Fattal Hotel Group hat mit dem Kauf des Blakely in Midtown Manhattan sein erstes Hotel in den USA übernommen. Das Haus mit 117 Zimmern kostet 38,5 Millionen Dollar und soll nach einer Renovierung von 13 Millionen Dollar Mitte 2027 wieder öffnen.
Der Deal ist klein, das Signal aber groß: Fattal setzt auf ein asset-heavy Modell und will in den USA nicht nur Marken verkaufen, sondern auch Immobilien halten. Genau da wird es spannend.
Warum dieser Kauf mehr ist als ein New-York-Deal
Fattal Hotel Group steigt mit dem Kauf des Blakely erstmals in den US-Markt ein. Das Hotel liegt an der West 55th Street in Midtown Manhattan, hat 117 Zimmer und kostet 38,5 Millionen Dollar. Dazu kommt eine Renovierung über 13 Millionen Dollar.
Das Haus bleibt bis zur Wiedereröffnung Mitte 2027 geschlossen. Fattal will es dann unter einer bestehenden Marke aus dem eigenen Portfolio neu aufstellen. Laut Skift ist das Teil einer cluster-by-cluster-Strategie: Erst ein Standort, dann mehrere Häuser im selben Markt.
Blakely auf einen Blick
- Ort
- West 55th Street, Midtown Manhattan
- Zimmer
- 117
- Kaufpreis
- 38,5 Mio. US-Dollar
- Renovierung
- 13 Mio. US-Dollar
- Wiedereröffnung
- Mitte 2027
Das steckt hinter dem asset-heavy Modell
Fattal geht einen anderen Weg als Marriott, Hilton oder IHG. Die großen Ketten setzen seit Jahren vor allem auf Franchise- und Managementverträge. Fattal hält dagegen mehr Immobilien selbst oder betreibt sie direkt. Das kostet Kapital, lässt aber auch mehr Ertrag im Haus.
Nach Angaben aus dem Skift-Artikel spart das Modell Gebühren in Höhe von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz, die bei großen Marken für Royalty, Loyalty, Marketing und Tech anfallen. Genau deshalb verkauft Fattal sein Modell in Europa als Gegenentwurf zum klassischen Lizenzgeschäft. Das klingt trocken. Ist es aber eine klare Wette auf Kontrolle und Marge.
Eigentum statt Gebühren — was Fattal davon hat
Dafür spricht
- Mehr Kontrolle über Produkt, Preis und Umbau
- Weniger laufende Marken- und Tech-Gebühren
- Ein Standort kann zum Startpunkt für weitere Häuser werden
Dagegen spricht
- Hoher Kapitalbedarf für Kauf und Renovierung
- Schwächere Bilanz bei einem Markt-Schock
- Lokale US-Märkte laufen anders als Europa
Die Risiken liegen offen auf dem Tisch
Fattal bringt laut Skift rund 3,9 Milliarden Dollar Schulden mit, ungefähr das Fünffache des EBITDA. Das ist eine Ansage. Wenn der Markt einbricht, wird aus Mut schnell Druck auf die Bilanz.
Auch das Loyalty-Thema bleibt ein Schwachpunkt. Fattal hat kein großes, zweistufiges Bonusprogramm wie die großen US-Ketten. Für Firmenkunden in den USA kann das weh tun, weil viele Buchungen über zentrale Verträge laufen. Der eigene Vorteil durch Eigentum muss also erst einmal gegen den fehlenden Vertriebshebel ankommen.
Warum New York erst der Anfang sein könnte
Ronen Nissenbaum, CEO von Leonardo Hotels U.K., Ireland, Benelux, Spain, Portugal und U.S. Development, spricht laut Skift von einem bewussten Aufbau über Cluster. Sein Satz ist deutlich: "If I put one hotel down in one market, within a few years I'll have 10 or 15."
Genau darin steckt der Plan. Erst New York, dann weitere Städte oder Stadtgruppen. Welche das sein werden, sagt Fattal noch nicht öffentlich. Klar ist nur: Ein Sololauf ist nicht die Idee.
Fattal betreibt oder besitzt laut Skift rund 329 Hotels in 22 Ländern, vor allem unter der Marke Leonardo. Das Unternehmen will bis 2030 auf 400 bis 450 Hotels wachsen. Ob das in den USA klappt, hängt am Tempo der Expansion, an der Finanzierung und daran, ob Manhattan als Startpunkt wirklich trägt.
- New York dient als Testmarkt für die USA.
- Das Modell setzt auf Eigentum statt reine Gebühreneinnahmen.
- Cluster-Wachstum soll den Markteintritt beschleunigen.
- Die Bilanz bleibt der große Bremsklotz.
Was die Branche daran beobachten sollte
Für Hoteliers ist der Deal vor allem deshalb interessant, weil er gegen den aktuellen Strom läuft. Die großen internationalen Ketten haben sich in den vergangenen Jahren immer stärker von Eigentum entfernt. Fattal macht es umgekehrt und kauft sich in einen sehr teuren Markt ein.
Ob das klug ist, zeigt sich nicht am Kaufpreis allein. Entscheidend wird, wie gut das Haus nach der Renovierung läuft, ob Fattal Firmenkunden gewinnt und ob aus einem einzigen Standort ein echtes US-Portfolio wird. Klingt ambitioniert? Ist es auch.
Wenn du als Betreiber oder Investor auf den US-Markt schaust, prüfe drei Punkte: Wie teuer wird der Eintritt wirklich, wie stabil ist die Finanzierung, und welche Rolle spielt die Marke im Firmenkundengeschäft? Genau dort entscheidet sich, ob ein asset-heavy Modell trägt.
Einordnung für die Hospitality-Branche
Fattal zeigt, dass der Markt für Hotelimmobilien noch lange nicht nur von den großen Asset-Light-Ketten geprägt ist. Wer Kapital mitbringt und lokale Märkte sauber bespielt, kann sich Platz holen. Aber: Das funktioniert nur mit Geduld, starker Finanzierung und einem Produkt, das im Alltag liefert.
Der Blakely-Deal ist deshalb weniger ein glamouröser Einstieg als ein Testlauf unter härtesten Bedingungen. New York verzeiht wenig. Genau deshalb ist der Schritt so spannend.

