Im März 2026 zählten Deutschlands Beherbergungsbetriebe 33,6 Millionen Übernachtungen – 3,1 Prozent mehr als im März 2025. Das Wachstum kommt fast ausschließlich von Inlandsgästen, während ausländische Besucher leicht rückläufig sind. Im gesamten ersten Quartal 2026 lagen die Übernachtungen bei 86,7 Millionen – knapp unter dem Rekordwert aus Q1 2024.
Drei Komma eins Prozent Zuwachs klingt solide, ist es auch – und das in einem Monat, der traditionell kein Selbstläufer ist. Das Statistische Bundesamt (Destatis) vermeldete am 11. Mai 2026 vorläufige Zahlen für den März: 33,6 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Gasthöfen und Campingplätzen mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten.
Inland zieht, Ausland bremst
Das Bild hinter der Gesamtzahl ist zweiteilig. Inlandsgäste buchten 28,3 Millionen Nächte – ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber März 2025. Auslandsgäste dagegen: 5,2 Millionen Nächte, ein minimales Minus von 0,4 Prozent. Der Rückgang ist gering, aber er zeigt eine Tendenz, die sich bereits zu Jahresbeginn abzeichnete.
Zum Vergleich: Im Januar 2025 sank die Zahl ausländischer Übernachtungen um 1,9 Prozent, während Inlandsgäste gleichzeitig um 4,2 Prozent zulegten. Das Muster ist konsistent – und stellt die Frage, wie abhängig der deutsche Tourismusmarkt mittelfristig von der Binnennachfrage bleibt.
Q1 2026: Solides Quartal, aber kein Rekord
Das erste Quartal 2026 schließt mit 86,7 Millionen Übernachtungen – 2,5 Prozent mehr als Q1 2025. Aber: Der bisherige Rekordwert für den Zeitraum Januar bis März liegt bei 88,7 Millionen aus dem Jahr 2024. Das Minus von 2,3 Prozent zum Allzeithoch zeigt, dass die Branche noch Luft nach oben hat.
Was die Zahlen für die Branche bedeuten
Ein Plus von 3,1 Prozent im März ist kein Zufall, sondern Teil eines Trends. Seit 2023 übersteigen die Branchenumsätze laut Branchenbeobachtern die Vorkrisenwerte von 2019 – dem bis dahin stärksten Jahr des deutschen Tourismus. Das Wachstum 2024 und 2025 setzte sich fort, Q1 2026 bestätigt die Richtung.
Trotzdem: Das Auslandsgeschäft schwächelt. Minus 0,4 Prozent im März, minus 1,9 Prozent im Januar 2025 – das sind keine Ausreißer. Wer auf internationale Gäste angewiesen ist, spürt das. Stadthotels in touristisch stark frequentierten Metropolen reagieren darauf anders als Ferienregionen, die vom deutschen Urlauber profitieren.
Die Zahlen umfassen alle Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten bzw. zehn Stellplätzen bei Campingplätzen. Erfasst werden Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Ferienunterkünfte, ähnliche Beherbergungsstätten und Campingplätze. Detaillierte Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende Mai 2026 im Statistischen Bericht „Monatserhebung im Tourismus“ veröffentlicht werden.
Worauf Hoteliers jetzt achten sollten
Die Quartalszahlen geben Orientierung – aber die eigentliche Arbeit liegt im Detail. Drei Punkte, die das Destatis-Ergebnis für die operative Planung hergibt:
- Inlandsnachfrage gezielt stärken: Wer deutsche Gäste als Kernzielgruppe behandelt, ist 2026 auf der richtigen Seite. Angebote auf Kurzurlaub, Wochenendtrips und regionale Themen ausrichten.
- Internationale Vermarktung nicht vernachlässigen: Das Auslandsminus ist klein, aber konstant. Wer auf Gruppen aus Schlüsselmärkten (z.B. Niederlande, USA, Schweiz) angewiesen ist, sollte die Vertriebskanäle prüfen.
- Q2 als Zielkorridor setzen: März zeigt Dynamik. April bis Juni bringt Ostern, Brückentage und Frühjahrs-Kurzreisen – die besten Voraussetzungen, den Q1-Rückstand zum 2024er Rekord zu verkürzen.
Vollständige Daten auf Länder- und Betriebstyp-Ebene publiziert Destatis auf der Themenseite Tourismus voraussichtlich Ende Mai 2026.

