Markus Krebs ist General Manager des La Bahia Hotel & Spa in Santa Cruz, Kalifornien – dem ersten Luxushotel der Küstenstadt, das im September 2025 eröffnet hat. Der erfahrene Hospitality-Profi aus der DACH-Region leitete die komplette Pre-Opening-Phase und wurde 2025 mit dem „Resilience in Leadership Award“ ausgezeichnet. Seine Karriere führte ihn über Hawaii und Thailand an die kalifornische Pazifikküste.
Manche Karrieren verlaufen geradlinig. Die von Markus Krebs nicht. Hawaii, Thailand, Beverly Hills – und jetzt Santa Cruz: Der Hotelier hat sich seinen Weg um den Globus selbst gebaut, Station für Station. Heute ist er General Manager des La Bahia Hotel & Spa, dem ersten Luxushotel der kalifornischen Küstenstadt. Eröffnet im September 2025, 155 Zimmer, Blick auf die Monterey Bay.
Der Anfang: Beverly Hills als Türöffner
Krebs' internationale Laufbahn beginnt mit einem klassischen Sprungbrett – und dem nötigen Mut, ihn zu nutzen. Nach seinem Abschluss als Hotelbetriebswirt bekommt er die Chance, über ein Student-Working-Visa-Programm im The Beverly Hilton in Beverly Hills zu arbeiten.
Diese Erfahrung hat mir die Tür zu der internationalen Laufbahn geöffnet, von der ich immer geträumt habe.
– Markus Krebs, General Manager La Bahia Hotel & Spa
Was danach folgt, ist kein gerader Weg, sondern eine bewusste Entscheidung für Breite statt Tiefe: Hawaii, Thailand, und schließlich zurück an die US-Westküste. Jede Station hinterlässt Spuren – im Führungsstil, im Verständnis von Gastfreundschaft, im Umgang mit Teams.
Hawaii und Thailand: Gastfreundschaft als Haltung
Besonders prägend sind für Krebs zwei Destinationen: Hawaii und Thailand. Nicht wegen der Resorts oder der Infrastruktur – sondern wegen der Mentalität.
Dort ist Gastfreundschaft etwas Natürliches, nichts Einstudiertes.
– Markus Krebs
Das klingt wie eine Phrase, meint aber etwas Konkretes: In vielen westlichen Häusern wird Service als Prozess gedacht – Checklisten, Standards, Audits. In den besten asiatischen und pazifischen Häusern entsteht er aus einer anderen Grundhaltung heraus. Wer das einmal erlebt hat, will es nicht mehr missen – und will es in die eigene Führungsarbeit übersetzen.
Pre-Opening in Santa Cruz: Die größte Herausforderung
Das La Bahia Hotel & Spa in Santa Cruz war kein einfaches Projekt. Krebs begleitet das Haus von Beginn an – durch eine Pre-Opening-Phase, die von verschobenen Terminen und permanenter Unsicherheit geprägt ist. Für viele Führungskräfte ist genau das der härteste Teil eines Hotel-Launches.
Das Timing-Problem beim Team-Aufbau
Die größte operative Herausforderung: Wann stellt man ein? Zu früh, und das Team wartet wochenlang ohne richtiges Arbeitsumfeld. Zu spät, und Training sowie Servicekultur haben keine Chance, sich zu entwickeln.
Wir mussten genau den richtigen Moment finden, um Mitarbeitende einzustellen: nicht zu früh, aber auch nicht zu spät, damit Training und Servicekultur funktionieren.
– Markus Krebs
Krebs' Antwort auf diesen Druck: Ruhe bewahren und dem Team Orientierung geben – auch dann, wenn die eigene Unsicherheit groß ist. Das ist leichter gesagt als getan, wenn Eröffnungstermine sich immer wieder verschieben und Entscheidungen täglich neu getroffen werden müssen.
Das Hotel selbst
Resilienz als Führungsprinzip
2025 wird Krebs mit dem „Resilience in Leadership Award“ ausgezeichnet. Eine Ehrung, die er – typisch für Führungskräfte mit echtem Teamverständnis – nicht für sich allein beansprucht.
Resilienz bedeutet für mich nicht Unverwundbarkeit, sondern Optimismus und Lösungsorientierung, besonders in herausfordernden Phasen.
– Markus Krebs
Das ist keine PR-Formel. In der Hotellerie, wo Lieferketten reißen, Mitarbeitende kurzfristig ausfallen und Gäste täglich andere Erwartungen mitbringen, ist genau diese Haltung entscheidend. Lösungsorientierung statt Lähmung – das lässt sich nicht verordnen, aber vorleben.
Sein Bild von modernem Luxus
Was bedeutet Luxus im Jahr 2025 für einen erfahrenen GM? Für Krebs ist die Antwort klar – und sie hat wenig mit Marmor oder Butler-Service zu tun.
- Bedürfnisse erkennen, bevor sie ausgesprochen werden
- Authentische lokale Erlebnisse schaffen statt generischer Angebote
- Wellness umfassend denken – mit emotionalem Tiefgang
- Integrierte Gesundheitsangebote als Teil des Aufenthalts
- Starker regionaler Bezug als Differenzierungsmerkmal
Das Schlagwort heißt Intuition. Moderner Luxusservice bedeutet, die Bedürfnisse zu erkennen, bevor sie ausgesprochen werden – so formuliert es Krebs selbst. Das setzt voraus, dass das Team wirklich präsent ist, zuhört und versteht. Kein Tool ersetzt das.
Santa Cruz: Leben zwischen Klippen und Kreativszene
Santa Cruz ist nicht Los Angeles. Keine Glamour-Kulisse, kein Megacity-Trubel. Krebs schätzt genau das: die Mischung aus Natur, Kreativität und entspannter Küstenkultur. Nach intensiven Arbeitstagen findet er den Ausgleich direkt vor der Haustür – bei Spaziergängen entlang der Klippen, nah am Wasser.
Seine Frau Bettina, ebenfalls in der Hotellerie tätig, teilt diesen Lebensentwurf. Die gemeinsame Entscheidung für das Ausland war bewusst und früh getroffen.
Schon früh wussten wir, dass wir im Ausland beruflich und persönlich am besten wachsen.
– Markus Krebs
Hospitality-Profis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz genießen international einen guten Ruf – besonders in puncto Präzision, Verlässlichkeit und strukturiertes Qualitätsmanagement. Wer früh internationale Erfahrung sammelt (Student-Work-Programme, Management-Trainee-Stellen in Asien oder den USA), kehrt mit einem Wettbewerbsvorteil zurück – oder bleibt dauerhaft im Ausland. Für den Einstieg eignen sich Programme wie das J-1 Visa der USA, Work-and-Travel-Optionen in Australien und Neuseeland sowie Trainee-Stellen bei internationalen Ketten wie Hilton, Marriott oder Four Seasons.
