Italien führt Europas RevPAR-Erholung mit einem Plus von 53 Prozent gegenüber 2019 an. Hotelinvestments kletterten 2025 auf 2,5 Milliarden Euro – so viel wie zuletzt 2007. Cushman & Wakefield hat den Markt in seinem Market Beat Italy FY 2025 analysiert.
Stärkste Performance in ganz Europa
Kein anderer europäischer Hotelmarkt hat sich seit der Pandemie so dynamisch erholt wie Italien. Der RevPAR liegt 53 Prozent über dem Niveau von 2019 – damit hängt das Land Märkte wie Spanien, Frankreich oder Deutschland klar ab. Treiber sind vor allem die klassischen Destinationen: Rom, Mailand, Florenz und Venedig ziehen internationale Gäste in Rekordzahlen an.
Die Zahlen stammen aus dem Market Beat Italy FY 2025 von Cushman & Wakefield, der eine umfassende Analyse der Marktperformance und Investitionstrends für das Gesamtjahr 2025 liefert.
Investitionsrekord: 2,5 Milliarden Euro in einem Jahr
Das Transaktionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro über 110 Deals ist kein Zufall – es spiegelt das gewachsene Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den italienischen Hotelmarkt wider. Das letzte Mal, dass ähnliche Volumina geflossen sind, war 2007, kurz vor der globalen Finanzkrise.
Für Hospitality-Profis heißt das konkret: Investoren suchen aktiv nach Objekten, Managementverträgen und Pachtstrukturen. Wer auf Eigentümer- oder Betreiberseite sitzt, hat gerade ungewöhnlich gute Verhandlungspositionen.
- Starke Destination-Marken: Rom, Mailand, Florenz und Venedig ziehen weiterhin Premium-Nachfrage – vor allem aus dem US-amerikanischen und asiatischen Markt.
- Recovery and Resilience Plan: EU-Mittel fließen in Infrastruktur und stützen das Wirtschaftswachstum von prognostizierten 1,0 % (2025) und 1,2 % (2026).
- Lifestyle und Luxury: Internationale Ketten bauen das Upper-Upscale- und Luxury-Segment aus – vor allem in Secondary Cities wie Bologna, Neapel und Palermo.
- Steigende ADR: Die Zimmerraten sind über alle Kategorien hinweg gestiegen – Treiber der RevPAR-Erholung neben wachsender Auslastung.
Was das für Hospitality-Profis bedeutet
Der Boom hat zwei Seiten. Hohe Investorennachfrage bedeutet steigende Asset-Preise – wer heute kaufen will, zahlt entsprechend. Gleichzeitig bringt frisches Kapital Renovierungen, Rebranding und neue Konzepte, die den Gesamtmarkt nach oben ziehen.
Chancen für operative Teams
- Neue Eigentümer bringen oft neue Managementstrukturen – Fach- und Führungskräfte mit internationalem Profil sind gefragt.
- RevPAR-Wachstum durch Rate, nicht nur Auslastung: Revenue-Manager mit dynamischen Pricing-Strategien sind der entscheidende Hebel.
- Umbau- und Repositionierungsprojekte brauchen erfahrene Pre-Opening-Teams.
Risiken im Blick behalten
- Inflation und Lohnkostensteigerungen drücken die GOP-Marge – trotz hoher RevPAR-Werte.
- Overtourism-Debatten in Venedig und Florenz könnten regulatorische Eingriffe nach sich ziehen.
- Steigende Finanzierungskosten dämpfen die Dealaktivität – auch wenn das Volumen 2025 noch stark war.
Makroökonomischer Rückenwind hält an
Die EU prognostiziert für Italien ein BIP-Wachstum von 1,0 Prozent in 2025 und 1,2 Prozent in 2026. Getragen wird das von Konsumausgaben und dem Recovery and Resilience Plan der EU. Für die Hotellerie bedeutet das: stabiler Inlandsmarkt als Puffer, wenn internationale Reiseströme schwanken.
Der Cushman & Wakefield Report zeigt, dass das Investoreninteresse auch strukturell begründet ist – nicht nur durch kurzfristige Performance-Peaks. Italien hat die Lücke zum Vorkrisenniveau nicht nur geschlossen, sondern deutlich übertroffen. Das dürfte 2026 weitere Deals anziehen.

