Key Performance Indicator — eine messbare Kennzahl, die ein Geschäftsziel im Zeitverlauf bewertet. In der Hotellerie gehören RevPAR, ADR, GOPPAR, Occupancy und TRevPAR zum Standardset; in der Gastronomie Food Cost, Prime Cost und Kostenquoten; im Marketing ROAS und KUR; in der Mitarbeiterführung Fluktuationsquote, Trainings-Stunden und Gästezufriedenheits-Indizes. Der Unterschied zwischen Rohzahl und KPI liegt in der Relation: erst die Verbindung mit einem Bezugswert — verfügbare Ressourcen, Wettbewerb als Index, oder einem Zielwert — macht eine Zahl zur Steuerungskennzahl.
Abgrenzung
Der reine Umsatz ist noch kein KPI, weil er die Betriebsgröße nicht berücksichtigt — er wird erst als RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) zum KPI. Ein KPI setzt immer in Verhältnis: zu Ressourcen, zu Benchmark oder zu Zielwert. Metriken sind die breitere Kategorie aller messbaren Werte; KPIs sind die Untermenge der Metriken, die das Management aktiv zur Steuerung einsetzt. OKR (Objectives and Key Results) sind ein konkurrierendes Management-Framework, in dem KPIs typisch als Key Results auftauchen, aber die „Objectives“ über dem KPI stehen.
In der Praxis
Faustregel im Hotel-Management: pro Abteilung 3–7 zentrale KPIs, nicht 30. Zu viele KPIs führen zu Scheinmessung statt Steuerung, weil die Aufmerksamkeit sich verteilt. Eine typische Kombination auf Direktionsebene: GOPPAR, RevPAR-Index (RGI), Mitarbeiterfluktuation, Gästezufriedenheit (Guest Index, NPS oder Booking.com-Review-Score) und eine F&B-Kennzahl wie Prime Cost. Die vollständigen Definitionen und Rechner für alle Hotel-KPIs findest du im TURNDOWN-KPI-Hub.
Herkunft
Management-Literatur der 1990er-Jahre, stark geprägt vom Balanced-Scorecard-Ansatz von Kaplan und Norton. Vor „KPI“ wurde in Deutschland von Kennzahl oder Führungskennzahl gesprochen; der englische Begriff hat sich seit 2000 flächendeckend durchgesetzt.