Turkish Airlines will Premium Economy ab Anfang 2028 einführen. Losgehen soll es mit neuen Airbus A350, später folgen Umbauten in der Langstreckenflotte. Das hat Chairman Murat Şeker laut Skift beim IATA-Treffen in Rio gesagt.
Für die Airline ist das ein klarer Kurswechsel. Jahrelang galt Premium Economy in Istanbul als unnötig, jetzt zieht Turkish Airlines bei einem Segment nach, das für viele Airlines gut verkauft und oft starke Margen bringt.
Warum Turkish Airlines umschwenkt
Die Ansage ist deutlich: Turkish Airlines will Premium Economy. Laut Skift nannte Murat Şeker als Zeitfenster „as early as 2028 – at the beginning of 2028“ und verknüpfte den Start direkt mit den Airbus A350.
Damit rückt die Airline von ihrer bisherigen Haltung ab. Turkish Airlines hatte lange argumentiert, dass sie mit vergleichsweise günstigen Business-Class-Tarifen und ihrem Drehkreuz in Istanbul auch ohne diese Zwischenklasse gut fährt. Genau das kippt jetzt.
Was die neue Kabine praktisch bedeutet
Der Einstieg soll über neue A350 laufen. Danach plant die Airline laut Bericht auch Umbauten an der bestehenden Widebody-Flotte. Dafür hilft die eigene Wartungssparte Turkish Technic, die solche Retrofit-Projekte abarbeiten kann.
Warum das für Airlines zählt
Premium Economy sitzt genau zwischen Economy und Business. Für viele Reisende ist das die Klasse, in der sie mehr Platz wollen, aber keinen Business-Tarif zahlen. Für Airlines ist das spannend, weil der Sitz mehr Umsatz pro Platz bringen kann als reine Economy.
- mehr Beinfreiheit als in der Economy
- bessere Sitzbreite und mehr Neigung
- höherer Ticketpreis als in der Economy
- deutlich niedrigerer Preis als in der Business Class
Turkish Airlines war lange ein Sonderfall
Der jetzige Schritt wirkt auch deshalb so groß, weil Turkish Airlines früher schon eine Art Vorläufer im Programm hatte. Die Airline führte vor rund 15 Jahren auf Boeing 777-300ER eine Comfort Class ein, laut den im Feed mitgelieferten Angaben mit breiteren Recliner-Sitzen in 2-3-2-Anordnung. Das ist nicht identisch mit Premium Economy, zeigt aber: Die Nachfrage nach mehr Komfort auf der Langstrecke ist kein neues Thema.
Heute sieht die Lage anders aus. Viele große Airlines haben Premium Economy längst fest im Angebot. Turkish Airlines gehörte zu den letzten großen Verweigerern. Genau diese Lücke schließt die Airline jetzt.
Warum der Markt Druck macht
Premium Economy hat sich für viele Carrier zu einem wichtigen Zusatzgeschäft entwickelt. Das Segment zieht sowohl Freizeitgäste als auch Geschäftsreisende an, die mehr Platz brauchen, aber nicht in die teure Business Class wechseln wollen.
Wer die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt, sieht das Muster klar: Wenn die Nachfrage nach Premium-Sitzen steigt und Flotten modernisiert werden, kommt Premium Economy fast automatisch auf den Tisch. Turkish Airlines ist da keine Ausnahme mehr, sondern folgt einem Branchentrend, den Skift in seinem Bericht als wachsenden Erlösbringer beschreibt.
- Startziel: Anfang 2028
- Erste Flugzeuge: Airbus A350
- Umbauten: später in der Widebody-Flotte
- Technischer Hebel: Turkish Technic
- Frühere Zwischenklasse: Comfort Class auf Boeing 777-300ER
Was jetzt spannend bleibt
Offen ist vor allem die Ausgestaltung. Sitzprodukt, Serviceumfang, Preisabstand zur Economy und Buchungsklassen entscheiden am Ende, ob Premium Economy bei Turkish Airlines nur nett klingt oder wirklich zieht.
Auch die Frage nach dem Retrofit-Tempo bleibt offen. Neue A350 kann die Airline schnell ausstatten. Der breite Umbau der Flotte braucht dagegen Zeit, Hangarkapazität und saubere Planung. Genau da spielt Turkish Technic eine Schlüsselrolle.
Premium Economy wird für Turkish Airlines damit zum echten Wendepunkt. Die Airline steigt nicht in ein Experiment ein, sondern in ein Segment, das für Langstreckenanbieter längst zur Normalität gehört.

