Das Restaurant-Hotel Obauer in Werfen schließt Ende Oktober 2026 — nach 47 Jahren und mit zwei Michelin-Sternen. Karl, Rudi und Angelika Obauer treten in den Ruhestand. Ein Nachfolger ist nicht bekannt.
Ende Oktober 2026 geht in Werfen ein Licht aus. Das Restaurant-Hotel Obauer — seit Jahrzehnten eine feste Größe in der europäischen Gourmetgastronomie — schließt seine Türen. Karl und Rudi Obauer sowie Angelika Obauer beenden den Familienbetrieb aus Altersgründen. Kein Nachfolger, kein Ausverkauf, kein Neustart unter anderem Namen.
47 Jahre, zwei Sterne, ein Haus
Karl Obauer, geboren 1953 in Werfen, und sein acht Jahre jüngerer Bruder Rudi haben das Restaurant-Hotel in ihrer Heimatgemeinde im Salzburger Pongau aufgebaut. Seit mehr als vier Jahrzehnten tragen sie zwei Michelin-Sterne — eine Kontinuität, die in Österreich ihresgleichen sucht.
Das Haus stand nie in Wien, nie in einer europäischen Metropole. Werfen liegt im Salzachtal, zwischen Salzburg und dem Tennengebirge. Dass ein Restaurant an diesem Standort internationale Anerkennung erreicht, ist keine Selbstverständlichkeit. Das Obauer hat sie sich erarbeitet — über fast fünf Jahrzehnte.
Zuletzt kam eine weitere Auszeichnung dazu: Bei der Bekanntgabe von La Liste in Paris — einem Ranking, das jährlich aus mehr als 1.000 Quellen und Expertenmeinungen erstellt wird — landete das Obauer unter den Top 50 weltweit.
Küche mit Haltung
Die Brüder haben nie laut über ihre Philosophie geredet. Sie haben sie gekocht. Regionale Produkte, verantwortungsvoller Einkauf, ein kleinstmöglicher ökologischer Fußabdruck — das zog sich durch alle Bereiche der Küche, lange bevor es dafür Applaus gab.
- Standort: Werfen, Salzburger Pongau, Österreich
- Betrieb: seit mehr als 47 Jahren
- Auszeichnung: zwei Michelin-Sterne
- La Liste: Top 50 weltweit (Bekanntgabe Paris)
- Schließung: Ende Oktober 2026
- Kochbücher: rund 1.000 Rezepte in mehreren Bänden, direkt im Haus und online erhältlich
Rund 1.000 Rezepte haben Karl und Rudi Obauer in ihren Kochbüchern veröffentlicht — ein greifbares Erbe, das bleibt. Die Bücher sind noch direkt im Restaurant erhältlich, solange es das Haus gibt.
Was die Schließung bedeutet
In der österreichischen Gastronomie gibt es wenige Adressen mit dieser Strahlkraft außerhalb Wiens. Das Obauer war eine davon. Mit der Schließung verliert die Region nicht nur einen Betrieb mit zwei Sternen — sie verliert eine Institution, die jüngere Köche geprägt und Gäste aus ganz Europa angezogen hat.
Ende Oktober 2026 ist das Datum, auf das die Branche jetzt schaut. Wer das Obauer noch einmal erleben will, hat noch wenige Monate Zeit.Familienrückzug ohne Wenn und Aber
Karl Obauer ist 72, Rudi entsprechend jünger. Die Entscheidung klingt klar und endgültig: kein Verkauf, kein Konzept-Spin-off, kein Franchise. Das Haus war immer Familienwerk — und es endet als solches.
In einer Branche, in der Betriebe häufig weiterverkauft, umgebrandet oder in Ketten integriert werden, ist das konsequent. Und in gewisser Weise: respektabel.

