Marriott International flaggt zwei bestehende Lima-Hotels bis 2028 um: Das aktuelle JW Marriott Hotel Lima in Miraflores wird zum Ritz-Carlton, Lima – erst das zweite Ritz-Carlton auf dem südamerikanischen Kontinent. Das bisherige Westin Lima Hotel & Convention Center in San Isidro übernimmt dafür den JW-Marriott-Brand.
Ein Tausch mit Kalkül
Was auf den ersten Blick wie ein simples Rebranding wirkt, ist eine klare strategische Positionierung: Marriott holt seinen Premium-Luxusbrand Ritz-Carlton in eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas – Lima. Konkret bedeutet das: Das heutige JW Marriott Hotel Lima im Stadtteil Miraflores wird zum Ritz-Carlton, Lima. Das bisherige Westin Lima Hotel & Convention Center im Geschäftsviertel Paseo Begonias, San Isidro, nimmt den JW Marriott-Brand auf.
Beide Conversions sollen laut Marriott International 2028 abgeschlossen sein. Genaue Investitionssummen oder Zimmeranzahlen nach der Umflaggung nannte das Unternehmen nicht.
Ritz-Carlton: erst das zweite Haus in Südamerika
Der Ritz-Carlton-Brand ist in Südamerika dünn besiedelt. Lima würde das zweite Haus des Portfolios auf dem Kontinent werden – nach dem bestehenden Standort, über den Marriott keine weiteren Details veröffentlichte. Zum Vergleich: In der Region insgesamt betreibt der Brand mehr als zehn Häuser, verteilt auf Mexiko, Costa Rica, Chile und die Karibik.
Lima als Standort ist kein Zufall. Die peruanische Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren als ernstzunehmendes Gastronomiezentrum etabliert – Restaurants wie Central, Maido oder Kjolle zählen regelmäßig zu den besten der Welt. Dazu kommt eine wachsende Zahl internationaler Business-Reisender und ein touristisches Interesse, das über den klassischen Machu-Picchu-Stopover hinausgeht.
„Die Transformation der beiden Häuser ist ein Meilenstein für die Entwicklung der Hotellerie in Lima und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Stadt auf der globalen Reisekarte als dynamisches urbanes Zentrum.“
– Walter Regidor, Regional Vice President Central & South America, Marriott International
JW Marriott zieht ins Business-Viertel
Der JW-Marriott-Brand übernimmt den Standort Paseo Begonias – ein gemischt genutztes Stadtquartier mit Büros, Retail und Hotellerie. Das passt: JW Marriott positioniert sich als zeitgemäßer Luxus-Brand für Business-Reisende mit Anspruch auf Wohlfühlatmosphäre jenseits des klassischen Konferenzhotels.
Marriott betreibt aktuell 17 Luxury-Häuser in Lateinamerika, verteilt auf Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko und Panama. Peru ergänzt diesen Footprint – und zwar nicht mit einem Neubau, sondern durch Conversion bestehender Substanz. Das spart Entwicklungszeit und Investitionsrisiko.
- Tambo del Inka, a Luxury Collection Resort & Spa – Cusco
- JW Marriott Hotel Lima (Miraflores) → wird 2028 zu The Ritz-Carlton, Lima
- The Westin Lima Hotel & Convention Center (San Isidro) → wird 2028 zu JW Marriott Hotel Lima
Angaben laut Pressemitteilung Marriott International, Mai 2025.
Conversion statt Neubau – ein Branchen-Trend
Marriott ist nicht das einzige Unternehmen, das auf Conversions setzt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bestandsimmobilien in etablierten Lagen sind schwer zu replizieren. Ein Neubau in Miraflores oder San Isidro würde Jahre dauern und Grundstückspreise aufrufen, die die Projektrendite drücken.
Für Eigentümer bedeutet eine Umflaggung dagegen oft einen direkten Uplift – höhere Average Daily Rate, bessere Auslastung durch Loyalitätsprogramm (Marriott Bonvoy zählt über 220 Millionen Mitglieder) und Zugang zu globalem Distribution-Netzwerk.
- Conversion abgeschlossen 2028 – beide Häuser gleichzeitig
- Ritz-Carlton, Lima: erst zweites Ritz-Carlton in Südamerika
- JW Marriott Hotel Lima: neuer Standort im Mixed-Use-Viertel Paseo Begonias
- Bestehendes Luxury-Portfolio in Peru: Tambo del Inka in Cusco bleibt unverändert
- Marriott Bonvoy als globale Distribution-Plattform für beide Häuser
Lima auf der Luxuskarte
Das Timing ist bewusst gewählt. Lima hat in den letzten Jahren international Aufmerksamkeit auf sich gezogen – durch Kulinarik, Architektur und eine zunehmend diverse Kreativszene. Gleichzeitig wächst der Anteil wohlhabender Inlandstouristen in Peru, die Luxuserlebnisse in der eigenen Hauptstadt suchen.
Für Marriott bedeuten die beiden Conversions einen Test: Trägt der südamerikanische Markt ein zweites Ritz-Carlton? 2028 wird die Antwort sichtbar. Bis dahin laufen beide Häuser unter ihren aktuellen Brands – Westin und JW Marriott – weiter.

