Beim Skift Data + AI Summit 2026 ging es um eine harte Frage: Steuern AI Agents bald die Customer Journey oder bleibt der Mensch der Dreh- und Angelpunkt? Die Debatte zwischen Cloudbeds-Co-Founder Adam Harris und Skift-Research-Head Seth Borko zeigte vor allem eins: Wer in der Distribution abwartet, verliert Sichtbarkeit.
Skift nennt als Kernpunkt, dass fast zwei Drittel der Reisenden AI bereits bei Planung oder Buchung nutzen. Gleichzeitig warnt Harris davor, den Gast an den Agenten zu verlieren.
Worum es bei der Debatte ging
Die Diskussion beim Skift Data + AI Summit 2026 drehte sich um eine Frage, die für Hotels, OTAs und Reiseanbieter schnell teuer wird: Optimierst du für den Menschen oder für den AI Agent?
Adam Harris, Co-Founder und CEO von Cloudbeds, stellte klar: Der Agent ist nicht der Gast. Seine Linie: Wer die Beziehung zum Gast aufbaut, hält den wertvollsten Teil des Geschäfts. Seth Borko von Skift hielt dagegen. Für ihn ist der Agent schon jetzt ein neuer Distributionskanal. Skift verweist dabei auf die Zahl, dass fast zwei Drittel der globalen Reisenden AI irgendwann in Planung oder Buchung nutzen.
1. Sichtbarkeit in AI-Systemen wird kein Nice-to-have mehr, sondern ein Distributionsthema.
2. Wer nur auf den Klick schaut, riskiert die direkte Beziehung zum Gast.
Quellen: Skift Data + AI Summit 2026, Skift
Warum das für Hotellerie und Travel wichtig ist
Wenn AI Agents Buchungen vorsortieren, beantworten oder direkt auslösen, verschiebt sich der Wettbewerb. Dann zählen nicht nur Preis und Content, sondern auch saubere Daten, klare Verfügbarkeiten und eine Präsenz dort, wo die Modelle suchen. Genau da liegt der Druck auf Hotelmarken, Chains und unabhängige Häuser.
Harris sprach in der Debatte auch von einem "$100 billion cost center", den Hotels über OTAs und Intermediäre aufgebaut hätten. Das ist keine Kleinigkeit. Es zeigt, warum die Frage nach direkter Nachfrage und AI-Sichtbarkeit dieselbe Baustelle ist.
- AI-Sichtbarkeit ist ein Vertriebsproblem, kein reines Tech-Thema.
- Datenqualität entscheidet mit, ob ein Hotel im Agenten auftaucht.
- Privacy bleibt ein echtes Thema, nicht nur ein Policy-Satz.
Die Linien der Debatte
Harris: Erst der Gast, dann der Kanal
Harris argumentierte, dass Hotels nur dann Kontrolle behalten, wenn sie die Beziehung zum Gast nicht an die Maschine abgeben. Seine Sicht: Der Agent kann helfen, aber er ist kein Ersatz für Vertrauen, Marke und Wiederbuchung.
Er verwies auch auf Tempo und Gewohnheiten. Laut seiner Argumentation könne ein großer Teil der Leisure-Buchungen bis 2029 über Agenten laufen. Sein Punkt: Verhalten folgt meist früher als Vertrauen.
Borko: Die neue Verteilungsebene ist schon da
Borko sagte im Kern, dass Sichtbarkeit in AI-Umgebungen unvermeidbar ist. Er zog den Vergleich zu OTAs und klassischen Reisebüros, die ebenfalls Jahre gebraucht haben, um Anteile aufzubauen. Sein Fazit: Wer wartet, überlässt das Spielfeld anderen.
Die Debatte landete damit bei einer unbequemen Wahrheit. Hotels müssen beides können: für den Agenten auffindbar sein und trotzdem den direkten Kontakt zum Gast halten.
AI-Agenten als Kanal — was spricht dafür?
Dafür spricht
- Du wirst dort sichtbar, wo Gäste ihre Suche starten.
- Du kannst Inhalte und Verfügbarkeiten gezielter ausspielen.
- Du reagierst früher auf neue Suchmuster.
Dagegen spricht
- Du gibst einen Teil der Journey an eine Maschine ab.
- Privacy und Datenfreigaben werden heikler.
- Direkte Markenbindung kann schwächer werden.
Was jetzt für die Praxis zählt
Wer im Hotel- oder Travel-Vertrieb arbeitet, sollte drei Dinge prüfen: Sind Inhalte maschinenlesbar? Sind Preise und Verfügbarkeiten sauber gepflegt? Und taucht die eigene Marke überhaupt in AI-gestützten Such- und Buchungspfaden auf?
Das ist keine ferne Zukunft. Es ist ein Optimierungsjob für heute. Und ja: Wer nur auf klassische Kanäle schaut, wird irgendwann überrascht. Spoiler: Das wird teurer.
- Datenstruktur prüfen
- Direktbuchung stärken
- Privacy sauber dokumentieren
- AI-Sichtbarkeit testen
Skift bringt die Debatte damit auf den Punkt: Der Kampf läuft nicht mehr nur um Klicks, sondern um Auffindbarkeit in einer neuen Zwischenschicht zwischen Gast und Anbieter.

