Der Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz lag 2024 in Deutschland bei 117,5 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 1,9 Prozent gegenüber 2023 und der erste Rückgang seit sechs Jahren.
Die Zahl der Green Jobs blieb fast stabil bei rund 404.900 Vollzeitäquivalenten. Die Industrie investierte 21,8 Milliarden Euro in den Umweltschutz.
Der Markt für Umweltschutz in Deutschland ist 2024 erstmals wieder kleiner geworden. Das Statistische Bundesamt beziffert den Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz auf 117,5 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr sind das 1,9 Prozent weniger.
Wichtige Zahlen zu 2024
- Umsatz
- 117,5 Mrd. Euro
- Veränderung zum Vorjahr
- -1,9 %
- Green Jobs
- rund 404.900
- Industrie-Investitionen
- 21,8 Mrd. Euro
Wo das Geld herkommt
Den größten Umsatz brachte 2024 der Bereich Klimaschutz mit 73,0 Milliarden Euro. Laut Destatis legte dieser Bereich um 2,8 Prozent zu. Innerhalb des Klimaschutzes kamen 36,2 Milliarden Euro aus Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien und 34,1 Milliarden Euro aus Energieeffizienz und Energieeinsparung.
Die stärksten Teilbereiche
- Onshore-Windkraft: 14,8 Milliarden Euro Umsatz
- Energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechnik ohne Elektromobilität: 11,0 Milliarden Euro Umsatz
- Luftreinhaltung: 19,6 Milliarden Euro Umsatz
Die Zahlen zeigen: Der Markt hängt stark an Technik, Energie und Industrie. Das ist kein Nischenthema mehr. Es geht um große Auftragsvolumina, nicht um hübsche Symbolpolitik.
Wo es Rückgänge gab
Besonders deutlich fiel das Minus in der Luftreinhaltung aus. Dort lag der Umsatz 2024 bei 19,6 Milliarden Euro, also 15,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Destatis nennt zwei Bereiche mit klaren Rückgängen: Elektromobilität mit 10,1 Milliarden Euro und katalytische Abgasreinigung mit 25,4 Prozent Minus.
Was das für die Branche heißt
- Einzelne Segmente ziehen weiter, andere brechen weg.
- Elektromobilität bleibt groß, verliert aber erstmals seit 2019 an Tempo.
- Abgasreinigung reagiert empfindlich auf die Lage in der Autoindustrie.
Die Destatis-Zahlen kommen aus Industrie und Dienstleistungssektor. Für die Hospitality-Branche zählen sie trotzdem: Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Abfall und Eigenstrom werden teurer oder wertvoller, je nach Investitionslage im Markt. Wer jetzt modernisiert, trifft auf einen Markt mit viel Technik, aber nicht mehr mit automatischem Rückenwind.
Green Jobs bleiben stabil
Die Zahl der Beschäftigten in umweltbezogenen Tätigkeiten lag 2024 bei rund 404.900 Vollzeitäquivalenten. Das ist praktisch unverändert; Destatis nennt nur einen Rückgang um 300 Beschäftigte. Damit bleibt der Personalbestand auf hohem Niveau, obwohl der Umsatz sinkt.
Was daran auffällt
- Mehr Umsatzverlust als Jobverlust
- Hohe Bindung von Fachkräften in Umwelttechnik
- Weiter Bedarf an Planung, Bau und Betrieb der Anlagen
Gerade für Betriebe mit Technikbezug ist das wichtig. Wenn Umsätze fallen, heißt das nicht automatisch, dass Stellen wegfallen. Oft verschiebt sich nur die Nachfrage.
Die Industrie investiert weiter
Die Investitionen der Industrie für den Umweltschutz lagen 2024 bei 21,8 Milliarden Euro. Destatis bezieht sich dabei auf das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe. Das ist ein harter Betrag. Und er zeigt: Trotz schwächerem Umsatz bleibt der Umbau der Betriebe teuer und laufend.
Wer die Lage genauer einordnen will, sollte die Entwicklung der nächsten Monate bei Destatis im Blick behalten. Die komplette Meldung steht hier.
Der Rückgang trifft nicht den gesamten Markt gleich. Klimaschutz wächst weiter, Luftreinhaltung fällt deutlich zurück, und die Zahl der Green Jobs bleibt fast stabil. Das macht die Branche gerade eher zäh als schwach.

