Im ersten Quartal 2026 wurden in den USA 110 Hotelverkäufe mit einem Gesamtvolumen von 4,6 Milliarden Dollar abgeschlossen – ein Anstieg von rund 34 Prozent gegenüber Q1 2025. Florida und New York haben dabei mehr als die Hälfte aller Deals auf sich vereint. Laut dem umfassenderen LWHA-Datensatz liegt das Gesamttransaktionsvolumen sogar bei knapp 9,4 Milliarden Dollar – ein Plus von 64 Prozent im Jahresvergleich.
Markt zieht deutlich an
Nach zwei verhaltenen Jahren dreht der US-Hotelinvestmentmarkt wieder auf. Q1 2026 markiert das zweite Quartal in Folge mit starken Zuwächsen – und die Zahlen sind eindeutig: 110 abgeschlossene Transaktionen im Segment über 10 Millionen Dollar, 4,6 Milliarden Dollar Gesamtvolumen bei Einzelasset-Deals. Wer die breitere Datenbasis der LWHA (Lodging & Hospitality Advisors) hinzuzieht, kommt auf knapp 9,4 Milliarden Dollar – das schließt Portfoliotransaktionen und weitere Deal-Typen ein.
Zum Vergleich: Q1 2025 umfasste laut LWHA 83 Einzeltransaktionen über 10 Millionen Dollar mit einem Gesamtvolumen von knapp 2,8 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Dealpreis lag damals bei 33,7 Millionen Dollar, der durchschnittliche Preis pro Zimmer bei 201.000 Dollar.
Florida und New York führen das Feld an
Mehr als die Hälfte aller abgeschlossenen Deals entfiel auf zwei Bundesstaaten: Florida und New York. Das ist kein Zufall. Florida profitiert von anhaltend hoher Freizeitnachfrage und günstigem Steuersystem, New York von der Erholung des Geschäftsreisesegments und einer stabilen internationalen Nachfrage aus Europa und Asien.
Beide Märkte zählen seit Jahren zu den liquidesten im US-Hotelinvestment – entsprechend agieren dort sowohl institutionelle Investoren als auch Private-Equity-Fonds besonders aktiv. Die Konzentration auf diese zwei Märkte zeigt aber auch: Transaktionsvolumen verteilt sich in den USA weiterhin ungleich.
Limited Service fast verdoppelt – Full Service holt auf
Interessant ist die Aufspaltung nach Hoteltyp: Das Volumen im Limited-Service-Segment hat sich im Jahresvergleich fast verdoppelt. Full-Service-Hotels legten um 36,8 Prozent zu. Beide Segmente wachsen – aber Budget- und Select-Service-Objekte ziehen gerade besonders viel Kapital an.
Der Grund liegt auf der Hand: Geringere Betriebskosten, überschaubarere Cap-Rate-Spreads und eine breitere Käuferbasis machen Limited-Service-Deals für viele Investoren attraktiver als komplexe Full-Service-Immobilien mit hohem F&B-Anteil.
- Zinsentwicklung: Stabilisierende Zinsen machen Finanzierungen wieder planbarer — Käufer und Verkäufer finden leichter zueinander.
- Demand-Katalysatoren 2026: Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sowie das Jubiläum America250 treiben die Reisezahlen — und damit Hotelbewertungen.
- Erholte Performance: Laut American Hotel & Lodging Association (AHLA) erwartet die Branche 2026 verbesserte Ertragslage — der 2026 State of the Industry Report verweist auf steigende RevPAR-Werte.
- Geopolitische Risiken: Energiepreisschocks durch geopolitische Spannungen bremsen etwas — sind aber aktuell kein Dealbreaker.
Was das für europäische Hoteliers bedeutet
Der US-Markt ist ein Frühindikator. Wenn dort Investitionskapital in Bewegung gerät, folgt Europa häufig mit 6 bis 12 Monaten Verzögerung. Besonders der starke Zuwachs im Limited-Service-Segment spiegelt eine Entwicklung wider, die auch in Deutschland und UK zu beobachten ist: Budget- und Midscale-Produkte werden von institutionellen Investoren ernster genommen als noch vor fünf Jahren.
Für Fachkräfte in Hotellerie und Asset Management ist das ein Signal: Wer Erfahrung im operativen Management von Select-Service- oder Budget-Hotels hat, wird für Investoren und neue Eigentümer in den nächsten Monaten besonders interessant.
Ausblick: Bleibt das Tempo?
Zwei starke Quartale in Folge sind kein Zufall, aber noch kein Beweis für einen dauerhaften Aufschwung. Drei Faktoren entscheiden über Q2 und Q3 2026:
- Wie entwickeln sich die Fremdkapitalkosten weiter?
- Hält die Reisedynamik rund um FIFA WM und America250 an?
- Stabilisieren sich die Energiepreise nach den geopolitischen Schocks des Frühjahrs?
Der vollständige Q1 2026 U.S. Hospitality Report von LWHA enthält die detaillierte Datenbasis hinter diesen Zahlen und ist direkt beim Anbieter abrufbar.

