Jason Zvatora verantwortet als Vice President of Commercial Strategy Asia Pacific bei OUTRIGGER Resorts & Hotels die kommerzielle Ausrichtung der Kette im Pazifik-Raum. Die Marke setzt auf ortsgebundene Kulturerlebnisse statt generisches Resort-Feeling – und denkt Umsatz weit über den Zimmerpreis hinaus. 2025 zählte Zvatora zu den HSMAI Top 25 Extraordinary Minds in Hospitality Sales, Marketing und Revenue Optimization.
Beachfront ohne Blabla: Was OUTRIGGER anders macht
Viele Resorts verkaufen Strand. OUTRIGGER verkauft, wo dieser Strand liegt – und was dort seit Generationen passiert. Das ist der Kern von Zvatoras Argumentation: Kulturelle Authentizität ist kein Nice-to-have im Marketing-Deck, sondern ein handfester kommerzieller Hebel.
Die Kette, die ihren Hauptsitz in Honolulu hat und Häuser von Hawaii über Fiji bis zu den Malediven betreibt, baut Erlebnisse konsequent um den jeweiligen Ort herum. Kein Copy-Paste-Programm, das in Bali genauso läuft wie auf Mauritius. Lokale Kultur, lokale Rituale, lokale Menschen – das zieht Gäste an, die mehr wollen als Pool und Buffet.
- Hauptsitz: Honolulu, Hawaii
- Präsenz: Hawaii, Fiji, Malediven, Thailand, Mauritius u. a.
- Positionierung: Beachfront-Spezialist mit Fokus auf kulturelle Echtheit
- Jason Zvatora: VP Commercial Strategy APAC seit Juli 2022
- Auszeichnung: HSMAI Top 25 Extraordinary Minds 2025
Familien und Paare: Zwei Welten, ein Haus
Romance Travel und Familienurlaub – das klingt nach einem Zielgruppenkonflikt, den viele Resorts lieber vermeiden. Zvatora sieht das anders. OUTRIGGER bespielt beide Segmente bewusst, weil die Buchungslogik dahinter unterschiedlich funktioniert: Paare buchen oft kurzfristiger, reagieren stärker auf emotionale Trigger und sind bereit, für Exklusivität mehr auszugeben. Familien planen länger im Voraus, buchen mehr Zusatzleistungen und haben eine höhere Total Spend pro Aufenthalt.
Der entscheidende Punkt: Wer nur auf den Zimmerpreis schaut, versteht beide Segmente falsch.
Total Revenue: Der blinde Fleck vieler Revenue Manager
Room Revenue ist das, was die meisten Systeme zuerst messen. Aber ein Gast, der 180 Euro die Nacht zahlt und jeden Abend im Hotelrestaurant isst, zwei Tauchausflüge bucht und eine Massage nimmt, ist wertvoller als ein Gast, der 220 Euro für die Nacht zahlt und das Resort kaum betritt.
Zvatora macht Total Revenue zur zentralen Steuerungsgröße für OUTRIGGER APAC. Das hat direkte Konsequenzen für Pricing, Channel-Mix und wie die Kette ihre Pakete schnürt. Aktivitäten, F&B und Spa sind keine Zusatzumsätze – sie sind Teil der kommerziellen Kernstrategie.
- Zimmerpreis allein sagt wenig über den Gästewert aus
- Kulturelle Erlebnisse erhöhen den Anteil des In-Resort-Spends
- Paket-Angebote bündeln Wert und senken die Preissensibilität
- Buchungsmuster verschieben sich – kürzere Vorlaufzeiten erfordern flexiblere Yield-Strategien
- Romance- und Familiensegment parallel bespielen ist möglich, wenn die Raumkonzepte passen
Buchungsmuster im Wandel
Was Zvatora in Gesprächen mit Hotels Magazine beschreibt, deckt sich mit dem, was Revenue Manager weltweit beobachten: Die Vorlaufzeiten werden kürzer. Gäste entscheiden später, buchen impulsiver – und erwarten trotzdem Verfügbarkeit zu vernünftigen Konditionen.
Für eine Marke wie OUTRIGGER, deren Häuser oft auf Inseln mit begrenzter Kapazität liegen, ist das eine echte Herausforderung. Zu früh zu viel Inventar zu günstig freigeben kostet Marge. Zu lange warten riskiert Leerstand. Die Antwort liegt in besseren Daten, schnelleren Entscheidungszyklen und einer klaren Segmentstrategie, die nicht bei jedem Buchungsimpuls neu kalibriert werden muss.
HSMAI-Auszeichnung: Was das für die Branche bedeutet
Die Aufnahme in die HSMAI Top 25 Extraordinary Minds ist keine Lifestyle-Auszeichnung. Die Hospitality Sales and Marketing Association International zeichnet Führungskräfte aus, die messbar etwas bewegen – in Sales, Marketing, Revenue Optimization oder Distribution. Zvatora steht damit in einer Reihe mit den kommerziell stärksten Köpfen der globalen Hotelbranche.
Für OUTRIGGER ist die Auszeichnung ein Signal nach außen: Die Kette denkt strategischer, als das Beachfront-Klischee vermuten lässt.
- KPI-Shift: RevPAR als alleinige Steuerungsgröße reicht nicht. TRevPAR (Total Revenue per Available Room) abbilden.
- Erlebnis monetarisieren: Kulturelle Aktivitäten nicht kostenlos anbieten – sie haben einen Wert, der kommuniziert werden kann.
- Segmente schärfen: Romance und Familie haben unterschiedliche Buchungslogiken. Separate Pakete, separate Kanäle.
- Vorlaufzeiten monitoren: Wenn Buchungsfenster kürzer werden, müssen Yield-Strategien dynamischer reagieren.
Expansion APAC: Wohin geht die Reise?
Zvatora sitzt auf dem Gold Coast – einem der lebhaftesten Hotelmärkte Australiens. OUTRIGGER denkt in der Region weiter. Konkrete neue Standorte hat die Kette noch nicht offiziell kommuniziert, aber die kommerzielle Infrastruktur, die Zvatora aufbaut, ist klar auf Wachstum ausgelegt: skalierbare Revenue-Strukturen, ein klares Markenversprechen und die Fähigkeit, kulturelle Echtheit auch in neuen Märkten operativ umzusetzen.
Das ist die eigentliche Herausforderung bei Expansion: Authentizität lässt sich nicht importieren. Sie muss vor Ort entstehen – mit lokalen Partnern, lokalem Wissen, lokalem Personal. Wer das skalieren will, braucht mehr als ein gutes Konzept auf Papier.


