Expedia hat Alfonso Paredes zum President B2B & Chief Commercial Officer befördert. Er verantwortet künftig nicht nur das Partnergeschäft, sondern auch die globale Supply-Organisation. Das B2B-Segment wächst mit 25 Prozent im Jahresvergleich und ist damit der stärkste Wachstumsmotor des Konzerns.
Expedia Group verschiebt seine Gewichte. Alfonso Paredes, bisher Chef des B2B-Bereichs, übernimmt als President B2B & Chief Commercial Officer ab sofort auch die Verantwortung für die globale Supply-Strategie des Konzerns. B2B und Supply sitzen künftig unter einem Dach – einer Person, einer Agenda.
Was diese Beförderung bedeutet
Expedia beschreibt die neue Struktur als Schritt zu mehr Kohärenz: Versorgungsstrategie, Partnervertrieb und kommerzielle Umsetzung sollen enger verzahnt werden. Bisher liefen diese Bereiche getrennt. Wer das Partnergeschäft ausbaut, kämpfte mit eigenen Supply-Entscheidungen, die anderswo getroffen wurden.
Mit Paredes in der Doppelrolle entfällt diese Reibung. Er kennt das B2B-Geschäft seit Jahren und bringt die operative Logik mit, die nötig ist, um Supply-Entscheidungen direkt an Partnerbedürfnissen auszurichten.
- Titel: President B2B & Chief Commercial Officer
- Neu dazu: Verantwortung für die globale Supply-Organisation
- Bleibt: Führung der B2B-Plattform und Partnerlösungen
- Ziel: Engere Verzahnung von Supply, Vertrieb und Partner-Execution
Das B2B-Geschäft als eigentlicher Wachstumsmotor
Die Beförderung kommt nicht aus dem Nichts. Expedias B2B-Plattform wächst mit 25 Prozent im Jahresvergleich – deutlich schneller als das Konsumentengeschäft. B2B-Buchungen legten im Jahresvergleich um 24 Prozent zu, getrieben durch API-Integrationen und neuen Partneranbindungen.
CEO Ariane Gorin kennt das Potenzial des Segments aus eigener Erfahrung: Sie leitete Expedia B2B sieben Jahre lang, bevor sie 2024 den Konzernchefposten übernahm. Seitdem positioniert sie das Partnergeschäft klar als strategisches Herzstück – weg vom teuren Performance-Marketing, hin zu einem skalierbaren Plattformmodell.
Akquisitionen treiben die Expansion
Expedia kauft sich in neue B2B-Segmente ein. Mit der Übernahme von Tiqets – einer Plattform für Erlebnisse und Aktivitäten – erweitert der Konzern sein Angebot über Hotels und Flüge hinaus. Das ist strategisch: Wer seinen Partnern ein Komplettpaket anbieten will, braucht mehr als Unterkünfte.
Darüber hinaus kursieren Berichte über mögliche Gespräche mit CarTrawler, einem B2B-Anbieter für Mietwagen und Mobilitätslösungen. Ein solcher Deal würde das Partnerportfolio weiter vervollständigen.
Was das für Reisebranche und Partner bedeutet
Für Hotels, Airlines, Reiseveranstalter und Tech-Anbieter, die über Expedia verteilen oder distribuieren, verschiebt sich die Ansprechstruktur. Supply-Entscheidungen – welche Inhalte auf welchen Kanälen erscheinen, zu welchen Konditionen – laufen künftig durch dieselbe Instanz wie die Partner-Beziehungen.
- Einheitliche Verhandlungspartner für Supply und Distribution
- Schnellere Reaktionen auf Partneranforderungen
- Potenziell stärkere Abhängigkeit einzelner Partner von Expedias Plattformlogik
- Mehr Gewicht für API-getriebene Anbindungen gegenüber klassischen Verträgen
Expedia kommunizierte die Ernennung am Montag offiziell. Die Botschaft ist klar: Das B2B-Geschäft ist kein Nebenprodukt mehr, sondern die Plattform, auf die der Konzern seine Zukunft aufbaut.

