Die Schörghuber Gruppe hat 2025 einen aggregierten Umsatz von 1,79 Milliarden Euro erzielt. Arabella Hospitality steigt mit dem ersten Managementvertrag auf Ibiza ins White-Label-Operator-Management in Europa ein.
Die Schörghuber Gruppe hat ihr Geschäftsjahr 2025 mit 1,79 Milliarden Euro Umsatz abgeschlossen. Bereinigt um den Verkauf des Welfengartens im Vorjahr liegt das Plus bei vier Prozent gegenüber 1,72 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg ohne Sondereffekte auf 331,7 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag bei 4,88 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote bei 47,4 Prozent.
Umsatz 2025: 1,79 Milliarden Euro
Wachstum bereinigt: 4 Prozent
EBITDA: 331,7 Millionen Euro
Investitionen: 210,7 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 47,4 Prozent
Was den Umsatz getragen hat
Der größte Treiber kam nicht aus dem Hotelgeschäft, sondern aus der Paulaner Brauerei Gruppe. Die Schörghuber-Tochter wuchs trotz rückläufigem Biermarkt um rund sieben Prozent. Auch Ventisqueros, die Lachszucht in Chile, legte beim Umsatz um rund neun Prozent zu. Laut Unternehmen belasteten Mehraufwendungen durch die US-Zollpolitik das Ergebnis im zweistelligen Millionenbereich.
Warum das für die Hotellerie zählt
Für Hotelgruppen ist das ein bekanntes Bild: Die Bilanz steht selten nur auf einem Bein. Schörghuber verteilt das Geschäft auf Development, Real Estate, Getränke, Seafood und Hotels. Genau das federt Schwankungen ab. In der Praxis heißt das: Wenn ein Teil schwächelt, zieht ein anderer mit. Klingt nüchtern? Ist es auch. Und genau deshalb funktioniert das Modell.
Arabella Hospitality meldet trotz Portfolio-Abgängen einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Auf vergleichbarer Fläche lag das Plus bei 6,4 Prozent. Gleichzeitig setzt die Gruppe einen neuen Schritt: Mit dem ersten Managementvertrag auf Ibiza startet sie ins White-Label-Geschäft in Europa. Der Fokus liegt laut Unternehmen auf Spanien und Italien.
Was White-Label hier konkret heißt
Arabella Hospitality will nicht nur eigene Häuser führen, sondern auch fremde Hotels unter einem Managementmodell betreiben. Das ist für viele Betreiber ein pragmatischer Weg: Die Marke oder das Betriebsknow-how kommt von außen, das Objekt bleibt im Eigentum des Investors. Für die Gruppe ist das ein klarer Hebel, um in Leisure-Märkten schneller zu wachsen.
- Erster Managementvertrag: Ibiza
- Geplanter Fokus: Spanien und Italien
- Ansatz: White-Label-Operator-Management
- Basis: mehr als 50 Jahre Marktexpertise laut Unternehmen
Warum der Zeitpunkt passt
Die Hotelgesellschaft hat in den vergangenen Jahren viel Geld in eigenen Bestand in Österreich und auf Mallorca gesteckt. Jetzt verschiebt sich der Blick wieder auf Wachstum. Das passt zur Lage im Markt: Viele Betreiber suchen Modelle, die ohne große Immobilienkäufe skalieren. Gerade in Ferienmärkten kann das schneller gehen als mit klassischer Expansion über Eigenerwerb.
White-Label-Hotels: Was spricht dafür?
Dafür spricht
- Schnellerer Markteintritt ohne Kauf eines Assets
- Weniger Kapitalbindung
- Mehr Skalierung in Ferienmärkten
Dagegen spricht
- Weniger Kontrolle über das Objekt
- Abhängigkeit vom Eigentümer
- Marke und Betrieb müssen sauber zusammenspielen
Was jetzt wichtig wird
Spannend ist weniger die Umsatzzahl allein als die Richtung dahinter. Schörghuber hält das Geschäft stabil, investiert weiter und öffnet Arabella für ein Betreiber-Modell, das in Europa noch deutlich Luft hat. Ob daraus eine echte Expansionsstory wird, hängt an der Umsetzung in Spanien, Italien und auf weiteren Leisure-Märkten. Der Einstieg auf Ibiza ist dafür erst der Anfang.
White-Label-Operator-Management kann für Hotelgruppen zum Wachstumsmodell werden, wenn Marke, Betrieb und Eigentümerinteressen sauber zusammenpassen.


