Das 5,1-Milliarden-Dollar-Projekt Wynn Al Marjan Island in Ras Al-Khaimah wird sich verzögern – Wynn-CEO Craig Billings bestätigte dies am 8. Mai 2026 im Earnings Call. Als Grund nennt er Lieferketten- und Logistikprobleme, die direkt mit dem Nahost-Konflikt zusammenhängen. Ein neues Eröffnungsdatum steht noch nicht fest. Auf der Baustelle sind weiterhin über 22.000 Arbeiterinnen und Arbeiter aktiv.
„Modest delay“ – mit diesen zwei Wörtern hat Wynn Resorts-CEO Craig Billings die Erwartungen für das erste Kasino-Resort der Vereinigten Arabischen Emirate neu kalibriert. Der Eröffnungstermin im ersten Quartal 2027 ist damit Geschichte. Wann genau das Haus öffnet, bleibt offen.
Was Billings gesagt hat – und was nicht
Beim Earnings Call am 8. Mai sagte Billings wörtlich: „We expect a modest delay, and I use the word modest very intentionally, because that's what we believe it'll be. We don't want to size that until we have a real view on stability.“ Ein konkretes Datum nannte er nicht – bewusst, wie er betonte. Wynn wartet auf eine stabilere geopolitische Lage, bevor das Unternehmen einen neuen Eröffnungstermin kommuniziert.
Die Verzögerung war bereits am 5. Mai durch einen Bloomberg-Bericht bekannt geworden, der sich auf eine mit den Plänen vertraute Person berief. Billings bestätigte die Meldung dann offiziell.
Der Hintergrund: Lieferketten unter Druck
Der Nahost-Konflikt – konkret die Spannungen zwischen den USA und dem Iran – belastet Logistik und Materiallieferungen für das Projekt in Ras Al-Khaimah. Großbaustellen dieser Größenordnung sind auf pünktliche Speziallieferungen angewiesen: Spielautomaten, Küchentechnik, Luxus-Innenausstattung. Kommt die Lieferkette ins Stocken, verzögert sich der gesamte Fertigstellungsplan.
- Investvolumen: 5,1 Milliarden US-Dollar
- Standort: Al Marjan Island, Ras Al-Khaimah, VAE
- Besonderheit: Erstes Kasino-Resort in den Vereinigten Arabischen Emiraten
- Ursprünglicher Eröffnungstermin: Q1 2027
- Aktueller Status: Verzögerung bestätigt, neues Datum offen
- Aktive Bauarbeiter auf der Baustelle: über 22.000
Massenhiring verschoben – aber kein Vertrauensverlust
Einen wichtigen Unterschied betont Wynn ausdrücklich: Die Verzögerung beim großflächigen Personalaufbau ist eine Liquiditätsmaßnahme, kein Zeichen schwindenden Vertrauens in das Projekt. Wer jetzt tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellt, ohne einen fixen Eröffnungstermin zu haben, verbrennt Gehälter ohne laufenden Betrieb. Deshalb wurde das Hiring-Timing leicht nach hinten geschoben – rein kaufmännisch.
Wynn bleibt bullish auf die VAE
Trotz allem kommuniziert Wynn klare Zuversicht. Die Führungsebene verweist auf die Stabilität der VAE als Standort und die Fähigkeit des Landes, geopolitische Risiken zu managen. Die wirtschaftlichen Grundannahmen für das Projekt – Gästezahlen, Gaming-Umsatz, Auslastung – hat Wynn nicht angepasst. Auch die finanziellen Projektionen blieben laut Billings unverändert.
- Kein Rückzug aus dem Projekt – Investitionen laufen weiter
- Keine Revision der Umsatzprognosen
- Keine Veränderung beim geplanten Angebotsspektrum (Gaming, Luxus-Hotel, F&B, Entertainment)
- Personalaufbau wird nachgeholt, sobald die Lage stabiler ist
Was das für die Branche bedeutet
Wynn Al Marjan Island ist kein normales Hotel-Projekt. Es ist das erste legale Kasino-Resort in einem Land, das Glücksspiel bislang verboten hatte – ein regulatorischer Paradigmenwechsel für die gesamte Golfregion. Andere Investoren und Betreiber schauen genau hin: Wie läuft das ab? Wie reagiert Wynn auf Druck? Die Antwort bisher: geordnet, transparent, ohne Panik.
Gleichzeitig zeigt der Fall, wie verwundbar Mega-Projekte in geopolitisch aktiven Regionen sind. Eine Verzögerung ohne Datum ist für Investoren schwieriger zu verdauen als eine mit konkretem Ausblick. Wynn setzt darauf, dass die langfristigen Fundamentaldaten der VAE stark genug sind, um diese Unsicherheit zu überbrücken. Ob das gelingt, wird 2027 – oder wann auch immer die Türen öffnen – der Markt beurteilen.

