Ari Emanuel baut mit mehreren Unternehmen einen Live-Tourismus-Stack auf: Er kontrolliert Events, Discovery, Ticketing und Paketierung. Skift beschreibt das als Nachfrage-Maschine für Reisen rund um Sport, Konzerte und Shows.
Der World Cup in den USA zeigt die Richtung. On Location, Teil von TKO Group, hat laut Skift das bisher größte Hospitality-Programm für ein World Cup-Finale aufgebaut.
Das ist kein normales Reisegeschäft. Emanuel setzt an der Stelle an, an der die Reiseentscheidung entsteht: beim Event.
Worum es bei Live Tourism geht
Skift benutzt dafür den Begriff Live Tourism: Reisen rund um geplante Ereignisse wie Sport, Musik, Theater, Messen oder Konferenzen. Der Unterschied ist simpel. Hotels, Airlines und OTAs verkaufen Leistung, wenn die Entscheidung schon gefallen ist. Emanuel will die Entscheidung vorher einsammeln.
Im Artikel nennt Skift drei Ebenen: TKO Group als öffentlicher Baustein, MARI als private Holding für Live-Events und WME Group als Machtzentrum für Talent, Rechte und Plattformen. Dazu kommt laut Bericht die geplante Übernahme von ATG Entertainment für rund 6 Milliarden Dollar, also die Venue-Ebene.
- Events und Rechte: Sport, Musik, Shows
- Discovery und Ticketing: dort fällt die Kaufentscheidung
- Packaging: Reise und Hospitality werden gebündelt
- Venues: eigene oder kontrollierte Spielorte
Warum Hotels das Thema ernst nehmen müssen
Wenn eine Plattform oder ein Rechteinhaber die Nachfrage erzeugt, landet die Wertschöpfung nicht mehr nur bei der Übernachtung. Dann rückt die Frage nach Paketierung nach vorne. Wer das Event kontrolliert, kontrolliert oft auch die Anreise, den Ticketverkauf und Teile der Hospitality.
- Der Gast bucht nicht mehr zuerst das Hotel, sondern das Ereignis.
- Die Reise wird Teil des Produkts, nicht nur drumherum verkauft.
- Preise ziehen schneller an, wenn Nachfrage aus einem einzigen Event kommt.
Genau das ist für Städte mit großen Events interessant. Und für Hotels auch heikel. Wer keinen Zugang zu solchen Nachfragequellen hat, hängt stärker an OTAs und Direktvertrieb. Das macht die Vermarktung teurer.
Das zeigt das World-Cup-Beispiel
Skift schreibt, dass das World-Cup-Hospitality-Programm von On Location die bisher höchsten Umsätze in diesem Bereich erreicht hat. Genannt werden mehr als 500.000 Pakete aus über 125 Ländern, rund die Hälfte davon an private Kunden. Das ist ein klares Signal: Live-Events ziehen internationale Reisen an, und zwar in großem Stil.
World Cup als Umsatzmotor
- Pakete
- 500.000+
- Herkunftsländer
- 125+
- Privatkunden
- Rund 50 %
- Baustein
- On Location / TKO Group
Was das für den Markt bedeutet
Das Modell erinnert an andere Plattformen, nur eben im Live-Bereich. Wer den Moment erzeugt, an dem ein Gast sagt: „Da will ich hin“, sitzt näher an der Kasse als der reine Fulfillment-Anbieter. Das gilt für Hotels, Airlines und OTAs gleichermaßen.
Warum das Modell funktioniert — und wo es wackelt
Dafür spricht
- Hohe Zahlungsbereitschaft rund um Sport- und Kultur-Events
- Pakete lassen sich mit Ticket, Hotel und Transfer bündeln
- Eigene Plattformen verkürzen den Weg zur Buchung
Dagegen spricht
- Abhängigkeit von Eventkalendern und Lizenzen
- Schwächelt der Konsum, geraten Zusatzkäufe unter Druck
- Wettbewerbs- und Regulierungsthemen können schnell größer werden
Wie sich Hotellerie und Airlines darauf einstellen können
Wer in diesem Feld gewinnt, verkauft nicht nur Zimmer oder Sitze. Wer gewinnt, verkauft Anlass. Darauf können Hotels reagieren, indem sie Eventdaten, Stadionnähe, Shuttle-Angebote und Paketpreise sauber zusammenbringen. Airlines können mit zielgenauen Sondertarifen arbeiten. OTAs brauchen stärkere Positionen bei Event-Suchen und Bundles.
- Event-Zeiträume in der Preisstrategie sauber abbilden
- Pakete mit Zimmer, Transfer und Eintritt testen
- Direktvertrieb für Peak-Dates stärken
- Lokale Partner früh in die Vermarktung holen
Skift stellt Emanuel damit als einen Player dar, der Reise nicht über klassische Tourismusmarken organisiert, sondern über Live-Momente. Das ist clever. Und für die Branche ein Warnsignal.

