Erlebnisse sind für fast jede große OTA ein Thema. Trotzdem liegen die Spezialisten vorne: GetYourGuide, Tripadvisor und Klook prägen den Markt, während viele Plattformen weiter nachziehen.
Der Grund ist simpel: Eine Hotelbuchung bringt mehr Umsatz als ein Museumsslot oder ein Walking Tour. Dazu holen sich viele Anbieter ihre Buchungen direkt — online läuft also längst nicht alles über Zwischenhändler.
30 Jahre nach dem Start des Online-Erlebnismarkts ist das Geschäft weiter hart. Skift schreibt, dass GetYourGuide, Tripadvisor und Klook bei Erlebnissen vorne liegen. Die großen OTAs reden zwar gern über Experiences. Im Alltag hängt der Markt aber an Spezialisten und an vielen offline arbeitenden Touranbietern.
Ein paar harte Punkte erklären das Geschäft:
- Der Warenkorb bleibt klein. Ein Tagestour- oder Eintrittsticket bringt meist weniger Umsatz als eine Übernachtung.
- Viele Anbieter verkaufen direkt. Gerade Walking-Touren und lokale Attraktionen laufen oft an der Plattform vorbei.
- Tripadvisor baut um. Das US-Unternehmen verkauft laut Skift seine Dining-Plattform und hält Hotel-Suche weiter am Laufen.
- Klook zieht Breite statt Fokus vor. Die Plattform verkauft nicht nur Erlebnisse, sondern auch Transport und e-SIMs.
Wer bei Experiences wirklich punktet
Skift nennt die drei Plattformen nicht zufällig. Spezialisierung zählt in diesem Markt mehr als die große OTA-Reichweite. GetYourGuide setzt stark auf kuratierte Touren und Attraktionen. Klook kommt aus APAC und nutzt Experiences als Kern, auch wenn die Plattform das Geschäft mit Zusatzleistungen breiter zieht. Tripadvisor bleibt ein Sonderfall: Die Marke kennt fast jeder Reisende, aber genau dort liegt auch das Problem. Bekanntheit ersetzt kein klares Produkt.
Was die Spezialisten besser machen
- klare Positionierung statt All-in-One-Wolke
- starker Fokus auf Erlebnisse statt Nebenprodukt
- bessere Sortierung nach Ziel, Stadt und Anlass
- mehr Daten zu Buchungszeit, Nachfrage und Conversion
Das hilft beim Verkauf. Aber es löst nicht das Grundproblem: Viele Erlebnisse sind lokal, kurzfristig und schwer zu skalieren. Ein Hotelzimmer verkauft sich standardisierter. Eine Stadtführung um 18 Uhr in Lissabon eben nicht.
Warum die großen OTAs hinterherlaufen
OTAs wollen den Connected Trip. Erst Flug, dann Hotel, dann Transfer, dann Erlebnis. Klingt gut? Ist es auch. Nur frisst die Verknüpfung Zeit, Technik und Partnerpflege. Genau dort hakt es oft.
Drei Bremsen im Alltag
- Die Lieferkette ist zerstreut. Viele Erlebnisanbieter arbeiten noch offline.
- Die Margen bleiben dünn. Das macht Marketing teuer.
- Die Suche ist fragmentiert. Ein Gast bucht nicht immer in derselben App weiter.
Skift verweist auch darauf, dass selbst die großen Hotels Experiences inzwischen als Kernstrategie sehen. Das ist logisch. Wer den Gast vor dem Aufenthalt, währenddessen und danach begleiten will, braucht mehr als ein Zimmer und Frühstück. Trotzdem bleibt die Frage: Wer kontrolliert die Verfügbarkeit vor Ort? Wer hält die Preise aktuell? Wer sichert die Slots? Genau da gewinnen die Spezialisten.
Was Hotels und OTAs daraus lernen können
Hotels müssen nicht selbst zur Erlebnisplattform werden. Sie müssen nur besser verkaufen, was sie schon vor Ort haben: Spa-Termine, Restaurant-Reserven, Late Check-out, City-Touren, Mietfahrräder, Shuttle, Events. Das ist näher am Gast und oft einfacher zu steuern als ein kompletter Marktplatz.
Konkrete Hebel für den Betrieb
- Erlebnisse direkt in die Buchungsstrecke ziehen
- Slots mit lokalen Partnern sauber pflegen
- Upselling vor Anreise automatisieren
- Gästedaten für passende Empfehlungen nutzen
Für OTAs heißt das: Wer im Experience-Segment wachsen will, braucht mehr als Reichweite. Saubere Supply-Anbindung, schnelle Inhalte und eine starke lokale Basis zählen mehr. Genau deshalb laufen die Pure Plays derzeit vorne. Sie sitzen näher an der Quelle. Und das ist in diesem Geschäft fast schon die halbe Miete.

