Matthias Hahn verlässt das Tantris in München. Inhaberin Sabine Eichbauer übernimmt die Führung des Hauses selbst und setzt damit auf Familientradition. Küchenchef Benjamin Chmura bleibt an Bord.
Das Tantris neu aufzustellen ist kein kleines Vorhaben. Das Münchner Restaurant gilt als einer der beständigsten Gourmet-Tempel Deutschlands — mit zwei Michelin-Sternen, einer Geschichte, die 1971 beginnt, und einem Ruf, der weit über die bayerische Hauptstadt hinausreicht. Nun sortiert sich das Haus erneut.
Matthias Hahn, zuletzt in der Rolle des kulinarischen Direktors und Gesamtleiters, verlässt das Tantris. Inhaberin Sabine Eichbauer übernimmt die operative Führung — und greift damit auf die Familientradition zurück, die das Restaurant seit Jahrzehnten trägt.
Was hinter dem Wechsel steckt
Hahn war als Gesamtleiter die Schnittstelle zwischen Küche, Service und strategischer Ausrichtung. In dieser Rolle begleitete er unter anderem den Generationenwechsel am Herd: Hans Haas, über 30 Jahre lang das Gesicht der Tantris-Küche, übergab 2022 an den damals 31-jährigen Benjamin Chmura — einen der auffälligsten Küchenchef-Wechsel in der deutschen Spitzengastronomie der vergangenen Jahre.
Chmura bleibt. Das ist die wichtigste Konstante in diesem Personalwechsel. Die Küche, die nach Haas' Abschied neu kalibriert wurde, steht nicht zur Disposition.
- Gründungsjahr: 1971 in München-Schwabing
- Auszeichnung: 2 Michelin-Sterne
- Küchenchef: Benjamin Chmura (seit 2022)
- Inhaberin: Sabine Eichbauer
- Vorgänger am Herd: Hans Haas (mehr als 30 Jahre)
Eichbauer setzt auf Familientradition
Das Tantris ist kein anonymes Unternehmensrestaurant. Es gehört der Familie, und es hat diese Eigenständigkeit immer als Stärke gespielt. Sabine Eichbauer steht für genau diese Kontinuität — keine externe Management-Schicht, sondern direkte Verantwortung durch die Inhaberin selbst.
Das ist in der Spitzengastronomie keine Selbstverständlichkeit. Viele Zwei- und Drei-Sterne-Häuser laufen heute als GmbH-Konstrukte mit wechselnden Geschäftsführern. Das Tantris wählt den anderen Weg: näher ran, nicht weiter weg.
Was das für die Branche bedeutet
Führungswechsel in Gourmet-Restaurants verlaufen selten lautlos. Im Tantris kommt dazu, dass das Haus gerade erst dabei ist, das neue Kapitel nach Hans Haas zu etablieren. Chmuras Küche braucht Zeit, Vertrauen und eine starke Rückendeckung von der Unternehmensseite.
Ob Eichbauer auch operativ täglich präsent ist oder eher strategisch führt, bleibt offen. Bekannt ist bislang nur: Hahn geht, sie übernimmt. Die Details zur neuen Struktur hat das Haus noch nicht kommuniziert.
- Matthias Hahn war zuletzt kulinarischer Direktor und Gesamtleiter
- Sabine Eichbauer ist Inhaberin und übernimmt nun die Führung direkt
- Benjamin Chmura bleibt Küchenchef — die Küche steht nicht zur Diskussion
- Zur neuen operativen Struktur gibt es noch keine öffentlichen Details
Für die deutsche Spitzengastronomie ist das Tantris eine Referenz — nicht nur kulinarisch, sondern auch als Beispiel dafür, wie ein Restaurant über Jahrzehnte relevant bleibt. Dieser Wechsel ist kein Krisensignal. Er ist eine Neuausrichtung mit einer klaren Botschaft: Die Familie behält das Steuer.


