Like Magic ist eine österreichische All-in-one-Plattform für Hotels und Serviced Apartments. Sie deckt den gesamten Gästeweg digital ab – von der Vorbuchungsphase über den mobilen Check-in bis zur Zimmertüröffnung per Smartphone. CEO Markus Feller sieht darin nicht nur ein Werkzeug gegen Personalmangel, sondern auch einen konkreten Umsatzhebel.
Was Like Magic eigentlich macht
Der Name klingt nach Marketing. Hinter Like Magic steckt aber ein technisch durchdachtes System, das Hotels vor ein konkretes Problem stellt: Willst du wirklich wissen, was dein Gast gerade erlebt – oder verlässt du dich weiter auf Bauchgefühl und E-Mail-Pingpong?
Die Plattform verbindet operative Prozesse mit der digitalen Gästereise in einem einzigen System. Check-in per App, Zimmertür per Smartphone öffnen, Kommunikation über Messenger statt E-Mail – das sind keine Features der Zukunft, sondern der aktuelle Stand der Lösung.
Das OTA-Problem: Wer kennt eigentlich den Gast?
Hotels, die stark über OTAs buchen, kennen ihr eigenes Stammpublikum oft nicht. Buchung über Booking.com oder Expedia bedeutet in der Regel: Die Gästedaten gehören dem Portal, nicht dem Haus.
Like Magic greift genau hier an. Das System erkennt wiederkehrende Gäste auch dann, wenn die Buchung über einen Drittkanal lief – und ermöglicht so den Aufbau echter Gästeprofile. Mitarbeitende sehen beim nächsten Besuch sofort: Zimmer hoch gelegen bevorzugt, kein Schaum im Bad, immer dasselbe Frühstück. Klingt simpel. Ist aber in den meisten Hotels heute noch nicht der Standard.
Wiederkehrende Gäste erkennen – auch über OTA-KanäleSchani Hotels als Praxisbeispiel
Das Wiener Boutiquehotel Schani Hotels hat sein altes Property-Management-System durch Like Magic ersetzt. Laut öffentlich zugänglichen Angaben war die Entscheidung KI-getrieben: Das Team wollte Gäste- und Mitarbeitererlebnis gleichzeitig verbessern, ohne den Personalaufwand weiter zu erhöhen.
Schani steht damit nicht allein. Hotels und Serviced-Apartment-Betreiber im DACH-Raum suchen nach Systemen, die Rezeptionsprozesse schlanker machen – ohne den persönlichen Kontakt zu ersetzen. Der Unterschied: Like Magic positioniert sich nicht als Rezeptions-Ersatz, sondern als Schicht darunter, die repetitive Aufgaben automatisiert.
Wo der Umsatzhebel liegt
Effizienz ist das eine. CEO Markus Feller betont aber auch die Umsatzseite. Wie genau funktioniert das?
Upselling im richtigen Moment
Wer digital mit dem Gast kommuniziert, kann Angebote direkt im Aufenthalt platzieren – Late Checkout, Spa-Behandlung, Restaurantreservierung. Nicht als E-Mail-Blast, sondern als kontextbezogene Nachricht im Chat. Die Conversion ist höher, weil der Kanal stimmt.
Weniger Streuverlust durch Personalisierung
Ein Gästeprofil mit echten Präferenzen macht jeden folgenden Aufenthalt wertvoller – für den Gast und für den Betrieb. Wer weiß, dass jemand immer ein Upgrade nimmt, wenn es verfügbar ist, muss nicht lange überlegen.
Personal dort einsetzen, wo es zählt
Wenn Check-in, Türöffnung und Standard-Anfragen digital laufen, hat das Front-Desk-Team mehr Zeit für echte Gastinteraktion. Das ist kein Personalabbau-Argument – es ist ein Qualitätsargument.
Like Magic – was dafür, was dagegen spricht
Dafür spricht
- Vollständige Abdeckung der Guest Journey in einem System
- OTA-Gäste nachträglich ins eigene Profil überführen
- Mobile Key reduziert physischen Check-in-Aufwand
- Upselling im Aufenthalt über Messaging
- Wird von Schani Hotels produktiv genutzt
Dagegen spricht
- Systemwechsel bedeutet Einarbeitungszeit für Team
- Integration ins bestehende PMS muss geprüft werden
- Nicht für alle Häuser geeignet – eher ab mittlerer Größe
- Gäste müssen die digitale Interaktion akzeptieren
Was das für dich als Hotelier bedeutet
Plattformen wie Like Magic sind kein Selbstläufer. Der Wechsel lohnt sich dann, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Das Team zieht mit, die PMS-Integration klappt sauber, und das Haus hat genug Volumen, um die Gästeprofile tatsächlich zu füllen.
Für kleinere Häuser mit unter 30 Zimmern und einem sehr persönlichen Konzept ist die Frage berechtigt, ob ein digitaler Gästeweg wirklich zur Positionierung passt. Für Serviced Apartments, Stadthotels mit hoher Fluktuation und Ketten mit mehreren Häusern ist die Logik dagegen klar: Wer seine Gäste nicht kennt, kann nicht verkaufen.
Markus Feller und sein Team haben das System bereits produktiv – der nächste Schritt für interessierte Betriebe ist ein ehrlicher Blick auf den eigenen Gästekontakt. Wie viele deiner Stammgäste erkennst du beim zweiten Besuch wirklich?

