Das Wichtigste in Kürze

Nach der Insolvenz der Revo Hospitality Group zeichnet sich eine Rettung für den Großteil des Portfolios ab. Laut den Verfahrensverantwortlichen sollen fünf internationale Hotelgruppen und Investoren rund 120 Hotels übernehmen. Für die Konzernzentrale sieht es anders aus: Die 450 Stellen dort lassen sich nach aktuellem Stand nicht fortführen.

Die Insolvenz der Revo Hospitality Group bekommt eine erste klare Richtung. Mehrere Investoren wollen rund 120 Hotels des Betreibers übernehmen, wie die mit der Eigenverwaltung betrauten Rechtsanwälte Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser von GT Restructuring mitteilten.

45 Hotels seien bereits verkauft, für weitere zehn Häuser liefen noch Gespräche über konkrete Lösungen. Von den rund 5.450 Arbeitsplätzen in den Hotels könne der überwiegende Teil erhalten bleiben. In der Zentrale mit 450 Mitarbeitenden gibt es dagegen kaum Spielraum.

Die harten Zahlen
  • Rund 120 Hotels sollen an fünf Investoren und Hotelgruppen gehen.
  • 45 Häuser sind schon verkauft.
  • Für weitere 10 Hotels laufen noch Verhandlungen.
  • Rund 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels stehen auf dem Spiel oder bleiben erhalten.
  • 450 Stellen in der Zentrale gelten aktuell als nicht fortführbar.

Was jetzt mit dem Portfolio passiert

Die Käufer übernehmen jeweils Einzelportfolios mit Häusern in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Die Namen der Investoren sollen laut Bericht in Kürze bekanntgegeben werden. Beim Kaufpreis gilt Stillschweigen. Das ist in solchen Verfahren normal. Es geht zuerst darum, Standorte zu sichern und nicht um schöne Worte.

Auch außerhalb des eigentlichen Insolvenzverfahrens laufen Gespräche weiter. Die Hotels in der Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich stehen laut Bericht nicht im Verfahren und werden weiter betrieben. Dort laufen die Verhandlungen in der finalen Phase.

Warum das für die Branche wichtig ist

Revo zählt zu den größten Multibrand-Betreibern in Europa. Das Unternehmen war mit Hotels und Serviced Apartments in 135 Städten aktiv. Zum Portfolio gehören Marken wie H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick, Ramada und Steigenberger. Genau deshalb schaut die Branche auf diesen Fall besonders genau.

Spannend ist vor allem der schnelle Übergang vom Insolvenzverfahren zur Übernahme. Das hält Häuser offen und verhindert den klassischen Totalausfall im Betrieb.

Was seit der Insolvenz passiert ist

Revo Hospitality Group hatte im Januar und Februar 2026 für insgesamt 138 Hotelgesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Häuser blieben während des Verfahrens geöffnet und buchbar. Nur in wenigen Fällen wurden Pachtverträge im Einvernehmen mit den Eigentümern beendet.

Gordon Geiser sagte dazu: „Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen, das uns die Mitarbeitende, Lieferanten und Vermieter entgegengebracht haben. So konnten wir die Hotels während der Eigenverwaltung erhalten“.

Auch Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser wurden für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zu Geschäftsführern der betroffenen Gesellschaften berufen. Die Verfahren stehen unter gerichtlicher Aufsicht.

  • Häuser blieben geöffnet und buchbar.
  • Nur wenige Pachtverträge wurden beendet.
  • Verhandlungen mit Eigentümern laufen bei einzelnen Standorten weiter.
  • Mehr als 100 Interessenten hatten sich laut GT Restructuring informiert.
  • Rund 20 davon gaben verbindliche Angebote ab.

Was Hoteliers daraus lernen können

1. Tempo schlägt Stillstand

Je schneller ein Insolvenzverfahren in eine tragfähige Übernahme übergeht, desto größer die Chance auf laufenden Betrieb. Genau das zeigt der Fall Revo. Für Hotels mit hohem Franchise- oder Pachtanteil ist das besonders wichtig.

2. Personal bleibt der entscheidende Hebel

Ohne Team läuft kein Haus. Der Bericht macht klar, dass nicht nur Zahlen zählen, sondern auch die Belegschaft. Der überwiegende Teil der Hoteljobs soll bleiben, weil die Häuser im Verfahren weiterliefen.

3. Einzelportfolios sind oft leichter zu verkaufen

Die Investoren übernehmen offenbar nicht alles als Paket, sondern jeweils einzelne Portfolios. Das macht Transaktionen flexibler. Für Betreiber und Eigentümer heißt das: Nicht jedes Haus braucht die gleiche Lösung.


Der Fall ist noch nicht komplett abgeschlossen. Bis Mitte Juni sollen die Investmentvereinbarungen stehen. Erst dann zeigt sich, welche Häuser endgültig wechseln und wo die bisherigen Strukturen bleiben.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Revo-Hotels sollen übernommen werden?

Laut den Verfahrensverantwortlichen sollen rund 120 Hotels an fünf internationale Hotelgruppen und Investoren gehen.

Wie viele Hotels sind schon verkauft?

Der Bericht nennt 45 bereits verkaufte Hotels. Für weitere zehn Häuser laufen noch Gespräche.

Was passiert mit den Arbeitsplätzen?

Von den rund 5.450 Jobs in den Hotels soll der überwiegende Teil erhalten bleiben. In der Zentrale mit 450 Mitarbeitenden sieht es anders aus.

Welche Länder sind betroffen?

Im Insolvenzverfahren stehen Häuser in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Weitere Verhandlungen laufen für Hotels in der Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich.

Wann sollen die Vereinbarungen stehen?

Bis Mitte Juni sollen laut GT Restructuring die Investmentvereinbarungen geschlossen werden.
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