Der WTTC erwartet 2026 für Central und South America ein Wachstum im Travel-&-Tourism-Sektor von 4,1 Prozent. Weltweit liegt der Vergleichswert bei 3,2 Prozent. Besonders stark fällt laut Prognose das internationale Ausgabewachstum aus: 7,8 Prozent in der Region, global 3,7 Prozent.
Treiber sind robuste Inlandsnachfrage, mehr Ausgaben von Auslandsreisenden und eine geringere Angriffsfläche für geopolitische Störungen als in anderen Regionen. Für Hotels, Airlines, Reiseveranstalter und Destinationen heißt das: Wer Preise, Kapazitäten und Vertrieb sauber steuert, kann 2026 mehr holen als im globalen Schnitt.
Warum die Region 2026 vorläuft
Der World Travel & Tourism Council sieht Zentral- und Südamerika 2026 über dem globalen Trend. Der Verband nennt 4,1 Prozent Wachstum beim Travel-&-Tourism-BIP der Region. Global erwartet der WTTC 3,2 Prozent. Beim internationalen Gästeausgaben liegt die Region mit 7,8 Prozent noch klarer vorn als der Weltwert von 3,7 Prozent.
Das ist kein Zufall. Laut WTTC stützt vor allem die Nachfrage aus dem Inland die Branche. Dazu kommt: Viele Märkte in der Region hängen weniger stark an Transit-Routen und Fernmärkten, die von Krisen im Nahen Osten besonders getroffen werden. Das macht den Ausblick stabiler als in Teilen Europas oder Asiens.
- 4,1 % erwartetes Wachstum des Travel-&-Tourism-BIP in Zentral- und Südamerika 2026
- 3,2 % globaler Vergleichswert
- 7,8 % erwarteter Anstieg der internationalen Ausgaben in der Region
- 3,7 % globaler Vergleichswert bei internationalen Ausgaben
- 376 Mio. Jobs unterstützt Travel & Tourism laut WTTC weltweit
Welche Länder besonders auffallen
Der WTTC nennt mehrere Märkte mit klaren Ausreißern nach oben. Ecuador soll 2026 um 11,6 Prozent wachsen. Bolivien liegt bei 10,3 Prozent, gestützt von einem Sprung der internationalen Ausgaben um 25,8 Prozent. Kolumbien kommt auf 5,7 Prozent, Argentinien auf 4,9 Prozent.
Auch Mittelamerika steht stark da. Guatemala soll 6,1 Prozent beim Travel-&-Tourism-BIP erreichen, Panama 8,4 Prozent. Brasilien wächst mit 2,1 Prozent langsamer als einige Nachbarn, bleibt aber als großer Markt wichtig. Venezuela sticht mit 33,2 Prozent Wachstum beim Travel-&-Tourism-BIP heraus. Das ist ordentlich Tempo. Und ja, das wird den regionalen Schnitt ordentlich nach oben ziehen.
- Ecuador: 11,6 Prozent Wachstum
- Bolivien: 10,3 Prozent Wachstum
- Kolumbien: 5,7 Prozent Wachstum
- Guatemala: 6,1 Prozent Wachstum
- Panama: 8,4 Prozent Wachstum
Was das für Hotels und Destinationen heißt
Für Hotels zählt 2026 vor allem eines: Nachfrage in Umsatz übersetzen. Wer im Leisure- und Inlandsmarkt stark ist, profitiert zuerst. Wer nur auf Fernmärkte setzt, hat es schwerer. Der WTTC nennt drei Hebel, die für die Region wichtig bleiben: bessere Anbindung, mehr Infrastruktur und gut ausgebildete Teams.
Die praktischen Hebel
- Connectivity: mehr Direktverbindungen und bessere Anreisewege
- Destination-Infrastruktur: Straßen, Flughäfen, Terminal-Kapazitäten, Gästeführung
- Vertrauen: stabile Reisebedingungen und verlässliche Preise
- Arbeitskräfte: Recruiting, Training und Bindung im Betrieb
Wo die Risiken liegen
Der WTTC warnt auch vor Gegenwind. Inflation kann Buchungen drücken. Schlechteres Konsumklima bremst Freizeit- und Geschäftsreisen schnell aus. Dazu kommt: Wenn Airlines Frequenzen kürzen oder Flughäfen überlastet sind, verliert die Region sofort Tempo. Genau deshalb bleibt Kapazitätsmanagement für 2026 ein echtes Thema.
Die Wachstumsaussicht ist stark, aber sie kommt nicht automatisch in die Kassen. Wer heute sauber mit Daten, Vertrieb und Pricing arbeitet, landet vorne. Wer abwartet, schaut zu, wie andere die Nachfrage einsammeln.
Was du jetzt beobachten solltest
- Entwickelt sich der Inlandstourismus weiter so robust wie 2025?
- Steigen internationale Ausgaben schneller als die Zimmerpreise?
- Kommt neue Luftverkehrskapazität in die großen Märkte?
- Bleibt die Preisstabilität in Zielmärkten erhalten?
Die Prognose des WTTC ist kein Selbstläufer, aber ein klarer Hinweis: Zentral- und Südamerika starten mit Rückenwind in 2026. Wer dort arbeitet, investiert oder verkauft, sollte die Märkte jetzt eng beobachten.

