Die US-Hotellerie legt in der Woche bis 30. Mai spürbar zu: CoStar meldet 98,59 US-Dollar RevPAR, plus 6,5 Prozent im Jahresvergleich. Parallel beziffert die Global Business Travel Association das US-Geschäftsreisevolumen 2024 auf 538,5 Milliarden US-Dollar. Der spannendste Tech-Punkt sitzt nicht in einem neuen Feature, sondern in der Frage, wer im Hotel-Stack künftig die Infrastruktur kontrolliert.
Was die Woche in den USA getrieben hat
Die Zahlen aus den USA zeigen vor allem eins: Events ziehen weiter. In Las Vegas sorgten Konzerte mit BTS und den Jonas Brothers für mehr Nachfrage und stärkere Wochenwerte. Das ist kein Zufall, sondern ein Muster, das sich seit Monaten durchzieht.
Die Debatte dreht sich deshalb weniger um „mehr Nachfrage insgesamt“, sondern um den Mix. Großstädte mit Eventkalender, Premium-Häuser und urbaner Leisure-Traffic holen mehr raus als der Rest des Marktes.
- Woche bis 30. Mai: RevPAR bei 98,59 US-Dollar.
- Im Jahresvergleich: plus 6,5 Prozent.
- Treiber: Las Vegas und Konzertnachfrage.
RevPAR steht für Revenue per Available Room. Die Kennzahl verbindet Auslastung und Zimmerpreis. Sie zeigt schnell, ob ein Hotel mehr Geld pro verfügbarem Zimmer holt — egal, ob über mehr Belegung oder höhere Raten.
Mehr dazu findest du auch bei STR, dem Datendienst, auf den sich viele Marktberichte stützen.
Business Travel bleibt ein riesiger Markt
Die GBTA setzt den zweiten harten Punkt der Woche. Das US-Geschäftsreisevolumen lag 2024 bei 538,5 Milliarden US-Dollar. Dazu nennt die Studie 6,7 Millionen Jobs und einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von 623,8 Milliarden US-Dollar, also 2,1 Prozent der US-Wirtschaft.
Für Hotels ist das kein Statistikdetail. Geschäftsreisen füllen Wochentage, stützen Tagungsräume und halten Märkte außerhalb der Ferienzeiten am Laufen. Wenn dieser Markt wackelt, merkt man es zuerst im City-Hotel.
- 6,7 Millionen Jobs hängen laut GBTA an Business Travel.
- 623,8 Milliarden US-Dollar Gesamtwirkung auf das BIP.
- 2,1 Prozent Anteil an der US-Wirtschaft.
Warum die Zahl gerade jetzt wichtig ist
Der Bericht kommt in einer Phase, in der operative Störungen sofort Geld kosten. GBTA hat parallel vor einem Risiko von 50,7 Milliarden US-Dollar durch CBP-Probleme an Flughäfen gewarnt. Das zeigt: Geschäftsreise ist groß, aber auch anfällig.
SiteMinder wechselt die Seite im Stack
Der dritte Teil der Woche ist tech-strategisch. Hospitality.today ordnet SiteMinders Schritt so ein, dass der Anbieter nicht mehr nur als klassische Anwendung für Distribution gelesen werden sollte, sondern als Teil der Infrastruktur im Hotelbetrieb. Der Unterschied klingt trocken. Ist aber groß.
Wenn ein Unternehmen näher an das PMS rückt, wird es schwerer austauschbar. Genau deshalb schauen viele jetzt auf die Verbindung zwischen Distribution, Betriebssystem und Datenfluss. SiteMinder sitzt damit näher an der täglichen Arbeit im Hotel als früher.
Was das für Hotels bedeutet
Für Häuser mit mehreren Kanälen zählt nicht nur, ob ein Tool Zimmer verkauft. Entscheidend ist, wie tief es in Prozesse greift, wie stabil die Verbindungen laufen und wie viel Reibung im Team entsteht. Wer auf einen engeren PMS-Stack setzt, bindet sich stärker — bekommt dafür aber oft weniger Handarbeit.
Das ist kein kleiner Umbau. Es verschiebt die Machtfrage im Tech-Stack: Wer kontrolliert die Buchung, wer die Daten und wer den täglichen Workflow?
Was du daraus für den Betrieb mitnehmen kannst
Wenn du Hoteltechnik bewertest, reicht ein Feature-Check längst nicht mehr. Frag stattdessen: Wie tief sitzt das Tool im Prozess? Welche Arbeit nimmt es wirklich ab? Und wie teuer wird ein späterer Wechsel?
Genau da liegt der Kern dieses Wochenrückblicks. Die Märkte ziehen an, aber der eigentliche Hebel sitzt im System dahinter — bei Nachfrage, Reisebudget und der Frage, welche Software im Hotel künftig das Sagen hat.

