Carnival hat im zweiten Quartal einen Rekordumsatz gemeldet, senkt aber den Ausblick für das Nettoertragswachstum 2026 auf 1,75 Prozent. Grund sind schwächere Buchungen in Europa, vor allem im Mittelmeerraum, sowie höhere Treibstoffpreise und teurere Flüge.
Gleichzeitig meldet das Unternehmen Kundeneinlagen auf einem Allzeithoch. Die Buchungstrends zogen im Juni wieder an.
Carnival steckt zwischen zwei Botschaften fest: starke Zahlen jetzt, vorsichtigere Erwartungen für 2026. Laut dem Unternehmen lagen die Buchungstrends im jüngsten Quartal in Europa am stärksten unter Druck, besonders im Mittelmeerraum. Die Störungen durch den Konflikt im Nahen Osten hielten länger an als erwartet.
Carnival im Quartal
- Umsatz
- Rekord im zweiten Quartal
- Nettoertragswachstum 2026
- 1,75 Prozent
- Kundeneinlagen
- Allzeithoch
- Schwerpunkt der Schwäche
- Europa, besonders Mittelmeer
Was Carnival jetzt bremst
Die Probleme drehen sich vor allem um Europa. Carnival sagte, dass die Buchungen im zweiten Quartal dort am deutlichsten litten. Dazu kamen höhere Flugpreise und ein engeres Flugangebot auf internationalen Strecken. Das trifft Kreuzfahrten besonders hart, weil An- und Abreise oft schon Teil der Reiseentscheidung sind.
Wenn Gäste teurere Flüge zahlen oder weniger Direktverbindungen finden, verschieben sie Urlaubspläne schneller. Bei Routen im Mittelmeer wirkt sich das direkt auf Auslastung und Preissteuerung aus.
- Schwächere Nachfrage kam vor allem aus Europa.
- Der Mittelmeerraum stand besonders unter Druck.
- Höhere Treibstoffpreise belasteten zusätzlich.
Warum die Prognose fällt
Carnival senkte seine Prognose für das Nettoertragswachstum 2026 auf 1,75 Prozent. Das ist ein Maß für die tägliche Einnahme pro Passagier und zeigt, dass das Unternehmen mit weniger Preisspielraum rechnet als zuvor. Der Hintergrund: Der Konflikt im Nahen Osten wirkte länger auf Buchungen und Kapazitätsplanung, vor allem in Europa.
Was sich im Juni drehte
Es gibt auch ein Signal in die andere Richtung. Carnival berichtete, dass sich die Buchungstrends im Juni verbessert haben. Das Unternehmen spricht von einem Allzeithoch bei den Kundeneinlagen für zukünftige Kreuzfahrten. Das ist kein Selbstläufer, aber ein klarer Hinweis auf anhaltende Nachfrage.
Was das für den Markt heißt
Für Kreuzfahrtanbieter in Europa bleibt die Lage empfindlich. Der Osten des Mittelmeers reagiert schnell auf Sicherheitsmeldungen, Umroutungen und abgesagte Hafenanläufe. Wer Reisen verkauft, muss deshalb nicht nur das Schiff im Blick behalten, sondern auch Flüge, Anschlussnächte und mögliche Änderungen im Ablauf.
Worauf Veranstalter jetzt achten sollten
- mehr Puffer bei Fluganbindungen einplanen
- Umbuchungen für Mittelmeer-Routen früh klären
- Kunden aktiv über Lage und Alternativen informieren
Zu Carnivals Zahlenbericht passt ein Satz des Unternehmens, den Skift veröffentlicht hat: Der Konzern meldete ein Rekordquartal, blickt aber vorsichtiger auf 2026. Für den Markt ist das keine Überraschung, eher eine Erinnerung daran, wie direkt Geopolitik in der Kreuzfahrt landet.
Wer die Entwicklung im Blick behalten will, sollte vor allem Europa und das Mittelmeer beobachten. Dort entscheidet sich, ob Carnival die bessere Buchungslage im zweiten Halbjahr in höhere Erträge drehen kann.

