Ein Bündnis aus 13 Wirtschafts- und Branchenverbänden unterstützt die Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ und fordert eine Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zieht dabei mit.
Die Verbände verweisen auf mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte. Als Referenz nennen sie die EU-Arbeitszeitrichtlinie und die laufende Diskussion um eine Modernisierung des Arbeitszeitrechts.
Worum es bei der Forderung geht
Der Kern ist einfach: weg von der täglichen Höchstarbeitszeit, hin zu einer Wochenarbeitszeit. Die Bündnispartner wollen, dass die Bundesregierung das Arbeitszeitgesetz zügig anpasst. Laut der Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ sollen Betriebe Schichten stärker an Auslastung, Gästeaufkommen und Personalbedarf ausrichten können.
Der Appell kommt nicht von einer einzelnen Branche. Laut den vorliegenden Angaben tragen 13 Verbände die Kampagne mit. In einem weiteren öffentlichen Appell sprechen sogar 29 Fachverbände von einer nötigen Reform. Das zeigt: Der Druck aus der Wirtschaft ist da.
• tägliche durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen
• Arbeitszeit stärker an den Betrieb anpassen
• EU-Richtlinie bei der Modernisierung des Rechts berücksichtigen
• mehr Spielraum für Dienste, Schichten und Einsatzplanung schaffen
Warum die Branche das Thema jetzt schiebt
Für Hotels, Restaurants und Reisebetriebe ist der Tag selten gleich lang. Morgens wenig los, mittags Vollbetrieb, abends wieder Spitze. Eine starre Tagesgrenze passt da oft schlecht. Genau an diesem Punkt setzt die Kampagne an.
Der DEHOGA steht mit anderen Branchenverbänden hinter der Forderung. Dazu passt auch die Aussage von Anke Budde, Präsidentin des asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen - Bundesverband e.V.: „Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren."
Wer besonders betroffen ist
- Hotels mit stark wechselnder Auslastung
- Restaurants mit Spitzen am Abend und am Wochenende
- Reiseunternehmen mit saisonalen Peaks
- Betriebe mit Schichtmodellen und Teilzeitmix
Was die EU und die Tourismuspolitik damit zu tun haben
Die Verbände verweisen auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG. Die Richtlinie setzt einen Rahmen, den die Mitgliedstaaten national umsetzen müssen. In Deutschland läuft die Debatte seit Jahren: Wie viel Flexibilität verträgt das Arbeitszeitgesetz, ohne Schutzstandards zu schleifen?
Auch die Bundesregierung hat das Thema bereits in den Tourismuskontext gestellt. Laut der vorliegenden Recherche gehört eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung zu den Punkten der neuen Tourismusstrategie. Für die Branche ist das kein Nebenkriegsschauplatz. Es geht um Dienstpläne, Überstunden, Schichttausch und Planungssicherheit.
Die wichtigsten Eckdaten
- Bündnis
- 13 Verbände
- Weiterer Appell
- 29 Fachverbände
- Forderung
- Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit
- Bezug
- EU-Arbeitszeitrichtlinie
Was jetzt für dich in der Praxis zählt
Wenn die Politik die Regeln wirklich lockert, ändert das vor allem die Planung im Alltag. Das betrifft weniger Schlagworte als harte Betriebsrealität: Dienstpläne, Übergaben, Wochenenden, Saisonspitzen. Für viele Häuser wäre das ein Plus an Beweglichkeit.
Aber: Mehr Flexibilität heißt nicht automatisch weniger Druck. Ohne saubere Dokumentation und klare Absprachen kann ein neues Modell schnell chaotisch werden. Genau deshalb bleibt die Frage offen, wie die Reform am Ende konkret aussieht.
Darauf sollten Betriebe jetzt achten
- Arbeitszeitmodelle früh prüfen
- Schichtsysteme auf Spitzenzeiten abgleichen
- Mit dem Team über Wunschzeiten sprechen
- Dokumentation und Ruhezeiten sauber halten
Der politische Streit wird bleiben. Für die Branche ist die Richtung aber klar: mehr Spielraum, weniger starre Tagesgrenzen. Ob daraus am Ende ein praxistaugliches Gesetz wird, entscheidet sich im Detail.

