Beim Nachwuchswettbewerb „Die besten 10“ der Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg traten 24 Auszubildende an der Johann-Georg-Doertenbach-Schule in Calw gegeneinander an. Den Kochsieg holte sich erstmals ein Teilnehmer aus dem Saarland: Maximilian Brausch von der Seezeitlodge Hotel in Gonnesweiler. Den Servicepreis gewann Tabea Lampert vom Hotel Bareiss.
Neun Stunden Wettbewerb, eine Fachjury, 24 Azubis – und ein Sieger, den niemand so erwartet hatte. Beim diesjährigen Wettbewerb „Die besten 10“ der Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg (MVG) setzte sich Maximilian Brausch von der Seezeitlodge Hotel im saarländischen Gonnesweiler gegen Kandidaten aus Häusern wie der Traube Tonbach und dem Hotel Bareiss durch. Ein Ergebnis, das aufhorchen lässt.
Ein Sieg aus dem Saarland
Dass der Kochsieg nicht an einen klassischen Baden-Württemberg-Betrieb geht, ist neu in der Geschichte des Wettbewerbs. Brausch kommt aus einem MVG-Mitgliedsbetrieb außerhalb des Stammlands – und genau das interpretiert die Vereinigung als Signal: Der Wettbewerb öffnet sich. Mitgliedshotels und Partnerorganisationen jenseits der Landesgrenzen sind willkommen, ihre besten Azubis ins Rennen zu schicken.
Noch ein Novum in diesem Jahr: Zum ersten Mal nahm ein Auszubildender aus einem Betrieb des Schweizer Cercle des Chefs de Cuisine Berne teil. Die Zusammenarbeit mit Partnervereinigungen wächst also spürbar.
Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Begeisterung die jungen Leute dabei sind.
– Frank Widmann, Vorsitzender der Kochjury und Seniorchef von Widmann's Albleben, Königsbronn-Zang
Was beim Wettbewerb bewertet wird
„Die besten 10“ läuft seit Anfang der 1990er-Jahre – immer im Frühjahr, immer an der Johann-Georg-Doertenbach-Schule in Calw. Teilnehmen können Azubis aus Mitgliedsbetrieben der MVG und ihrer Partnerorganisationen, in der Regel aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr. Wer antritt, hat gut neun Stunden Wettbewerbszeit vor sich.
Die Jury bewertet dabei mehr als reines Handwerk:
- Handwerkliches Können und Kreativität in der Küche
- Servicequalität und professionelles Auftreten
- Teamarbeit in der gemeinsamen Wertung
- Selbstständigkeit unter Wettbewerbsbedingungen
Der Wettbewerb gilt zudem als gute Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfung – strukturiertes Arbeiten unter Druck ist dort wie hier gefragt.
Küche
- 🥇 Maximilian Brausch – Seezeitlodge Hotel, Gonnesweiler
- 🥈 Hannes Krauß – Landgasthof Lamm, Aalen-Ebnat
- 🥉 Emil Backes – Traube Tonbach, Baiersbronn
Service
- 🥇 Tabea Lampert – Hotel Bareiss, Baiersbronn
- 🥈 Marco Pelda – Traube Tonbach, Baiersbronn
- 🥉 Vianne Kremer – Seezeitlodge Hotel, Gonnesweiler
Teamwertung
- 🥇 Laurin Karle & Tabea Lampert – Hotel Bareiss, Baiersbronn
Siegerehrung erstmals im Dehoga-Campus
Auch das Format der Preisverleihung bekam 2025 ein Upgrade. Statt der üblichen Abschlussrunde fand die Siegerehrung erstmals im Rahmen einer Abendveranstaltung im benachbarten Dehoga-Campus statt. Ein bewusster Schritt: Die Arbeit der Azubis soll sichtbarer werden – nicht nur intern, sondern als Statement in die Branche hinein.
MVG-Präsident Uwe Staiger betonte den „wachsenden Teamgeist“ und hob hervor, wie viel die Teilnehmer „für ihre persönliche Entwicklung dabei herausziehen können“.
Was dieser Wettbewerb für die Branche bedeutet
Nachwuchsmangel ist in Hotellerie und Gastronomie kein abstraktes Problem mehr. Wer heute als Betrieb gute Azubis halten will, braucht mehr als Gehalt – er braucht Perspektive, Sichtbarkeit und Wertschätzung. Wettbewerbe wie „Die besten 10“ liefern genau das: eine Bühne, auf der sich Leistung lohnt.
Die Öffnung des Formats über Landesgrenzen hinaus ist dabei kein symbolischer Akt. Wenn ein Azubi aus dem Saarland die stärksten Köche aus Schwarzwald-Traditionshotels schlägt, sendet das ein klares Signal an Betriebe überall im deutschsprachigen Raum: Mach mit, schick deine Besten.

