Das Wichtigste in Kürze

Noble Investment Group aus Atlanta hat zehn Upscale-Hotels in den USA übernommen – darunter Marriott-, Hilton- und IHG-Brands. Betrieben werden die Häuser weiterhin von McKibbon Hotel Group. Mit dem Deal wächst das Noble-Portfolio in zwei Jahren auf insgesamt 48 Hotels.

Noble Investment Group macht einen weiteren großen Schritt. Der auf Hospitality spezialisierte Investor aus Atlanta hat eine Zehn-Objekte-Transaktion abgeschlossen und dabei ausschließlich auf Upscale-Select-Service- und Extended-Stay-Hotels gesetzt – Segmente, die Noble schon länger als strukturelle Wachstumswette betrachtet.

Was genau wurde gekauft?

Bei den zehn akquirierten Häusern handelt es sich um Premium-Branded-Hotels aus dem Portfolio von McKibbon Hotel Group – einem der bekanntesten Hotel-Developer und -Operators in den USA. Alle Objekte tragen Marriott- oder Hilton-Brands und liegen in fünf Bundesstaaten. Laut Unternehmensangaben umfasst das Portfolio insgesamt 1.306 Zimmer.

McKibbon bleibt nach dem Verkauf als Betreiber an Bord. Noble und McKibbon trennen also Eigentum und Betrieb – ein in der US-Hotellerie gängiges Modell, das beide Seiten in ihrer Kernkompetenz lässt.

DEAL IN ZAHLEN Noble-Akquisition auf einen Blick
10
Hotels übernommen
Upscale Select-Service und Extended-Stay, Marriott- und Hilton-Brands.
1.306
Zimmer gesamt
Verteilt auf fünf US-Bundesstaaten.
48
Hotels in 2 Jahren
Gesamtportfolio Noble nach dieser Transaktion.
Quelle: Angaben laut Pressemitteilung, Noble Investment Group, April 2026

Warum gerade Select-Service und Extended Stay?

Das ist kein Zufall. Beide Segmente gelten in der US-Hotellerie aktuell als besonders resilient: Select-Service-Hotels haben niedrigere Betriebskosten als Full-Service-Häuser, Extended-Stay-Produkte profitieren von längeren Aufenthalten und damit stabileren Auslastungen – auch in konjunkturschwachen Phasen.

Noble begründet die Investitionsstrategie mit zwei Faktoren: einem strukturell knappen Neubau-Angebot in diesen Segmenten und einer diversifizierten Nachfragebasis. Heißt: Die Gäste kommen nicht nur wegen Freizeit, sondern auch aus dem Workforce- und Corporate-Travel-Bereich – das glättet saisonale Schwankungen.

Extended Stay vs. Select Service – was ist der Unterschied?
  • Select-Service-Hotels bieten einen reduzierten, aber hochwertigen Service ohne vollständige F&B-Infrastruktur. Beispiele: Courtyard by Marriott, Hampton Inn.
  • Extended-Stay-Hotels sind auf Aufenthalte von mehreren Wochen oder Monaten ausgelegt – mit Küchenzeile, größeren Zimmern und Wäscheservice. Beispiele: Residence Inn, Homewood Suites, WoodSpring Suites.
  • Beide Segmente erzielen im US-Markt seit Jahren überdurchschnittliche Auslastungsraten gegenüber Full-Service-Häusern.

Vier Regionen, eine Strategie

Die zehn Objekte verteilen sich auf vier US-Regionen. Konkret genannt werden Florida, Georgia, South Carolina, Tennessee und Kentucky – klassische Märkte des US-Sunbelts mit starkem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren. Noble hat in diesen Märkten bereits Bestandsobjekte und kennt die lokale Nachfragedynamik.

Sunbelt-Märkte wie Georgia oder Florida sind bei US-Hospitality-Investoren gerade gefragt – niedrigere Steuern, Bevölkerungszuzug und ein wachsender Corporate-Travel-Markt machen diese Regionen attraktiver als viele Gateway-Cities.

McKibbon bleibt – und das ist kein Detail

Dass McKibbon Hotel Group als Betreiber an Bord bleibt, ist strategisch relevant. McKibbon gilt als einer der erfahrensten Marriott- und Hilton-Operatoren in den Südstaaten. Ein Betreiberwechsel nach einem Asset-Deal kostet Zeit, Geld und manchmal Mitarbeitende. Noble übernimmt also nicht nur Gebäude und Brands, sondern auch die operative Kontinuität – ein klares Signal, dass hier kein kurzfristiger Flip geplant ist.

48 Hotels in zwei Jahren: Noble im Wachstumsmodus

Mit dieser Transaktion hat Noble in zwei Jahren insgesamt 48 Hotels erworben. Das ist für einen auf Hospitality fokussierten Fonds ein erhebliches Tempo – und deutet auf ein günstiges Investitionsumfeld hin: Viele Eigentümer trennen sich von Einzelobjekten oder Portfolios, während institutionelles Kapital in das Segment strömt.

  • Noble fokussiert auf Upscale-Positionierung – keine Budget- oder Luxury-Objekte
  • Alle akquirierten Häuser tragen Franchise-Brands etablierter Hotelkonzerne (Marriott, Hilton, IHG, Choice)
  • Operative Kontinuität durch Beibehaltung der Betreiber ist ein Muster im Noble-Ansatz
  • Sunbelt- und Südost-Märkte dominieren das Zielgebiet

Ob Noble das Tempo hält, bleibt abzuwarten. Der US-Transaktionsmarkt für Hotelimmobilien ist 2025/2026 belebt, aber auch die Cap Rates stehen unter Druck. Käufer mit starkem Netzwerk zu Betreibern wie McKibbon haben dabei strukturelle Vorteile.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche Hotel-Brands hat Noble Investment Group bei dieser Akquisition erworben?

Noble hat zehn Hotels unter Marriott- und Hilton-Brands erworben – alles Upscale-Select-Service- und Extended-Stay-Produkte. Betreiber bleibt McKibbon Hotel Group.

In welchen US-Bundesstaaten liegen die zehn Hotels?

Die Objekte verteilen sich auf Florida, Georgia, South Carolina, Tennessee und Kentucky – klassische Sunbelt-Märkte im Südosten der USA.

Wie viele Hotels hat Noble insgesamt in den letzten zwei Jahren gekauft?

Mit dieser Transaktion kommt Noble Investment Group auf insgesamt 48 Hotels, die in den vergangenen zwei Jahren erworben wurden.

Was ist der Unterschied zwischen Extended Stay und Select Service?

Select-Service-Hotels bieten hochwertigen, aber reduzierten Service ohne vollständige Gastronomie. Extended-Stay-Hotels sind auf Aufenthalte von mehreren Wochen ausgelegt und verfügen über Küchenzeilen und größere Zimmer.

Warum bleibt McKibbon Hotel Group nach dem Verkauf als Betreiber?

Noble behält McKibbon als Operator, um operative Kontinuität zu sichern. Ein Betreiberwechsel nach einem Asset-Deal kostet Zeit und Geld – und McKibbon gilt als erfahrener Marriott- und Hilton-Operator in den Südstaaten.
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