Amsterdam plant, die Tourismussteuer auf Übernachtungen von 12,5 Prozent auf 16 Prozent im nächsten Jahr und schrittweise auf 20 Prozent bis 2030 zu erhöhen. Parallel will die Stadt den Kreuzfahrthafen schließen und touristisches Marketing zurückfahren.
Die Rechnung ist simpel: mehr Abgaben, mehr Einnahmen. Ob dadurch wirklich weniger Besucher kommen, ist die offene Frage.
Amsterdam will die Abgabe auf Übernachtungen anheben. Laut Skift steigt die Tourismussteuer von 12,5 Prozent auf 16 Prozent im kommenden Jahr und dann jedes Jahr um einen Prozentpunkt bis 20 Prozent im Jahr 2030. Die Stadt erwartet daraus 2027 rund 60 Millionen Euro an Einnahmen.
Das ist die eine Seite. Die andere: Amsterdam ringt seit Jahren mit Massentourismus, vollen Straßen und politischem Gegenwind. Die neue Koalition setzt deshalb nicht nur auf höhere Abgaben, sondern auch auf härtere Eingriffe. Dazu gehören die geplante Schließung des großen Kreuzfahrtterminals und weniger Marketing für Touristen.
Amsterdam in Zahlen
- Aktuelle Tourismussteuer
- 12,5 %
- Geplant für nächstes Jahr
- 16 %
- Ziel für 2030
- 20 %
- Erwartete Einnahmen 2027
- 60 Mio. Euro
Warum Amsterdam den Druck erhöht
Die Stadt will das Besucheraufkommen nicht nur verteuern, sondern sichtbar bremsen. Das Ziel lautet: weniger Belastung für Anwohner, weniger Tagestrips, mehr Kontrolle über die Folgen von Tourismus im Zentrum. Genau dort spürt Amsterdam die Folgen am stärksten.
Was die Politik parallel plant
- höhere Tourismussteuer auf Übernachtungen
- Schließung des Hauptterminals für Seeschiffe
- weniger touristisches Stadtmarketing
Das Muster ist nicht neu. Amsterdam hat bereits mit Kampagnen wie „Stay Away“ und mit Einschränkungen für Hotels versucht, die Zahl der Besucher zu drücken. Bisher mit überschaubarem Effekt, wie Skift im Originaltext einordnet.
Was das für Hotels und Gastgeber bedeutet
Für Hotels in Amsterdam wird der Aufenthalt teurer. Das trifft nicht nur Freizeitgäste, sondern auch Geschäftsreisende, Gruppen und Veranstalter, die den Preis pro Nacht in ihre Kalkulation ziehen müssen. Wenn zusätzlich die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen national von 9 Prozent auf 21 Prozent steigt, liegt die Gesamtbelastung laut den vorliegenden Angaben bei rund 33,5 Prozent.
1. Preislisten prüfen: Die Gesamtbelastung für Übernachtungen steigt deutlich.
2. Kommunikation sauber halten: Gäste brauchen vor der Buchung klare Angaben zum Endpreis.
3. Nachfrage beobachten: Kurzfristige Preissprünge können Buchungen in andere Städte oder andere Reisezeitpunkte verschieben.
Wer den Effekt schon jetzt spürt
- Stadtzentren mit hohem Freizeitanteil
- Hotels mit starker OTA-Abhängigkeit
- Anbieter, die stark über City-Breaks verkaufen
Die neue Steuer trifft Amsterdam nicht im luftleeren Raum. Sie kommt in einer Phase, in der europäische Städte immer stärker über Besucherlenkung sprechen. Amsterdam geht dabei einen Schritt weiter als viele andere. Das wird beobachtet werden. Von Hoteliers, von Politikern, von Städten mit ähnlichem Druck.
Ob die Maßnahme wirkt, bleibt offen
Mehr Einnahmen sind fast sicher. Weniger Besucher? Das ist der eigentliche Test. Solange Amsterdam die Nachfrage nicht spürbar verschiebt, bleibt die Steuer vor allem ein Finanzinstrument. Erst wenn Ankünfte, Kreuzfahrtzahlen und Übernachtungen sinken, kann die Stadt von Steuerung sprechen.
Genau dort liegt das Problem. Eine hohe Abgabe lässt sich schnell beschließen. Besucherströme zu drehen dauert länger. Viel länger.
Tourismussteuer, Kreuzfahrten und Besucherlenkung hängen in Amsterdam jetzt direkt zusammen.

