Bis 2040 überschreiten rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Das sind 30,0 % der Erwerbspersonen, die dem Arbeitsmarkt 2025 zur Verfügung standen.
Für Hospitality-Betriebe heißt das: Der Druck auf Recruiting, Einarbeitung und Bindung steigt. Wer jetzt nur auf klassische Stellenanzeigen setzt, verliert Tempo.
13,3 Millionen Erwerbspersonen gehen bis 2040 in den Ruhestand. Das meldet das Statistische Bundesamt Destatis auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025. Die Zahl entspricht 30,0 % aller Erwerbspersonen des Vorjahres.
Die Lücke trifft nicht nur die Industrie. Auch Hotels, Restaurants und Spas spüren das direkt. Dort fehlen heute schon viele Hände. Wenn die stärksten Jahrgänge gehen, wird aus Personalmangel schnell ein Strukturproblem.
- 13,3 Millionen Erwerbspersonen überschreiten bis 2040 das Rentenalter.
- 30,0 % der Erwerbspersonen von 2025 fallen damit langfristig weg.
- 5,5 Millionen Erwerbspersonen stellten die 55- bis 59-Jährigen im Jahr 2025.
- 4,5 Millionen Erwerbspersonen kamen aus der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen.
- 27,0 % der Erwerbspersonen waren 2025 bereits 55 Jahre oder älter.
Warum das für die Branche zählt
Die Zahlen zeigen vor allem eins: Der Nachwuchs ersetzt die Abgänge nicht automatisch. Destatis schreibt selbst, dass jüngere Altersgruppen die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen können. Für Betriebe mit engem Dienstplan heißt das: freie Stellen bleiben länger offen, Teams werden dünner, Überstunden werden normal.
Wo der Druck zuerst spürbar wird
- Front Office und Housekeeping mit hoher Fluktuation
- Frühschicht in Küche und Service
- Spontane Ausfälle an Wochenenden und Feiertagen
Besonders heikel: Viele Häuser suchen nicht nur mehr Leute, sondern zugleich erfahrene Kräfte. Genau die gehen gerade in großer Zahl Richtung Ruhestand. Das ist kein theoretisches Problem. Das ist Praxis im Dienstplan.
Ältere Beschäftigte bleiben länger im Spiel
Ein Teil der Gegenbewegung läuft schon. Der Anteil der Erwerbspersonen ab 55 Jahren stieg laut Destatis von 20,7 % im Jahr 2015 auf 27,0 % im Jahr 2025. Auch die Gruppe ab 65 Jahren legte zu: von 2,5 % auf 4,3 %.
Was Betriebe daraus lernen können
- Arbeitszeiten flexibler machen
- Schichten klarer planen
- körperlich schwere Jobs besser aufteilen
- Wissen im Team dokumentieren
Das heißt nicht, dass ältere Mitarbeitende die Lücke schließen. Aber sie können länger im Betrieb bleiben, wenn Aufgaben, Taktung und Führung passen. Wer das ignoriert, verschenkt Zeit.
Was jetzt konkret hilft
Der erste Schritt ist simpel: Nicht auf den perfekten Bewerber warten. Besser funktionieren gemischte Teams, klare Einarbeitung und weniger Reibung im Alltag. Dazu kommen Mini-Stellen, Teilzeitmodelle und eine saubere Schichtlogik.
Drei Hebel für Hotels und Gastro-Betriebe
- Arbeitsplätze neu schneiden: Nicht jede Rolle braucht volle Stunden oder volle Wochenpräsenz.
- Wissen sichern: Checklisten, Übergaben und kurze Trainings retten jeden Monat Zeit.
- Rekrutierung breiter denken: Wiedereinsteiger, Quereinsteiger und ältere Bewerber nicht aussortieren.
Destatis verweist in der Mitteilung auch auf die Sonderseite zu Fachkräften. Dort bündelt das Amt Daten zu Demografie und Erwerbsbeteiligung auf einer eigenen Sonderseite. Für die Branche ist das keine Statistik für die Schublade. Das ist die Basis für jede Personalplanung der nächsten Jahre.
Was das für Ausbildung und Führung heißt
Wenn erfahrene Kräfte gehen, reicht Nachbesetzen allein nicht. Betriebe müssen neue Leute schneller produktiv machen. Genau da entscheidet sich, ob ein Haus stabil läuft oder ständig in den Notbetrieb kippt.
- Ausbildung enger an den Alltag koppeln
- Mentoring statt bloßes Einlernen
- Führung auf Entlastung statt Kontrolle trimmen
Wer das früh angeht, verschafft sich Luft. Wer wartet, zahlt später mit Stress, Fehlern und leeren Stellen im Schichtplan.

