Der Stadtrat von Los Angeles hat am 19. Mai 2026 Änderungen am Hotel-Mindestlohngesetz von 2025 verabschiedet. Die American Hotel & Lodging Association (AHLA) begrüßt den Schritt als überfällige Entlastung für eine Branche unter Kostendruck. Ein Volksbegehren zur vollständigen Abschaffung des Gesetzes war zuvor gescheitert.
Los Angeles korrigiert seinen Kurs beim Hotel-Mindestlohn. Der Stadtrat stimmte für Änderungen an der 2025 eingeführten Lohnregelung – und gibt damit einer Branche nach, die seit Monaten auf steigende Betriebskosten und sinkende Reisenachfrage verweist.
Was der Stadtrat beschlossen hat
Konkrete Zahlen zu den Änderungen – etwa neue Lohnstufen oder Übergangsfristen – hat der Stadtrat bislang nicht veröffentlicht. Klar ist: Die Amendments sollen den wirtschaftlichen Druck auf Hotels dämpfen, der laut Branchenverband AHLA seit Einführung des ursprünglichen Gesetzes erheblich gestiegen ist.
AHLA-Präsidentin und CEO Rosanna Maietta erklärte nach der Abstimmung: „The City Council today took an important step to provide the hotel industry with the relief it desperately needed.“ Maietta hatte die Lohnregelung bereits seit ihrer Einführung kritisiert und auf sinkende Reisezahlen sowie steigende Kosten hingewiesen.
Vorgeschichte: Referendum gescheitert
Vor den Änderungen hatte die Branche versucht, das Gesetz per Volksbegehren vollständig zu kippen. Das Referendum kam nicht zustande – zu wenige Unterschriften. Maietta kommentierte das damals so: Zehntausende LA-Wählerinnen und Wähler hätten dennoch signalisiert, dass die wirtschaftlichen Folgen der Regelung weit über die Hotelbranche hinausreichen würden.
- Los Angeles führte 2025 ein spezifisches Mindestlohngesetz für Hotels ein – getrennt vom allgemeinen Stadtmindestlohn.
- Ziel: bessere Bezahlung für Hotelbeschäftigte in einer der teuersten Städte der USA.
- Kritik der AHLA: Das Gesetz treffe Hotels in einer Phase schwacher Nachfrage und hoher Betriebskosten besonders hart.
- Volksbegehren zur Abschaffung: gescheitert, Unterschriften nicht ausreichend.
- Stadtratsbeschluss zu Änderungen: 19. Mai 2026.
Was das für die Branche bedeutet
Lokale Mindestlohngesetze speziell für Hotels sind in US-Städten kein Einzelfall. Ähnliche Regelungen gibt es etwa in Long Beach und Seattle. Die LA-Debatte zeigt aber ein Muster: Wenn Lohngesetze ohne Rücksicht auf Auslastung und Nachfrage-Zyklen eingeführt werden, entstehen schnell politische Rückwirkungen.
Für europäische Hoteliers ist der Vorgang ein Fingerzeig – auch hierzulande diskutieren Gewerkschaft und Arbeitgeberverbände regelmäßig über sektorspezifische Lohnuntergrenzen, zuletzt im Rahmen der DEHOGA-Tarifverhandlungen.


