Booking.com hat mehr als 13.000 Menschen befragt. 45 Prozent der LGBTQ+-Business-Traveller haben ihre Identität aus Sicherheitsgründen verborgen, 42 Prozent lehnten Karriereschancen wegen fehlender Schutzregeln ihres Arbeitgebers ab.
Gleichzeitig bleibt Reisen für viele in mehr als 70 Ländern riskant, weil LGBTQ+ dort weiterhin strafbar ist. Das Thema ist also nicht nur ein Reisethema. Es ist auch Personal-, Compliance- und Managementfrage.
Warum die Zahlen ernst sind
Die neue Auswertung von Booking.com trifft einen wunden Punkt: Viele Firmen planen Dienstreisen wie Tickets und Hotelnächte. Die Sicherheit der Mitarbeitenden läuft oft nur nebenher.
Laut den Angaben zur Studie haben 45 Prozent der befragten LGBTQ+-Business-Traveller ihre Identität verborgen, um sich sicherer zu fühlen. 42 Prozent sagten Nein zu beruflichen Chancen, weil ihr Arbeitgeber keinen ausreichenden Schutz bot. Dazu kommt: In mehr als 70 Ländern ist LGBTQ+ sein weiter illegal. Das macht internationale Reisen für diese Gruppe deutlich komplizierter.
- 13.000+ Befragte in der Booking.com-Research.
- 45 % haben ihre Identität auf Reisen verborgen.
- 42 % lehnten Karrierechancen wegen fehlender Schutzregeln ab.
- Nur 13 % erhalten laut der erwähnten World-Travel-Protection-Erhebung vor der Reise LGBTQ+-Infos.
- Mehr als 70 Länder kriminalisieren LGBTQ+ weiterhin.
Wo Unternehmen oft zu spät reagieren
Viele Travel-Policies hören bei Preis und Buchung auf. Genau da entsteht das Problem. Wer auf Geschäftsreise geht, braucht mehr als die Info zum Flughafen und den Check-in-Code.
Vor der Reise
Nur 13 Prozent der Business Traveller bekommen laut der genannten Erhebung LGBTQ+-spezifische Infos vorab. Das ist wenig. Vor allem, wenn ein Zielort rechtlich oder gesellschaftlich heikel ist.
- Reisewarnungen und lokale Gesetze prüfen.
- Unterkunft und Transfer nach Sicherheitsaspekten auswählen.
- Ansprechperson für Vorfälle klar benennen.
Während der Reise
Für viele beginnt der Stress schon beim Einchecken. Wer das passende Hotel nicht kennt, fragt sich schnell: Kann ich offen auftreten? Muss ich aufpassen, wen ich wie anspreche? Genau hier braucht es klare Prozesse statt Bauchgefühl.
Was Arbeitgeber konkret ändern sollten
Die gute Nachricht: Vieles lässt sich sofort verbessern. Es braucht keine große Kampagne, sondern saubere Abläufe.
- Reiserichtlinien um einen Schutzteil für LGBTQ+ Mitarbeitende ergänzen.
- Vor jeder Reise ein kurzes Sicherheitsbriefing geben.
- Feedback nach Rückkehr systematisch einsammeln.
- Problemfälle dokumentieren und an HR sowie Travel Management weitergeben.
Feedback wird oft vergessen
Genau dort hakt es laut dem gelieferten Kontext besonders: Viele Firmen haben keinen klaren Prozess, um Rückmeldungen von LGBTQ+ Reisenden vor, während und nach einer Dienstreise zu sammeln. Ohne diese Daten bleibt jedes Risiko unsichtbar.
Organisationen wie Stonewall, GLAAD und IGLTA setzen seit Jahren auf mehr Sichtbarkeit und Schutz. Für Unternehmen heißt das: nicht nur Haltung zeigen, sondern Reiseabläufe daran messen.
Was der Markt damit zu tun hat
Der globale Geschäftsreisemarkt soll bis 2031 auf 2,4 Billionen US-Dollar wachsen, heißt es in der Zusatzrecherche. Mehr Reisen bedeuten aber nicht automatisch mehr Sicherheit. Im Gegenteil: Je mehr Trips ein Unternehmen bucht, desto größer wird die Verantwortung.
Für Hotels, TMCs und Travel Manager ist das Thema also doppelt relevant. Wer sichere, respektvolle Abläufe schafft, schützt Mitarbeitende und reduziert Reibung im Betrieb. Klingt trocken. Ist es aber nicht.


