Das Wichtigste in Kürze

Die USA haben im April 2026 nur 2,6 Millionen internationale Besucher empfangen – 14,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damit sind die kleinen Zuwächse aus Februar (+0,8 %) und März (+3,6 %) wieder weg. Besonders stark brachen Ankünfte aus dem Nahen Osten, Afrika und Westeuropa ein. Wann das Niveau von 2019 wieder erreicht wird? Frühestens 2029.

Es war keine Bodenbildung, sondern ein Rückfall. Die USA verlieren als Reiseziel für internationale Gäste weiter an Boden – und das trotz kurzer Erholungsphase im Frühjahr. Das National Travel and Tourism Office (NTTO) des US-Handelsministeriums hat die April-Zahlen veröffentlicht – und die sind eindeutig.

Was die Zahlen zeigen

2,6 Millionen Ankünfte im April, minus 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach einem Plus von 0,8 Prozent im Februar und 3,6 Prozent im März ist das ein deutlicher Schritt zurück. Alle Herkunftsregionen verbuchen Rückgänge – keine Ausnahme.

Die stärksten Einbrüche kamen aus dem Nahen Osten und Afrika – beides Regionen, die durch den Krieg gegen den Iran direkt betroffen sind. Aber auch Westeuropa schickte deutlich weniger Reisende in die USA. Als Ursache gelten gestiegene Reisekosten, veränderte politische Stimmung und kürzere Buchungsvorläufe: Das NTTO berichtet, dass das typische Buchungsfenster für internationale Reisen – normalerweise rund neun einhalb Wochen – zwischen Januar und April um fast eine Woche kürzer wurde.

Wer noch zulegt – und wer nicht

Fast alle wichtigen Quellmärkte schicken weniger Besucher in die USA. Zwei Ausnahmen: Brasilien und Japan verbuchen leichte Zuwächse. Westeuropa, Kanada, Mexiko und der Nahe Osten liegen alle im Minus.

Warum das für die Hospitality-Branche relevant ist

Internationale Gäste geben in der Regel deutlich mehr aus als Inlandsreisende – längere Aufenthalte, mehr Hotelübernachtungen, höhere Ausgaben pro Tag. Ein Rückgang von 14 Prozent trifft also überproportional die Umsätze von Hotels, Restaurants und Attraktionen in Städten wie New York, Las Vegas, Miami und San Francisco, die stark auf internationale Nachfrage angewiesen sind.

  • Internationale Gäste buchen häufiger Upscale- und Luxury-Segmente
  • F&B-Umsatz in städtischen Hotels hängt stark an internationalen Gruppen
  • Reiseveranstalter in Europa und Asien priorisieren bereits alternative Destinationen
  • Kürzere Buchungsvorläufe erschweren Revenue-Management und Yield-Strategien
Die US-Reisebranche verliert internationale Marktanteile – und das nicht nur wegen externer Schocks.

Erholung bis 2029: realistisch oder optimistisch?

Die U.S. Travel Association, der größte amerikanische Reisebranchenverband, rechnet frühestens 2029 mit einer Rückkehr auf das Vor-Corona-Niveau von 2019. Das ist kein kurzfristiger Dämpfer – das ist strukturell. Hintergrund: 2025 war international schon schwach, 2026 setzt den Abwärtstrend fort.

Treffen externe Faktoren oder Standort-USA das Problem?

Externe Faktoren

  • Krieg im Nahen Osten schreckt Reisende aus der Region ab
  • Gestiegene Flugpreise erhöhen Reisekosten nach Nordamerika
  • Globale Unsicherheit verkürzt Buchungsvorläufe

Standort-USA-Faktoren

  • Politisches Klima beeinflusst Reiseentscheidungen aus Westeuropa
  • Visaprozesse und Einreisehürden gelten als abschreckend
  • Währungsentwicklung macht USA für manche Märkte teurer

Was das für europäische Hotelketten bedeutet

Wer als europäischer Betreiber oder Investor US-Exposure hat – sei es durch Franchise-Verträge, Asset-Light-Modelle oder Inbound-Gruppen aus Europa – sollte die Zahlen genau beobachten. Der Rückgang aus Westeuropa ist kein Einzel-Ausreißer: Er setzt sich seit Monaten fort und hat inzwischen strukturellen Charakter.

Für europäische Quellmärkte wie Deutschland, Frankreich und UK gilt: Die Bereitschaft, in die USA zu reisen, sinkt – das bestätigen auch Buchungsdaten von Reiseveranstaltern. Hotels in New York oder Florida sollten ihre Vertriebsstrategie für europäische Gäste überdenken.

Wer hingegen selbst Gäste aus den USA empfängt – in europäischen oder asiatischen Häusern – sieht bisher weniger Auswirkungen. US-amerikanische Outbound-Zahlen bleiben laut U.S. Travel Association vorerst stabil: Rund 70 Prozent der Amerikaner planen, ihre Reiseaktivität zu halten oder sogar zu steigern.

HÄUFIGE FRAGEN

Um wie viel Prozent ist der US-Inbound-Tourismus im April 2026 gesunken?

Die USA verzeichneten im April 2026 einen Rückgang internationaler Ankünfte um 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – das entspricht 2,6 Millionen Besuchern laut National Travel and Tourism Office.

Welche Regionen schicken am wenigsten Reisende in die USA?

Die stärksten Einbrüche kommen aus dem Nahen Osten, Afrika und Westeuropa. Nur Brasilien und Japan verbuchen leichte Zuwächse.

Wann erholt sich der US-Tourismus wieder auf Vor-Corona-Niveau?

Die U.S. Travel Association rechnet frühestens 2029 mit einer Rückkehr auf das Niveau von 2019 – also fast zehn Jahre nach dem Pandemiebeginn.

Was sind die Hauptgründe für den Rückgang?

Als Hauptursachen gelten der Krieg im Nahen Osten, gestiegene Reisekosten und eine veränderte politische Stimmung gegenüber den USA – besonders in Westeuropa. Hinzu kommt ein kürzerer Buchungsvorlauf, der auf wachsende Unsicherheit hindeutet.

Betrifft der Rückgang nur internationale Gäste oder auch US-Inlandsreisende?

Beide Segmente sind betroffen, allerdings unterschiedlich stark. Rund 70 Prozent der Amerikaner planen laut U.S. Travel Association, ihre Reiseaktivität stabil zu halten oder zu steigern – der Einbruch trifft vor allem den internationalen Inbound-Markt.
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