassistenten vorgestellt. In der Recherche tauchen dafür die Namen DIYA und Myra auf. Beide zeigen die Richtung: Reiseplanung soll einfacher, persönlicher und direkter werden. Sprache wird dabei zum Interface.
Warum das wichtig ist
Für Nutzer heißt das: weniger Klicks, weniger Filter, mehr Direktdialog. Für die Anbieter heißt das: mehr Kontrolle über die Nutzerreise und mehr Daten über Suchintentionen. Das verschiebt den Wettbewerb weg von klassischen Listen und hin zu Assistenten, die Vorschläge machen, statt nur Ergebnisse auszugeben.
- Gespräche statt Suchmasken
- Mehrsprachige Bedienung
- Mehr Automatisierung im Service
- Weniger Reibung bei Standardanfragen
TBO wirkt vorsichtiger
Bei TBO Tek klingt die Story anders. Der Anbieter spricht über KI, aber eher mit Blick auf Produktivität und operative Prozesse. Das passt zu einem B2B-Modell, bei dem Geschwindigkeit, Abwicklung und Service oft wichtiger sind als ein sichtbarer Frontend-Hype.
Genau das macht die Unterschiede in Indien interessant. Die einen bauen auf sichtbare AI-Features für Reisende. Die anderen setzen auf Effizienz im Hintergrund. Beides kann funktionieren. Aber es sind zwei verschiedene Wetten.
- KI im Travel-Bereich ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Chatbots.
- Wer die App neu denkt, greift tiefer ins Produkt ein.
- Wer KI nur intern nutzt, spart eher Zeit als Differenzierung.
- Der Markt testet gerade, was Kundschaft wirklich annimmt.
Was das für den Markt bedeutet
Die indischen Reisefirmen laufen nicht geschlossen in eine Richtung. Genau das ist die eigentliche Nachricht. Der Markt prüft gerade, ob KI wirklich die Buchungslogik verändert oder nur die Abläufe im Hintergrund schneller macht.
Für Reisende könnte das bald ziemlich konkret werden: Reiseapps, die dich und deine Vorlieben kennen. Assistenten, die in mehreren Sprachen antworten. Weniger Suche, mehr Vorschlag. Klingt gut? Ist es auch. Zumindest, wenn die Umsetzung sauber bleibt.
Die nächsten Earnings Calls werden zeigen, wer wirklich Produkt baut und wer nur KI sagt, um im Gespräch zu bleiben. Der Unterschied ist inzwischen ziemlich klar.


