Premier Inn ist in Deutschland erstmals profitabel. Der britische Mutterkonzern Whitbread betreibt hierzulande 71 Hotels und will bis 2030 auf 20.000 Zimmer wachsen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres legte der Deutschland-Umsatz um 82 Prozent zu.
Zehn Jahre nach dem Markteintritt hat Whitbread mit Premier Inn in Deutschland einen zentralen strategischen Meilenstein erreicht: Das Deutschland-Geschäft schreibt schwarze Zahlen. Das geht aus den Halbjahresergebnissen für das Geschäftsjahr 2025 hervor, die der Konzern zuletzt veröffentlicht hat.
Die Zahlen im Überblick
Der Deutschland-Umsatz von Premier Inn kletterte im ersten Halbjahr auf 95 Millionen britische Pfund – umgerechnet rund 109 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Zahl der Übernachtungen um 22 Prozent. Das britische Stammgeschäft blieb dagegen weitgehend stabil.
Zehn Jahre Geduld – und ein klares Konzept
Premier Inn ist 2014 in Deutschland gestartet – zu einer Zeit, als das Budget-Segment hierzulande fest in der Hand von Ibis, Motel One und B&B Hotels war. Der Einstieg war kein Sprint. Whitbread hat systematisch Standorte aufgebaut, pandemiebedingten Verzögerungen beim Bau getrotzt und dabei konsequent auf das eigene Produkt gesetzt: solide Zimmer, klare Preise, hoher Wiedererkennungswert.
Das zahlt sich jetzt aus. 71 Häuser, erstmals Profit auf Jahresbasis – und ein Expansionsplan, der nicht kleinlich ist.
Super-8-Übernahme als Wachstumsbeschleuniger
Ein Teil des Wachstums geht auf eine strategische Akquisition zurück: Whitbread hat nahezu alle deutschen Hotels der US-Budgetmarke Super 8 übernommen – darunter Standorte in München, Freiburg, Hamburg und Koblenz. Die Häuser werden unter dem Premier-Inn-Banner weitergeführt. Das beschleunigt den Aufbau des Portfolios erheblich, ohne jeden Standort neu von Grund auf entwickeln zu müssen.
Was das für das Portfolio bedeutet
- Schnellere Standortdichte in Städten, in denen Premier Inn bisher fehlte
- Bestehende Betriebsstrukturen können direkt übernommen und umgeflaggt werden
- Niedrigere Einstiegskosten als bei Neubauten
- Zusätzliche Marktanteile im mittleren Budget-Segment
Ziel: 20.000 Zimmer bis 2030
Whitbread hat intern das Ziel ausgegeben, in Deutschland bis 2030 auf 20.000 Zimmer zu wachsen. Aktuell betreibt die Kette 71 Häuser – wie viele Zimmer das genau sind, hat der Konzern nicht im Detail kommuniziert. Klar ist: Um das 2030-Ziel zu erreichen, braucht es weiteres organisches Wachstum und vermutlich weitere Übernahmen.
Das Budget- und Economy-Segment ist in Deutschland hart umkämpft. Zu den etablierten Playern zählen Motel One (rund 100 Hotels in DE), ibis/ibis budget (Accor-Marken, flächendeckend vertreten) und B&B Hotels (über 150 Häuser). Premier Inn kommt mit 71 Häusern und dem klaren Wachstumsziel in eine Poleposition – muss dabei aber gegen Marken antreten, die in Deutschland seit Jahrzehnten bekannt sind.
Was das für die Branche bedeutet
Der Turnaround von Premier Inn Deutschland ist kein isoliertes Unternehmensereignis. Er zeigt, dass der deutsche Hotelmarkt auch für internationale Budgetmarken profitabel zu betreiben ist – wenn Produktkonsistenz und Standortstrategie stimmen. Das dürfte andere Ketten ermutigen, ähnliche Expansionspläne hierzulande zu konkretisieren.
Für Fachkräfte in der Branche bedeutet das: Premier Inn wird in den nächsten Jahren einer der aktivsten Arbeitgeber im Budget-Segment sein. Mit 20.000 Zimmern bis 2030 braucht der Konzern Personal – vom Front Office bis zur Betriebsleitung.
- Premier Inn schreibt in Deutschland erstmals Gewinn – nach zehn Jahren Aufbauarbeit
- 82 Prozent Umsatzwachstum und 22 Prozent mehr Übernachtungen im ersten Halbjahr 2025
- Super-8-Übernahme (u.a. München, Hamburg, Freiburg, Koblenz) beschleunigt die Expansion
- Ziel: 20.000 Zimmer in Deutschland bis 2030
- UK-Stammgeschäft stabil – Deutschland wird zum Wachstumsträger des Konzerns
