Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 in Deutschland 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Das sind 13,0 % mehr als 2024 und 83,4 % mehr als 2019.
Destatis nutzt dafür Unternehmensdaten der EU-Statistikbehörde Eurostat als Ergänzung zur amtlichen Tourismusstatistik. Der Effekt von TripAdvisor fällt dabei laut Destatis sehr gering aus.
68,3 Millionen Übernachtungen liefen 2025 über die drei Plattformen. 94 % davon entfielen auf Betriebe mit weniger als 10 Betten. Und 64,1 Millionen Übernachtungen tauchen nicht in der amtlichen Tourismusstatistik auf, weil sie kleinere Anbieter betreffen.
Die Zahl zeigt vor allem eines: Ferienwohnungen und Ferienhäuser laufen in Deutschland längst nicht mehr nur nebenbei. Wer die Entwicklung der Destatis-Meldung vom 28. Juli 2026 liest, sieht ein Segment mit Gewicht. Und mit Lücken in der Statistik.
Was Destatis hier eigentlich misst
Die Statistik bezieht sich auf Buchungen über Airbnb, Booking.com und Expedia. TripAdvisor ist 2025 nicht mehr dabei. Destatis schreibt selbst, dass die Auswirkungen des Wegfalls nicht quantifizierbar sind. Gleichzeitig stuft die Behörde sie als sehr gering ein, weil TripAdvisor die kleinste der beteiligten Plattformen war.
- 2025: 68,3 Millionen Übernachtungen über drei Plattformen
- 2024: 13,0 % weniger als 2025
- 2019: 37,2 Millionen Übernachtungen, also 83,4 % unter dem Wert von 2025
Das ist keine kleine Verschiebung. Das ist ein Markt, der seit 2019 klar gewachsen ist. Und zwar trotz Plattformwechsel im Datensatz.
Warum die Vergleichswerte nicht 1:1 sind
Destatis warnt selbst vor einer Verzerrung: Wer immer mehr über Plattformen bucht, verändert den Jahresvergleich. Der Anstieg hängt also nicht nur mit mehr Reisen zusammen. Ein Teil kommt schlicht daher, dass sich Buchungswege verschieben.
Warum kleine Anbieter hier so wichtig sind
Rund 94 % der über die Plattformen gebuchten Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern stammen aus Betrieben mit weniger als 10 Betten. Dahinter stehen oft private Vermieterinnen und Vermieter, die im Nebenerwerb arbeiten. Das ist der Kern des Segments: kleinteilig, verstreut, oft außerhalb klassischer Hotelstrukturen.
Was das für Hotellerie und Ferienvermietung heißt
Für Hotels ist das keine Randnotiz. Wer Destinationen plant, schaut bei Ferienunterkünften längst mit auf die Auslastung. Vor allem in Regionen mit vielen privaten Gastgebern kann dieses Segment die Nachfrage sichtbar abziehen oder ergänzen.
Für Vermieterinnen und Vermieter steckt darin auch ein Signal: Plattformen bleiben ein zentraler Vertriebskanal. Wer dort sichtbar ist, verkauft. Wer dort fehlt, bleibt oft unsichtbar.
- Plattformdaten ergänzen die amtliche Statistik, ersetzen sie aber nicht.
- Kleine Anbieter prägen das Segment stärker als große Häuser.
- Der Inlandstourismus treibt einen großen Teil des Wachstums.
Inland und Ausland entwickeln sich unterschiedlich
Die Buchungen aus dem Inland stiegen 2025 um 15,3 % auf 48,5 Millionen. Die Buchungen aus dem Ausland legten um 7,8 % auf 19,8 Millionen zu. Der Binnenmarkt zieht also stärker an als das internationale Geschäft.
Das passt ins Bild: Ferienwohnungen sind für Kurztrips, Familien und Wochenenden oft die naheliegende Wahl. Und genau dort sitzt ein großer Teil der Nachfrage.
Wie du die Zahl richtig liest
Die 68,3 Millionen sind stark, aber sie sind kein Gesamtbild aller Ferienunterkünfte in Deutschland. Destatis selbst verweist darauf, dass die Plattformdaten die amtliche Tourismusstatistik ergänzen. Die beiden Datenquellen messen also verschiedene Ausschnitte.
Online-Plattformdaten: hilfreich, aber nicht komplett
Dafür spricht
- Zeigt Buchungen bei kleinen Anbietern
- Erfasst digitale Nachfrage sehr direkt
- Ergänzt die amtliche Statistik sinnvoll
Dagegen spricht
- Nicht alle Plattformen sind enthalten
- Vergleiche können durch Plattformwechsel kippen
- Keine feine Trennung nach einzelnen Anbietern
Wer damit arbeitet, sollte also zwei Ebenen trennen: die echte Marktentwicklung und die Statistiklogik dahinter. Sonst liest du aus Wachstum schnell zu viel heraus.
"Da keine plattformspezifischen, sondern nur aggregierte Daten der beteiligten Plattformen verfügbar sind, können die Auswirkungen des Wegfalls von TripAdvisor nicht quantifiziert werden."
– Statistisches Bundesamt (Destatis)

