Relais & Châteaux meldet für 2025 einen Umsatz von 3,308 Milliarden Euro, ein Plus von sieben Prozent. Dazu kommen 34 neue Häuser in 65 Ländern. Der Fokus bleibt klar: Gastronomie bringt den größten Teil der Erlöse, nicht das Zimmergeschäft.
Warum Relais & Châteaux weiter zulegt
Die Zahlen kommen aus dem Business Survey 2025 von Relais & Châteaux. Die Vereinigung kommt demnach auf 3,308 Milliarden Euro Gesamtumsatz. Grundlage sind Angaben von 94 Prozent der Mitgliedshäuser.
Spannend ist vor allem die Verteilung. 51 Prozent des weltweiten Umsatzes entfallen auf Hotels, 41 Prozent auf Food & Beverage. Der Rest stammt aus Spa-Angeboten, Erlebnissen und eigenen Produkten. Das zeigt ziemlich klar, wo das Netzwerk Geld verdient: am Tisch, nicht nur im Zimmer.
3,308 Mrd. Euro Gesamtumsatz in 2025
+7 % gegenüber dem Vorjahr
34 neue Häuser in 65 Ländern
94 % Beteiligung der Mitgliedshäuser an der Erhebung
Die Gastronomie zieht stärker als viele denken
Relais & Châteaux bestätigt damit ein Muster, das in der Luxushotellerie oft unterschätzt wird: Das Restaurant prägt Marke und Marge. Laut Survey machen reine Restaurants ohne Zimmer rund 15 Prozent der Mitglieder aus. Diese etwa 80 Betriebe kamen zusammen auf knapp 315 Millionen Euro Umsatz.
Was das Netzwerk nach vorn schiebt
- regionale Küche mit klarer Identität
- Hotels und Restaurants, die stark auf den Ort einzahlen
- hohe Zahlungsbereitschaft bei internationalen Gästen
- neue Häuser in Europa, Asien, Amerika und Afrika
Auch die Nachfrage wächst. Die Bewerbungen stiegen laut Survey von 540 auf 615. Das ist ein Plus von 14 Prozent. Für ein Netzwerk wie dieses ist das kein Zufall. Wer dort rein will, muss mit Küche, Haus und Lage liefern. Alles andere fällt schnell raus.
Deutschland und Österreich spielen mit, aber nicht vorn
In Deutschland kamen die 17 Mitgliedshäuser laut Bericht auf 103 Millionen Euro Umsatz. In Österreich lag der Umsatz der sieben teilnehmenden Häuser bei 35 Millionen Euro. In der Schweiz und in Liechtenstein setzten die 22 Mitgliedsbetriebe 143 Millionen Franken um, wie die zusätzliche Recherche zeigt.
Die wichtigsten Märkte liegen aber woanders. Der Survey nennt die USA als stärksten Markt mit 42 Prozent des von Reisenden generierten Umsatzes. Dahinter folgen Frankreich mit 11 Prozent, Großbritannien mit 9 Prozent und Deutschland mit 5 Prozent.
Was sich daraus für die Branche lesen lässt
- Luxusgäste suchen Erlebnisse mit klarer Herkunft.
- Restaurants sind für viele Häuser längst Ertragsmotoren.
- Internationale Marken funktionieren besonders gut, wenn sie lokal bleiben.
- Bewerbungen steigen, weil das Profil scharf genug ist.
Wachstum ja. Aber mit klaren Grenzen
Relais & Châteaux wächst weiter, doch nicht als beliebige Sammlung schöner Hotels. Das Netzwerk lebt von Selektion. 34 neue Häuser in einem Jahr sind viel, aber sie ändern die Logik nicht. Entscheidend bleibt, ob ein Haus in seine Region passt und kulinarisch etwas Eigenes mitbringt.
Für unabhängige Hotels und Restaurants ist das ein ziemlich klares Signal. Wer im oberen Segment mithalten will, braucht mehr als gute Zimmer und einen sauberen Service. Die Küche muss tragen. Die Positionierung auch.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Gesamtumsatz 2025: 3,308 Milliarden Euro
- Wachstum zum Vorjahr: 7 Prozent
- Neue Häuser: 34
- Länder im Netzwerk: 65
- Umsatzanteile: 51 Prozent Hotels, 41 Prozent Food & Beverage
Wenn du ein Boutiquehotel oder ein Restaurant führst, zeigt dieser Survey vor allem eines: Ein starkes kulinarisches Profil bringt Reichweite, Preisakzeptanz und Bewerberinteresse. Wer austauschbar bleibt, spielt in diesem Segment kaum eine Rolle.


