Die Hotelpipeline im asiatisch-pazifischen Raum ohne China (APEC) hat zum Ende des ersten Quartals 2026 mit 2.387 Projekten und 442.973 Zimmern einen neuen Allzeitrekord erreicht. Indien führt die Länderwertung mit 940 Projekten an, auf Stadtebene liegt Bangkok mit 68 Projekten vorn. Die Daten stammen aus dem Construction Pipeline Trend Report von Lodging Econometrics.
Der APEC-Hotelmarkt kennt seit mehreren Quartalen nur eine Richtung: aufwärts. Zum Abschluss von Q1 2026 verzeichnet die Region den bisher höchsten Stand in der Geschichte der Pipeline-Berichterstattung von Lodging Econometrics — und das bereits zum wiederholten Mal in Folge.
Rekordwerte Quartal für Quartal
Die Zahlen erzählen eine klare Geschichte. Ende Q4 2024 lag die Pipeline bei 2.085 Projekten und 412.358 Zimmern — bereits ein Allzeithoch, 5 % über dem Vorjahr. Q3 2024 hatte zuvor 2.072 Projekte und 410.863 Zimmer gemeldet, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Jedes neue Quartal schreibt den Rekord fort.
Für den Zeitraum Q2 2025 meldete Lodging Econometrics 872 Projekte mit 190.179 Zimmern allein im Bau — eine starke operative Basis unter der Gesamtpipeline. Der aktuelle Q1-2026-Wert von 2.387 Projekten zeigt, dass der Planungs- und Genehmigungsstau ebenfalls weiter wächst.
Indien dominiert, Bangkok führt auf Stadtebene
Indien ist der unbestrittene Motor der Region. Mit 940 Projekten entfällt fast jedes vierte Vorhaben in der gesamten APEC-Pipeline auf den Subkontinent. Das Land profitiert von einer wachsenden Mittelschicht, steigenden Inlandsreisezahlen und einer aktiven Förderung des Tourismus durch staatliche Infrastrukturprogramme.
Bangkok als führende Einzelstadt mit 68 Projekten überrascht weniger als es scheint. Die thailändische Hauptstadt hat sich als Drehkreuz für Business-Reisende und Kurzurlauber aus ganz Südostasien etabliert. Steigende Direktflugverbindungen und eine hohe OTA-Sichtbarkeit machen die Stadt für internationale Hotelgruppen besonders attraktiv.
Luxury-Segment wächst besonders schnell
Ein Detail aus dem Q4-2025-Bericht ist besonders aufschlussreich: Das Luxussegment verzeichnete ein Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte dabei einen eigenen Rekordwert bei der Projektanzahl. Das zeigt, wohin die Investitionen fließen — weg vom Economy-Bau, hin zu Upper-Upscale- und Luxury-Projekten, die höhere Margen versprechen und zahlungskräftige Gäste anziehen.
Der Begriff APEC steht hier für Asia Pacific Excluding China — also den asiatisch-pazifischen Raum ohne die Volksrepublik China. Lodging Econometrics erfasst in diesem Bericht Hotelprojekte in der Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase. Die Pipeline umfasst alle Kettenprojekte, nicht aber unabhängige Einzelhäuser ohne Markenzugehörigkeit. China wird separat ausgewertet, weil die Dimensionen des chinesischen Markts die regionalen Vergleichswerte erheblich verzerren würden.
Was das für die Branche bedeutet
Für Fachkräfte in Hotellerie und Gastronomie liest sich diese Pipeline wie ein Stellenmarkt in Zahlen. Mehr Projekte bedeuten mehr Eröffnungen, mehr Führungspositionen und mehr Bedarf an erfahrenem Personal — besonders in Indien und Südostasien. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb: Wer in Bangkok oder Mumbai ein Haus eröffnet, trifft in den nächsten zwei bis drei Jahren auf deutlich mehr Konkurrenz als heute.
- Indien: 940 Projekte machen das Land zum klaren Wachstumsführer — Stellenmarkt und Ausbildungskapazitäten müssen mithalten
- Bangkok: 68 Projekte auf Stadtebene bedeuten hohe Zimmerzuwächse in kurzer Zeit — Pricing-Druck wahrscheinlich
- Luxury-Boom: +14 % YOY im Luxussegment verlangt mehr qualifiziertes Fachpersonal in Service, F&B und Spa
- Regionale Kettenhotellerie: Die Pipeline ist fast ausschließlich markengebunden — Independent-Hotels haben es schwerer, Finanzierung zu bekommen
Wachstum ohne Pause — aber mit Risiken
Rekord um Rekord klingt gut. Doch eine Pipeline ist keine Garantie: Projekte können eingefroren werden, Finanzierungen platzen oder Baugenehmigungen sich verzögern. Die APEC-Region kämpft zudem mit Fachkräftemangel in der Baubranche, steigenden Materialkosten und in manchen Märkten mit politischer Unsicherheit. Ob alle 2.387 Projekte tatsächlich eröffnen — und wann — ist eine andere Frage als die, ob sie heute in der Pipeline stehen.
Für alle, die die Entwicklung weiter verfolgen wollen: Lodging Econometrics veröffentlicht die Pipeline-Reports quartalsweise. Der nächste Bericht für Q2 2026 dürfte zeigen, ob das Wachstum anhält oder erstmals seit mehreren Quartalen eine Pause einlegt.

