Im Titanic Gendarmenmarkt Berlin hat das „The Main“ eröffnet – ein Konzept aus Restaurant, Bar und Cigar Lounge, das den langjährigen Beef Grill Club ablöst. Küchenchef David Creuzet kocht französisch geprägt, ohne die Grill-DNA des Hauses aufzugeben. Der Zugang zum Haus läuft über ein bewusst limitiertes Membership-Modell.
Französische Straße 30, Berlin-Mitte: Wer hier zuletzt zu Gast war, kennt die Räume vom Beef Grill Club – zehn Jahre lang eine der verlässlichen Fleischadressen nahe dem Gendarmenmarkt. Jetzt ist alles anders. Die Flächen wurden vollständig umgebaut, das Konzept von Grund auf neu gedacht. „The Main“ heißt der Nachfolger, und der will mehr sein als ein Restaurantwechsel.
Kein klassisches Hotelrestaurant
Das „The Main“ sitzt im Titanic Gendarmenmarkt – macht aber konzeptionell wenig daraus. Ein separater Eingang, ein eigenständiges Erscheinungsbild: Die Betreiber wollen das Haus vom Klischee des Hotelrestaurants lösen. Als Referenzpunkte nennen sie Paris, London und New York.
Das Interior folgt einer reduzierten Linie: Leder, Holz, Glas, Metall. Keine opulente Theaterkulisse, sondern ein Rahmen, der funktioniert. Zentral im Raum steht die Bar – buchstäblich, sie ragt in den Raum hinein und ist als erster Anlaufpunkt des Abends konzipiert.
Die Idee dahinter: Ein Abend im „The Main“ folgt keiner festen Dramaturgie. Erster Drink an der Bar, dann Dinner, dann Lounge – oder auch in anderer Reihenfolge. Restaurant, Bar und Cigar Lounge gehen räumlich ineinander über, nicht in getrennte Bereiche aufgeteilt.
Küche: Frankreich trifft Grill
Verantwortlich für die Küche ist David Creuzet, der aus der Region Paris stammt. Sein Ansatz, wie er ihn selbst beschreibt: aus der französischen Tradition kommend, offen, klar im Produkt, ohne unnötige Komplexität.
- Klassisch französisch: Zwiebelsuppe, Lammkarree in Kräuterkruste, Café de Paris Steak
- International: Tuna Tataki mit Yuzu und Kaviar, Spaghetti mit Kaviar, Hummer Thermidor
- Grill-Bereich: Dry Aged Rib-Eye, Black Angus Filet, Porterhouse
Das Grill-Erbe des Beef Grill Club lebt also weiter – reduziert, aber vorhanden. Die Cuts im Grillbereich sind ausgewählt, nicht beliebig. Wer die alten Stammgäste binden will, braucht zumindest das.
Signature Drinks statt klassischer CocktailkarteBar: Fünf Drinks, eigene Aromatik
Die Bar arbeitet mit einer eigenen Linie: „The Main Nr. 1–5“ heißen die Signature Drinks, jeder mit einer definierten aromatischen Ausrichtung – floral und frisch, rauchig und kräuterbetont oder vollmundig und cremig. Dazu kommen klassische Aperitifs, Highballs, alkoholfreie Optionen und Champagner.
Das ist konsequent gedacht. Eine eigene Drink-Linie statt einer 40-Positionen-Karte ist mutig – und setzt voraus, dass das Bar-Team weiß, was es tut.
Cigar Lounge mit kubanischem Kern
Die Cigar Lounge führt internationale Zigarren, mit klarem Schwerpunkt auf Kuba: Cohiba Siglo I und Montecristo No. 4 stehen auf der Liste, ergänzt durch Formate aus Nicaragua und der Dominikanischen Republik. Für Berlin-Mitte ist das kein häufiger Anblick – entsprechend klar das Zielpublikum.
Membership: Zugang nur auf Bewerbung
Das „The Main“ setzt auf ein limitiertes Membership-Modell. Wer dazugehören will, bewirbt sich – und wird aufgenommen oder nicht. Details zu Konditionen und Größe des Kreises hat das Haus bislang nicht öffentlich kommuniziert.
Das Konzept positioniert sich damit zwischen klassischer Gastronomie und privatem Club – ein Spagat, der in anderen Metropolen funktioniert, in Berlin aber noch beweisen muss, dass die Nachfrage da ist.

