Marriott führte im ersten Halbjahr 2026 die TV-Spendings unter den Hotelmarken in den USA an, doch Airbnb bekam rund um die FIFA-WM mehr Reichweite. Laut Skift lagen Marriotts Portfolio-Ausgaben bei über 40 Millionen US-Dollar, Airbnb setzte bei der WM auf mehr Fokus statt auf den größten Gesamtetat.
Für dich heißt das: Wer in der Hospitality-Marke sichtbar bleiben will, gewinnt nicht automatisch mit dem dicksten Budget. Entscheidend ist, welches Event, welche Botschaft und welcher Kanal wirklich zum Moment passen.
Wer im TV vorne lag
Marriott stand im ersten Halbjahr 2026 bei den nationalen TV-Spendings in den USA ganz oben. Skift schreibt von mehr als 40 Millionen US-Dollar auf Portfolio-Ebene, davon 35,5 Millionen US-Dollar für Marriott Bonvoy und die Hauptmarke. Das entsprach laut Bericht rund 45 Prozent der 77,5 Millionen US-Dollar, die Hotelmarken insgesamt im nationalen TV ausgaben.
Hinter Marriott folgten Hilton mit 17,2 Millionen US-Dollar, Choice mit 7,9 Millionen, IHG mit 5,1 Millionen und Best Western mit 4,7 Millionen. Fairfield Inn & Suites führte die Marriot-Untermarken mit 3,3 Millionen US-Dollar an. Courtyard lag direkt dahinter.
TV-Spendings im ersten Halbjahr 2026
- Marriott Portfolio
- über 40 Mio. US-Dollar
- Marriott Bonvoy + Masterbrand
- 35,5 Mio. US-Dollar
- Hotelbranche gesamt
- 77,5 Mio. US-Dollar
- Hilton
- 17,2 Mio. US-Dollar
Warum Airbnb bei der WM lauter war
Bei der Fußball-WM drehte sich das Bild. Airbnb setzte laut Skift mit seinem Spot "What the World Gets" stärker auf das Turnier und zog damit mehr Eindruck als Marriott. Der Spot kam auf 237 Millionen Impressions bei 7,4 Millionen US-Dollar Spend. Marriotts WM-Auftritt lag bei 2,7 Millionen US-Dollar und 113 Millionen Household Exposures.
Das ist der Kern: Airbnb kaufte nicht einfach mehr Reichweite. Die Marke bündelte ihre Botschaft auf ein großes Sportfenster. Das zahlt sich aus, wenn das Event selbst schon Aufmerksamkeit sammelt. Marriott setzte zusätzlich auf Stadion-Stays, Gewinnspiele und Social-Aktionen. Klingt laut. War aber offenbar weniger scharf auf ein Ziel zugeschnitten.
“Airbnb says the World Cup is on course to be the 'biggest hosting event in Airbnb's history,' overtaking the 2024 Olympic and Paralympic Games in Paris,” according to BBC Sports.
– BBC Sports
Was die Daten über Hotelmarketing sagen
Für Hotels und Short-Term-Rental-Marken steckt darin eine klare Lehre. Große Budgets helfen, aber sie lösen kein Fokusproblem. Wenn dein Thema nicht in den Moment passt, verpufft selbst viel Geld schneller als ein Freigetränk an der Bar.
Was Marriott richtig macht
- Die Marke bleibt im Massenmarkt sichtbar.
- Die Bonvoy-Plattform liefert einen klaren Loyalty-Hebel.
- Stadionnähe, Social und Gewinnspiele schaffen zusätzliche Kontaktpunkte.
Wo Airbnb punktet
- Klare Fokussierung auf ein Großevent mit weltweiter Aufmerksamkeit.
- Emotionale Aufladung statt reiner Präsenz.
- Ein Narrativ, das zu Reisen, Gruppen und Gastgebern passt.
Was das für Hospitality-Marken heißt
Wenn du in Hotellerie oder Reise-Marketing arbeitest, nimm dir drei Dinge mit. Erstens: Messe den Effekt pro Kampagnenfenster, nicht nur den Gesamtetat. Zweitens: Wähle Anlässe, die zu deinem Produkt passen. Drittens: Kombiniere Reichweite mit einem klaren Zweck, sonst zahlst du für Sichtbarkeit ohne Wirkung.
Die Rolle des Turniers für Gastgeberstädte
Skift verweist auch auf einen zweiten Effekt: Die WM drückt die Nachfrage in den Gastgeberstädten. Am Spieltag lag der Hotel-RevPAR laut Bericht um 25 Prozent über dem Vorjahr, vor allem wegen höherer Raten. Kurzzeitvermietungen legten an einzelnen hochrangigen Spieltagen um 5 Prozent zu. Für das US-Hosting ist das ein starkes Signal, aber nicht überall gleichmäßig verteilt.
Gerade das macht die Lage spannend. Wenn Nachfrage nur punktuell hochschießt, brauchst du kein breit gestreutes Gießkannen-Marketing. Du brauchst Timing, Stadtfokus und ein Produkt, das zum Event passt.

