In der Gastronomie-Betriebsanalyse tauchen zwei eng verwandte Kennzahlen auf: Food Cost Quote und Prime Cost. Der Unterschied ist klein, aber entscheidend — und viele Betriebe messen nur die eine und wundern sich, warum ihre Marge trotz guter Werte nicht stimmt.

Die Definitionen

Food Cost Quote (%) = (Wareneinsatz ÷ F&B-Umsatz) × 100. Nur die Kosten der Rohware in Relation zum Umsatz. Misst, wie gut Einkauf und Kalkulation arbeiten.

Prime Cost (%) = ((Wareneinsatz + Personalkosten) ÷ F&B-Umsatz) × 100. Addiert die zwei größten Kostenblöcke eines Gastro-Betriebs und zeigt, wie viel vom Umsatz in die operative Grundleistung fließt — bevor Miete, Energie, Verwaltung, Abschreibung dazukommen.

Beispielrechnung

Ein Hotel-Restaurant mit 28.000 € F&B-Umsatz im Monat:

  • Wareneinsatz: 9.000 €
  • Personalkosten F&B: 9.800 €
  • Food Cost Quote: 9.000 / 28.000 × 100 = 32,1 % — im grünen Bereich.
  • Prime Cost: (9.000 + 9.800) / 28.000 × 100 = 67,1 % — kritisch.

Die Food-Cost-Quote allein sähe gut aus. Die Prime Cost zeigt das wahre Bild: zwei Drittel des Umsatzes gehen in Wareneinsatz und Personal, nur ein Drittel bleibt für Miete, Strom, Verwaltung und Marge. In diesem Beispiel müsste entweder die Personalkostenquote runter oder der Umsatz pro Person rauf.

Gegenüberstellung

ASPEKTFOOD COSTPRIME COST
EinschlussNur WareneinsatzWareneinsatz + Personalkosten
Benchmark gesund25–35 %unter 60 %
Benchmark kritischüber 40 %über 65 %
SteuertEinkauf, Menu Engineering, PortionenGesamtbetrieb, Produktivität
Messrhythmuswöchentlichmonatlich

Wann nutzt man welche?

Food Cost ist das richtige Werkzeug für die Küche und den Einkauf. Wöchentliche Messung, Menu Engineering und Kalkulation pro Gericht basieren darauf.

Prime Cost ist das richtige Werkzeug für Betriebsleitung und F&B-Management. Monatliche Messung als Indikator für die operative Gesundheit. Prime Cost über 65 % ist ein Warnsignal für die Wirtschaftlichkeit — egal, wie gut die Einzelkennzahlen aussehen.

Prime Cost senken

  1. Food Cost senken: Menu Engineering, Portionskontrolle, Einkaufs-Optimierung. Siehe Food-Cost-Rechner.
  2. Personalkosten senken: Schichtplanung an Auslastung koppeln, Cross-Training, Self-Service. Siehe Personalkostenquoten-Rechner.
  3. Umsatz pro Kopf heben: Upselling, Beverage-Mix, Menu-Struktur auf höhermargige Positionen lenken.
  4. Geschäftszeiten optimieren: Randzeiten mit geringer Umsatzleistung reduzieren, Personalauslastung erhöhen.

Weiterführende Ressourcen

HÄUFIGE FRAGEN

Was ist der Unterschied zwischen Food Cost Quote und Prime Cost?

Die Food Cost Quote misst nur den Wareneinsatz im Verhältnis zum Umsatz, während Prime Cost zusätzlich die Personalkosten einbezieht. Prime Cost zeigt daher das vollständigere Bild der operativen Wirtschaftlichkeit eines Gastro-Betriebs.

Warum kann eine gute Food Cost Quote trotzdem problematisch sein?

Eine niedrige Food Cost Quote täuscht darüber hinweg, dass hohe Personalkosten den Betrieb unrentabel machen können. Die Prime Cost offenbart diesen Fehler, indem sie beide Kostenblöcke zusammen betrachtet.

Ab welchen Werten wird die Prime Cost kritisch?

Eine Prime Cost über 65 % ist ein Warnsignal für mangelnde Wirtschaftlichkeit. Der Benchmark für einen gesunden Betrieb liegt unter 60 %.

Wie oft sollten Food Cost und Prime Cost gemessen werden?

Die Food Cost Quote sollte wöchentlich gemessen werden, um schnell auf Einkauf und Kalkulation zu reagieren, während Prime Cost monatlich analysiert wird, um die operative Gesamtgesundheit zu überwachen.

Welche Maßnahmen helfen, die Prime Cost zu senken?

Man kann Food Costs durch Menu Engineering senken, Personalkosten durch bessere Schichtplanung optimieren, den Umsatz pro Kopf durch Upselling erhöhen oder unprofitable Randzeiten reduzieren.
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