2025 arbeiteten 7,1 Prozent der rund 30 Millionen Vollzeiterwerbstätigen gewöhnlich mindestens 49 Stunden pro Woche. Bei Selbstständigen mit Beschäftigten lag der Anteil bei 44,5 Prozent, bei Solo-Selbstständigen bei 23,0 Prozent.
Im Schnitt kamen Vollzeiterwerbstätige auf 40,2 Stunden pro Woche. Destatis zeigt auch: Längere Arbeitszeiten treffen ältere Erwerbstätige deutlich häufiger, und in Führungspositionen liegt der Frauenanteil bei 30,3 Prozent.
Lange Wochen, wenig Puffer. Das ist laut Statistischem Bundesamt für viele Erwerbstätige in Deutschland Alltag.
Die zentralen Zahlen
- Vollzeiterwerbstätige mit 49+ Stunden
- 7,1 %
- Selbstständige mit Beschäftigten
- 44,5 %
- Solo-Selbstständige
- 23,0 %
- Vollzeit-Arbeitnehmerinnen und -Arbeitnehmer
- 4,1 %
- Durchschnittliche Wochenarbeitszeit
- 40,2 Stunden
Wer besonders oft zu lange arbeitet
Die Unterschiede sind deutlich. Unter Vollzeitbeschäftigten arbeiteten nur 4,1 Prozent 49 Stunden oder mehr. Bei Selbstständigen mit Beschäftigten waren es 44,5 Prozent, bei Solo-Selbstständigen 23,0 Prozent.
- Vollzeiterwerbstätige insgesamt: 7,1 Prozent
- Selbstständige mit Beschäftigten: 44,5 Prozent
- Solo-Selbstständige: 23,0 Prozent
Destatis nennt dafür keinen einzelnen Auslöser. Klar ist aber: Wer ein eigenes Unternehmen führt, hängt oft länger drin als Angestellte. Abends noch Mails, morgens früher los. Kein Luxusproblem.
Alter macht einen Unterschied
Auch das Alter spielt mit. Bei den 15- bis 24-Jährigen arbeiteten 1,4 Prozent mindestens 49 Stunden pro Woche. In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen lag der Anteil bei 9,6 Prozent.
Was hinter den langen Wochen steckt
Ein Grund laut Destatis: Führungskräfte arbeiten überdurchschnittlich oft sehr lange. Genau dort sitzen auch mehr Männer als Frauen. Der Frauenanteil an Führungspositionen lag 2025 bei 30,3 Prozent, der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen bei 47,1 Prozent.
Seit 1992 hat sich der Frauenanteil in Führungspositionen zwar erhöht, damals lag er bei 25,8 Prozent. Trotzdem bleibt die Lücke groß.
49 Stunden und mehr gelten als überlange Arbeitszeit. 2025 betraf das 7,1 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen. Der Durchschnitt lag bei 40,2 Stunden pro Woche.
Was das für Hotellerie und Gastronomie heißt
Die Pressemitteilung kommt zwar aus der Arbeitsmarktstatistik, passt aber direkt in die Hospitality-Wirklichkeit. In Küchen, im Service und in kleinen Betrieben verschwimmen Grenzen zwischen Dienstplan und Privatleben schnell. Wer selbstständig ein Hotel oder Restaurant führt, landet oft genau in dieser langen-Wochen-Logik.
- Spitzenzeiten sauber planen statt alles auf wenige Köpfe zu laden
- Führungsschichten getrennt von operativen Diensten denken
- Übergaben so bauen, dass nicht jede Info an einer Person hängt
- Arbeitszeiten im Team offen messen, nicht nach Gefühl
Das ist keine Theorie. Wer 49 Stunden und mehr normalisiert, bekommt das Problem irgendwann bei Gesundheit, Fluktuation und Fehlerquote zurück.
Teilzeit, Befristung und Druck von unten
Destatis zeigt auch die andere Seite: 4,9 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiteten 2025 unfreiwillig in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle fanden. Unter den Teilzeitbeschäftigten suchten 6,5 Prozent der Männer und 4,3 Prozent der Frauen einen Vollzeitjob.
Zusätzlich waren 7,2 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Mehr als die Hälfte davon, genau 52,4 Prozent, hatte einen Vertrag mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.
Für Betriebe heißt das: Arbeitszeit ist nicht nur ein HR-Thema. Sie entscheidet mit über Bindung, Belastung und Planbarkeit. Und genau da wird es in vielen Häusern noch eng.

