Food Cost und Beverage Cost sind die beiden Wareneinsatz-Kennzahlen im F&B-Controlling. Beide zeigen, wie viel Prozent des Umsatzes in Wareneinkauf fliesst. Aber sie folgen fundamental unterschiedlichen Mechanismen — Haltbarkeit, Marge, Diebstahlrisiko, Portionierbarkeit weichen stark ab.

Kurzübersicht

Food Cost (Wareneinsatz Speisen) liegt im Restaurantbereich typisch bei 28–35 % vom Speisen-Umsatz. Hoher Anteil an frischen, verderblichen Produkten, komplexe Portionsrechnung, grössere Streuung im Einsatz. Beverage Cost (Wareneinsatz Getränke) liegt bei 18–25 % vom Getränke-Umsatz. Längere Haltbarkeit, einfachere Portionsrechnung (Milliliter sind konstant), aber höheres Diebstahlrisiko an der Bar.

Direktvergleich

DimensionFood CostBeverage Cost
Zielkorridor28–35 %18–25 %
Streuunghoch (Portions- und Verderb-Effekte)gering (bei guter Ausschank-Disziplin)
HauptrisikoWaste, Verderb, Über-PortionierungDiebstahl, Über-Ausschank
Haltbarkeit WareneinsatzStunden bis TageMonate bis Jahre (Wein: Jahrzehnte)
Controlling-Frequenztäglich (Verderb!) wöchentlich
Inventurhäufigkeitmonatlichmonatlich oder quartalsweise
Marge-HebelMenu-Engineering, PortionsstandardsPouring-Kontrolle, Mix-Anpassung

Durchgerechnetes Beispiel

Restaurant mit 1,2 Mio Euro Speisen-Umsatz und 0,8 Mio Euro Getränke-Umsatz: Bei Food-Cost 32 % und Beverage-Cost 22 % ergeben sich 384.000 Euro Food-Wareneinsatz und 176.000 Euro Beverage-Wareneinsatz. Senkung um je 2 Prozentpunkte brächte 24.000 Euro bei Food und 16.000 Euro bei Beverage — absolut mehr bei Food wegen Umsatz-Volumen, relativ mehr bei Beverage. Die Prime-Cost (Food + Beverage + Personal) liegt in dem Beispiel bei typisch 55–62 % des Gesamtumsatzes.

Steuerung unterschiedlich

Food-Cost-Senkung braucht Struktur in der Kueche: Standardrezeptur, Portions-Gramm gewogen, Mise-en-Place-Kontrolle, täglicher Waste-Check. Beverage-Cost-Senkung braucht Struktur an der Bar: Pouring-Spouts für exakte Menge, Kamera- oder POS-Kontrolle der Ausschank-Häufigkeit, regelmässige Mystery-Shopper. Beide brauchen Monats-Inventur, aber mit unterschiedlicher Taktung innerhalb des Monats.

Verwechslungsfallen

  • Gemeinsame F&B-Cost-Quote berechnen? Nur als Top-Line-KPI. Für Steuerung muss getrennt werden — weil die Hebel unterschiedlich sind.
  • Prime Cost ohne Beverage? Falsch — die echte Prime Cost ist Food + Beverage + Personalkosten. Nur-Food-Prime-Cost verzerrt die Profit-Sicht.
  • Beverage-Cost ohne Wein differenzieren? Hochpreis-Wein hat andere Margen als Softdrinks — separate Untergliederung bei Upscale-Outlets sinnvoll.

Weiterführende Rechner

Food-Cost-Rechner, Personalkostenquote. Branchenverband fuer F&B-Standards: DEHOGA. Kueche-Ausbildung und Standards: Doemens Akademie.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche Zielwerte sollten Food Cost und Beverage Cost haben?

Food Cost liegt typischerweise bei 28–35 % vom Speisen-Umsatz, Beverage Cost bei 18–25 % vom Getränke-Umsatz. Diese Spannen berücksichtigen die unterschiedlichen Risiken und Haltbarkeitseigenschaften beider Wareneinsatz-Kategorien.

Warum sollten Food Cost und Beverage Cost separat gesteuert werden?

Food und Beverage folgen fundamentalen unterschiedlichen Mechanismen: Food hat höhere Verderb- und Portionierungsrisiken, Beverage höheres Diebstahlrisiko an der Bar. Daher erfordern sie unterschiedliche Kontrollmassnahmen und Steuerungshebel.

Wie wirkt sich eine 2-Prozentpunkt-Senkung bei Food vs. Beverage aus?

Bei einem Restaurant mit 1,2 Mio Euro Speisen- und 0,8 Mio Euro Getränke-Umsatz bringt eine 2-Prozentpunkt-Senkung 24.000 Euro bei Food und 16.000 Euro bei Beverage. Absolut gewinnt Food durch höheres Volumen, relativ gewinnt Beverage prozentual mehr.

Was ist Prime Cost und warum sollte Beverage darin enthalten sein?

Prime Cost ist die Summe aus Food-Wareneinsatz, Beverage-Wareneinsatz und Personalkosten und liegt typisch bei 55–62 % des Gesamtumsatzes. Beverage muss einbezogen werden, um die echte Profitabilität nicht zu verzerren.

Wie unterscheiden sich die Kontrollmassnahmen in Küche und Bar?

Die Küche braucht Standardrezepturen, Portions-Gramm-Kontrolle und tägliche Waste-Checks. Die Bar braucht Pouring-Spouts für exakte Mengen, POS-Kontrolle der Ausschank-Häufigkeit und regelmässige Mystery-Shopper zur Diebstahlprävention.
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