Die Hospitality Asset Managers Association (HAMA) hat ihre Frühjahrs-Umfrage 2026 veröffentlicht. 86 Asset Manager haben teilgenommen. 60 Prozent rechnen damit, ihre RevPAR-Budgets zu übertreffen – und 90 Prozent planen in diesem Jahr Renovierungen. Die Rezessionsangst, die die Branche zuletzt beschäftigt hat, geht weiter zurück.
Stimmung besser als erwartet
Wer dachte, 2026 wird ein Jahr des Abwartens, liegt falsch. Die HAMA-Frühjahrsumfrage, die im Rahmen der Spring 2026 Conference in Washington D.C. erhoben wurde, zeigt ein überraschend zuversichtliches Bild. Sechs von zehn befragten Asset Managern erwarten, die eigenen RevPAR-Budgets zu schlagen – ein klares Signal, dass die operative Erholung weiter Fahrt aufnimmt.
Zum Vergleich: In der Herbst-2025-Umfrage mit 81 Teilnehmern war die Stimmung noch gemischter. Stabile Umsatzerwartungen standen damals neben anhaltenden Sorgen um Lohnkosten und Betriebskosten. Dieser Gegenwind ist nicht verschwunden, verliert aber offensichtlich an Gewicht.
Renovierungswelle rollt an
Neunzig Prozent der Befragten geben an, 2026 Renovierungen durchzuführen oder zu planen. Das ist bemerkenswert – denn Capex-Entscheidungen dieser Größenordnung treffen Asset Manager nur dann, wenn sie an die mittelfristige Nachfrageentwicklung glauben. Wer renoviert, wettet auf morgen.
Gleichzeitig zeigt die Zahl, wie viel Nachholbedarf aus den pandemiebedingten Investitionsstopps noch im System steckt. Viele Häuser haben Upgrades jahrelang geschoben. 2026 scheint das Jahr, in dem dieser Stau sich löst.
Rezessionsangst auf dem Rückzug
Noch in der Frühjahrs-Umfrage 2025 landeten Zölle und makroökonomische Risiken unter den Top-3-Sorgen von 50 Prozent der Befragten – direkt hinter der Nachfrageentwicklung. Jetzt, ein Jahr später, sinken diese Rezessionsbedenken laut HAMA weiter. Die Branche atmet durch.
Strukturelle Kostenthemen – Lohn, Energie, Betrieb – bleiben auf der Agenda. Aber sie verdrängen offensichtlich nicht mehr die strategische Zuversicht. Das ist ein relevanter Stimmungswandel für alle, die Investitionsentscheidungen auf Basis von Marktsentiment treffen.
Was die Zahlen für die Praxis bedeuten
Asset Manager stehen zwischen Eigentümerinteressen und Hotelbetrieb. Wenn 60 Prozent von ihnen erwarten, RevPAR-Ziele zu übertreffen, heißt das nicht unbedingt, dass alle Häuser outperformen. Es heißt: Die Mehrheit der Befragten hat konservative Budgets gesetzt – oder sieht konkrete Signale, dass Belegung und Durchschnittsrate besser laufen als geplant.
Die Hospitality Asset Managers Association wurde gegründet, um professionelle Hotel-Asset-Manager zu vernetzen, die im Auftrag von Hoteleigentümern weltweit Assetwerte steigern. Die Organisation führt halbjährlich Branchenumfragen durch – Frühjahr und Herbst – und veröffentlicht die Ergebnisse im Rahmen ihrer Konferenzen. Die Spring 2026 Conference fand in Washington D.C. statt.
Was Asset Manager 2026 bewegt
- RevPAR-Outperformance: 60 % rechnen damit, die eigenen Budgets zu schlagen
- Renovierungsdruck: 90 % planen oder führen Capex-Maßnahmen durch
- Rückgang der Rezessionsangst: Makro-Risiken verlieren gegenüber 2025 an Gewicht
- Lohn- und Betriebskosten: Bleiben strukturelle Dauerbelastung, dominieren aber nicht mehr die Agenda
- Zölle: Waren Frühjahr 2025 noch Top-3-Thema bei 50 % der Befragten – Tendenz rückläufig
Für Hoteliers, Revenue Manager und F&B-Verantwortliche bedeutet das: Der Druck, operative Zahlen zu liefern, bleibt hoch. Wer 2026 Renovierungsmaßnahmen durchführt, braucht gleichzeitig ein klares Bild davon, wie er Displacement-Kosten und temporäre Kapazitätsverluste gegenrechnet. Das ist keine strategische Frage mehr – das ist tägliches Handwerk.

