Geopolitische Konflikte und steigende Kosten verunsichern deutsche Urlauber – doch die Reiselust bleibt. Laut einer aktuellen HolidayCheck-Studie ändern rund 70 Prozent ihr Reiseverhalten, statt ganz zu verzichten. Europa gilt als sicherstes Reiseziel, die arabische Halbinsel nur für 3 Prozent.
Dubai klingt gut – Sonne, Strand, Luxus. Und trotzdem zögern die meisten Deutschen. Auch nach Aufhebung der Reisewarnung für die Region geben laut einer HolidayCheck-Umfrage rund 70 Prozent der Befragten an, ihre Reisepläne wegen der globalen Sicherheitslage angepasst zu haben. Komplett auf den Urlaub verzichten wollen die wenigsten – aber wo und wie gereist wird, das ändert sich spürbar.
Flexibilität statt Verzicht
Das Muster ist deutlich: Deutsche Urlauber suchen Wege rund um die Unsicherheit, nicht durch sie. 40 Prozent weichen auf andere Reiseziele aus, 35 Prozent buchen verstärkt flexible Tarife. Auch Reisezeitpunkt und -art stehen zur Disposition.
„40% wollen auf andere Reiseziele ausweichen und 35% setzen verstärkt auf flexible Tarife. Auch Änderungen bei Reisezeitpunkt oder Art spielen eine Rolle. Und jeder dritte Befragte würde übrigens sogar unter unsicheren Bedingungen reisen.“
– Regine von Kameke, Senior Public Relations Managerin, HolidayCheck
Nur knapp 20 Prozent können sich vorstellen, ganz auf Reisen zu verzichten. Die große Mehrheit sucht pragmatische Lösungen – und findet sie offenbar.
Europa dominiert das Sicherheitsgefühl
Wo sich Deutsche im Urlaub am sichersten fühlen, ist laut der Studie eindeutig: Europa führt deutlich. Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen ganz oben, gefolgt von West- und Südeuropa sowie dem Mittelmeerraum. Weiter entfernte Regionen fallen dagegen stark ab.
„Deutlich geringer ist das Sicherheitsgefühl bei weiter entfernten Regionen. In unserer Umfrage haben nur 3% der Befragten die arabische Halbinsel als sicheres Reiseziel angegeben. Bei Nordamerika sind es auch nur 20%. Das ist ein ähnliches Niveau wie Mittel- und Südamerika.“
– Regine von Kameke, HolidayCheck
Spritpreise treiben Umdenken beim Verkehrsmittel
Neben geopolitischen Krisen drücken auch hohe Energiekosten auf die Reiseplanung. Ein Drittel der Befragten will deshalb auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Fast genauso viele wählen schlicht andere Ziele, passen Zeitpunkt oder Dauer an.
- ~33 % wechseln das Verkehrsmittel
- Ähnlich viele weichen auf günstigere Destinationen aus
- Reisedauer und -zeitpunkt werden flexibel angepasst
- Weniger als 20 % schließen Reisen ganz aus
Pauschalreise erlebt Comeback
In unsicheren Zeiten suchen Menschen klare Strukturen. Das spiegelt sich im Buchungsverhalten: Die Pauschalreise ist wieder gefragt – und zwar aus einem konkreten Grund.
„Gerade in unsicheren Zeiten bieten Pauschalreisen vielen Urlaubern ein höheres Maß an Planungssicherheit. Man hat klare Ansprechpartner, organisierte Rücktransportmöglichkeiten und Unterstützung vor Ort im Krisenfall.“
– Regine von Kameke, HolidayCheck
Das ist kein Nostalgie-Effekt. Wer einen Veranstalter im Rücken hat, bekommt im Krisenfall schneller Hilfe – ein Argument, das gerade bei Reisen in politisch instabilere Regionen zieht.
- ~70 % der Deutschen passen Reisepläne wegen globaler Krisen an
- 40 % weichen auf andere Ziele aus
- 35 % buchen flexible Tarife
- Jeder Dritte würde auch unter unsicheren Bedingungen reisen
- Nur 3 % sehen die arabische Halbinsel als sicheres Reiseziel
- Nordamerika liegt bei 20 % – ähnlich wie Mittel- und Südamerika
- Pauschalreisen gewinnen als sichere Buchungsform an Bedeutung
Quelle: HolidayCheck-Umfrage, veröffentlicht Mai 2026
Was das für die Branche bedeutet
Die Zahlen sind ein klares Signal an Reiseveranstalter und Destinationen: Sicherheitskommunikation ist kein Nice-to-have mehr. Wer Urlauber aus Deutschland erreichen will – besonders aus Regionen mit Wahrnehmungsproblem – muss aktiv Vertrauen aufbauen. Flexible Stornobedingungen, klare Krisenkommunikation und verlässliche Ansprechpartner vor Ort werden zu echten Buchungsargumenten.
Der Deutsche ReiseVerband (DRV) sieht die Branche trotz der Herausforderungen als resilient. Neue Technologien und stabile Reiselust bieten weiter Spielraum – auch wenn Ziele und Buchungsverhalten sich verschieben. Reisebüros und Veranstalter, die das Sicherheitsbedürfnis ihrer Kunden ernst nehmen, dürften davon profitieren.

